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TV & Serien // Broad City Wahre Girl Power

Eigentlich hat nach "Girls" wohl niemand auf noch eine Serie über Freundinnen in New York gewartet. Aber "Broad City" ist anders. Weniger düster, weniger neurotisch - und so eigen wie ein Post-It auf dem Vibrator.

Von: Juliane Frisse

Stand: 05.05.2015

Broad City | Bild: Walter Thompson

Abbi und Ilana sind Mitte Zwanzig, beste Freundinnen und chronisch pleite. Das Leben in New York ist halt irre teuer. Um sich da so etwas Luxuriöses wie ein Lil Wayne Konzert leisten zu können, gehen Abbi und Ilana auch mal in Unterwäsche putzen oder lassen bei der Arbeit Büromaterial mitgehen. Sollte sich herausstellen, dass eine neue männliche Bekanntschaft über einen gut ausgestatteten Haushalt inklusive Waschmaschine und Trockner verfügt, dann wird der Typ klargemacht, um sich so ein paar Gratis-Waschladungen zu erknutschen.

Von der Web- zur Fernsehserie

Dieser unverfrorene Move stammt aus einer der allerersten Folgen von "Broad City" aus dem Jahr 2010. Damals ist die Serie über die zwei Freundinnen nur im Netz zu sehen. Eine zwangsweise billig gemachte Indie-Produktion mit verwackelten Bildern und miesem Ton – aber so lustig, dass Abbi und Ilana den Sprung ins Fernsehen geschafft haben. Anfang 2014 startet in den USA die TV-Version von "Broad City". Ein Hype entsteht, denn diese beiden leicht durchgeknallten Frauen sind einmalig – und so speziell wie Ilanas Methode, ein Tütchen Gras in ihrer Vagina zu transportieren.

Die echten Abbi und Ilana

Abbi und Ilana heißen im realen Leben Abbi Jacobson und Ilana Glazer und befreundet sind sie auch dort. "Broad City" ist fast zu hundert Prozent ihr Werk. Die zwei Comedians haben die Serie erfunden, sind bis heute die Chefautorinnen, spielen die Hauptfiguren und produzieren "Broad City". Letzteres gemeinsam mit dem amerikanischen Comedystar Amy Poehler. Schon zu Webserien-Zeiten ist Poehler nämlich Fangirl und hat damals auch einen Gastauftritt. Schließlich interviewt sie die "Broad City"-Erfinderinnen für ihre Reihe "Amy Poehler’s Smart Girls". Dort erzählt Glazer, wie sie und Jacobson die Sendung entwickelt haben, nachdem sie davor immer wieder erfolglos für Rollen vorgesprochen hatten:

"Wir waren damals beide frustriert und kamen an den Punkt, wo wir gesagt haben: 'Komm, wir machen eine Show über uns. Einfach eine überhöhte Version unserer Freundschaft und der Dynamiken in unserer Beziehung.' Außerdem wollten wir New York eine wichtige Rolle in der Show geben."

Ilana Glazer

Rabatt-Coupons statt Designer-Stilettos

Junge befreundete Frauen in New York haben sich längst andere Serien vorgeköpft. Doch dass die Welt des "Broad City"-Duos mit der von den "Sex and the City"-Damen nichts gemeinsam hat, ist offensichtlich: Hier werden Rabatt-Coupons eingelöst statt Designer-Stilettos geshoppt. Abbi und Ilana ticken allerdings auch anders als die Mädels um Hannah Horvarth aus Lena Dunhams "Girls". "Broad City" ist pure Comedy, quasi ein "Girls" mit weniger neurotischer Nabelschau und dafür mehr echter Girl-Power. Abbis und Ilanas Freundschaft ist unantastbar. Nie würden sie sich von irgendwelchen dahergelaufenen Typen abhängig machen. Ihre Version von Feminismus: sich auf den Vibrator Post-Its mit Wochentagen kleben, damit sie nicht vergessen zu masturbieren.

Die Webserie "Broad City" gibt es hier zu sehen. Die Fernsehserie gibt es bisher in Deutschland nur als importierte DVD/BluRay zu kaufen, auf Youtube hat der ausstrahlende US-Sender Comedy Central aber zumindest viele Best-Of-Schnipsel aus "Broad City" veröffentlicht.


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