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TV & Serie // Master of None Der Woody Allen für die Generation Tinder

Aziz Ansari kennen die meisten als Tom Haverford aus "Parks and Recreation". Dass Ansari einer der spannendsten Comedians seiner Generation ist, wissen die wenigsten. Jetzt hat er eine eigene Serie auf Netflix.

Von: Christian Alt

Stand: 10.11.2015

Master of None | Bild: Netflix

"Broad City", "Girls", "Louie", "How I Met Your Mother" und natürlich "Sex and the City": An Serien, die in New York spielen, mangelt es nicht gerade. Und erst recht nicht an New-York-Serien, in denen Singles die große Liebe suchen. Der US-Comedian Aziz Ansari versucht es trotzdem noch mal.

In seiner Serie "Master of None" geht es aber nicht um eine fortlaufende große Liebesgeschichte, sondern eher um die kleinen banalen Geschichten des Alltags: Aziz Ansari spielt Dev, einen Schauspieler, der bisher eigentlich nur Werbungen dreht. Ansonsten macht er nicht viel: rumhängen, Kaffee trinken und ab und zu jemanden bei Tinder abschleppen. Und dann mit dem Date per Uber die Pille danach holen zu fahren, weil das Kondom geplatzt ist. Aber egal was passiert, Hauptsache Dev hat eine Geschichte, die er mit seinen Freunden bequatschen kann.

Mehr als ein Update von Sex and the City

Soweit, so Standard. Gesprächsthemen, wie man sie schon tausend Mal in anderen Serien gehört hat. Aber was "Master of None" besonders macht, ist die Perspektive: Dev ist Sohn eines Inders, seine besten Freunde sind Asiaten oder Schwarze. Ansari gibt Minderheiten in der US-Gesellschaft eine Stimme, denn sonst müssen die in US-Serien immer noch die zweite Geige spielen.

Inzwischen schon zum Serien-Klischee geworden: der schwarze beste Freund. Der soll in vielen Serien immer schön lustig sein, aber darf bitte bitte keinen allzu tiefen Charakter haben. Man will die Werbekunden ja nicht verschrecken. Aziz Ansari dreht das Klischee auf den Kopf: Der schwarze beste Freund ist bei ihm weiß und muss immer für irgendwelche Witzchen herhalten. In "Master of None" räumt Aziz Ansari nicht nur subtil mit Klischees auf. Als seine Figur Dev bei einem Vorsprechen einen indischen Akzent annehmen soll, lehnt er das rundheraus ab.

Die Comedyserie fürs Jetzt

Eine Comedy-Serie kann ja noch so progressiv sein, wenn sie nicht witzig ist, bringt das auch nichts. Aber auch das ist "Master of None". Ansari gilt in den USA ohnehin schon als Comedian der Generation Tinder. In seinen Standups geht es oft um Dating, Social Media und Kanye West. Ansari weiß genau, wie wir unter 30 ticken - und genau diesen Humor bringt er auch in seine Serie. Seine Figuren hängen natürlich in den hippen Vierteln New Yorks ab, so wie die Girls bei Lena Dunham. Aber sie leben in erster Linie im Netz. Die Themen der Gegenwart kombiniert er dann wiederum mit einer Retro-Ästhetik: Jede Folge ist ein in sich geschlossener Minifilm, der so aussieht als käme er von Woody Allen.

Und genau wie Woody Allen traut sich auch Ansari an schwierige Themen ran. Gleich in der zweiten Folge spricht Ansari darüber, wie es ist, Kind von Migranten zu sein. Seine Eltern haben ihm alles ermöglicht, sind auf der Suche nach einem besseren Leben um die halbe Welt geflogen, haben beschissene Jobs gemacht und müssen sich dann vom Sohn anhören, dass er keine fünf Minuten Zeit hat, das Ipad zu reparieren. Die Antwort bricht Devs Vater das Herz, der lässt sich aber nichts anmerken. Gespielt wird die Rolle des Vaters von keinem Schauspieler, sondern von Ansaris echtem Vater. Und zwar so gut, dass der jetzt schon Angebote aus Hollywood bekommt. Es wird also vielleicht nicht mehr lange dauern, dann sind zwei Generationen Ansaris Hollywood-Stars. Denn mit "Master of None" hat Aziz Ansari bewiesen, dass er mehr ist als der lustige Inder aus "Parks and Recreation" - er ist ein Künstler.

"Master of None" läuft bei Netflix.


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