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TV & Serien // House of Cards Warum ich mich am Wochenende keinen Meter bewegt habe

Seit Freitag läuft "House of Cards" überall auf der Welt auf Netflix. Na gut, nicht überall. In Deutschland läuft die Serie nur auf Sky, erst recht seit Netflix den Zugang über VPN abgestellt hat. Wir haben's trotzdem gesehen.

Von: Christian Alt

Stand: 08.03.2016

Szene aus der vierten Staffel "House of Cards" | Bild: Netflix

602 Schritte hab ich am Sonntag gemacht, da ist mein iPhone sehr genau. Vom Bett zum Kühlschrank und zurück. Okay, auf der Toilette war ich zwischendurch auch, aber hauptsächlich hab ich nur vor dem Fernseher gelegen. Das musste sein, denn einmal im Jahr ist bei mir Ausnahmezustand. Denn dann kommt die neue Staffel "House of Cards" raus.

Viel war spekuliert worden, ob man die neue Staffel überhaupt mit VPN und Netflix sehen kann. Schließlich hat Netflix den Zugang über VPN zu großen Teilen unterbunden. Ich habe Glück, mein VPN hält und ich darf endlich wieder die Titelmelodie hören.

Mehr GZSZ als Shakespeare

Eins vorweg: Nachdem Staffel drei ja eher mau war, geht "House of Cards" in der vierten Staffel wieder in die Vollen. Es gibt nicht mehr ein großes Problem, das Frank Underwood aus dem Weg räumen muss, sondern eine Präsidentschaftswahl - alles ist in die 13 Episoden reingequetscht.


"House of Cards" ist in seiner vierten Staffel mehr Seifenoper denn je. Die Serienautoren wollen nicht mehr wie Shakespeare sein, sondern wie GZSZ. Und das ist toll: Denn wenn wir ehrlich sind, wollen wir "House of Cards"-Fans gar nicht das große Drama. Wie Junkies warten wir auf den nächsten Plot-Twist. Wir brauchen den nächsten "WTF! Das hat er jetzt nicht wirklich gemacht"-Moment.

Der Anfang vom Ende?

Es sind solche Momente, die mich am Wochenende vor dem Fernseher fesseln - die vierte Staffel ist voll davon. Und wenn gerade kein WTF-Moment ansteht, halten mich die Figuren bei der Stange. Allen voran: Claire Underwood. Sie steigt in dieser Staffel zum ersten Mal zur ernsthaften Bedrohung für Frank auf. Sie lässt sich nicht mehr rumschubsen und beginnt noch stärkere Intrigen zu spinnen, die genauso blutrünstig sind wie die von Frank.

Trotzdem hat man irgendwie den Eindruck, dass bald alles vorbei sein könnte. Die nächste Staffel ist zwar schon bestellt, aber es kommt mir so vor, als würden hier die Weichen für das Ende der Serie gestellt. Figuren aus Staffel eins kommen wieder vor, Handlungsfäden, die man schon fast vergessen hat, werden wieder aufgerollt, die Schlinge um Franks Hals zieht sich immer enger zu.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch, denn bisher hat Frank Underwood sich noch aus jedem Dilemma befreien können.

Nach rund elf Stunden ist alles vorbei. Die Staffel endet mit einem der krassesten WTF-Momente ever. Aber wenn ich ehrlich bin: Das hab ich auch schon beim letzten Mal gedacht.


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