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Info Anna F. kennen wir eigentlich als Solokünstlerin mit richtig guter Popmusik. In London hat sich die Österreicherin mit drei weiteren Musikerinnen zusammengetan. Als Friedberg macht das Quartett rohen Powerfrauen-Gitarren-Sound.


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TV & Serie // 11.22.63 - Der Anschlag James Franco in geheimer Zeitreise-Mission

Was würdest du tun, wenn du eine Zeitmaschine hättest? Für James Franco ist die Antwort klar: Das Attentat auf John F. Kennedy verhindern. Dass er dafür erst mal in eine Besenkammer steigen muss, kann man getrost ignorieren.

Von: Christian Alt

Stand: 06.04.2016

11.22.63 - Der Anschlag | Bild: FOX

Wenn Amerikaner sich einfach in eine Zeitmaschine setzen könnten, um die Vergangenheit zu verändern, dann würden viele zwei Daten eingeben. Erstens: Den 11. September 2001, also den Tag der Attacke auf das World Trade Center. Zweitens: den 22. November 1963. An diesem Tag wurde John F. Kennedy erschossen. Wenn man dieses Attentat verhindern könnte, dann wäre die Welt eine friedlichere und schönere geworden, glauben einige. Wenn. Die Serie mit dem Titel "11.22.63" nimmt sich genau dieses Szenario zur Ausgangssituation. Durch Zufall bekommt High-School-Lehrer Jake mit, dass in der Besenkammer seines Lieblingsrestaurants ein Wurmloch haust. Geht man durch die Tür, verlässt man das Jahr 2016 und kommt im Jahr 1960 raus.

(Not so) Swinging Sixties

Gefunden hat das Wurmloch der Restaurantbesitzer Al. Der versucht schon seit Jahrzehnten, den Mord an Kennedy zu verhindern. Wenn er scheitert, macht Al kurz einen Abstecher durch das Wurmloch in die Gegenwart und geht gleich wieder zurück. Dann landet er wieder im Jahr 1960, wo alles auf Anfang gesetzt wird. Aber: Al ist krank. Krebs. Deshalb will er Jake davon überzeugen, sein Nachfolger zu werden.

Wer hat JFK erschossen?

Zugegeben: Man muss schon beide Augen zudrücken, um mit dieser Ausgangssituation zurecht zu kommen. Die Serie gibt sich gar keine Mühe, nur für eine Sekunde zu verschleiern, wie bescheuert dieses Szenario ist. Aber: Die Zeit, die sich die Macher sparen, um den dämlichen Zeitreise-Besenschrank zu erklären, die verwenden sie darauf, das Jahr 1960 so realistisch wie möglich zu machen. Die Serie "11.22.63" ist nahezu so gut ausgestattet wie "Mad Men": Die bonbonfarbenen Sportcabrios glitzern hier in der Sonne, alle Männer tragen Hüte, die Frauen weite Reifröcke.

Und auch unter der Fassade kann "11.22.63" glänzen: Aus dem Zeitreiseplot wird schnell ein packender Spionagekrimi, was vermutlich auch damit zu tun hat, dass die Buchvorlage von Stephen King stammt. Jake ist auf der Spur der wahren Mörder John F. Kennedys. Hat ihn Lee Harvey Oswald allein umgebracht? Oder hatte der KGB oder sogar die CIA die Finger im Spiel? Das Rätselraten macht Spaß - blöd nur, dass die Serie im entscheidenden Moment dann viel zu viel erklärt, damit es auch noch der letzte kapiert.

Leider nur acht Folgen

Gespielt wird der Zeitreisende von einem tollen James Franco, dessen leicht verdrogter Stil perfekt zur Serie passt, die sich selbst gerne verzettelt. Denn die ersten Folgen geht es nicht wirklich um den Anschlag auf John F. Kennedy. Da hilft der smarte Zeitreisende mal hier und mal dort Leuten aus der Patsche. Erst zur Hälfte der achtteiligen Miniserie geht es so richtig los. Aber das ist auch ein bisschen egal, denn die kleinen Geschichten, die Franco in den 60er-Jahren erlebt, sind toll geschrieben und gut erzählt. Von mir aus kann Franco für immer in den 60ern bleiben.

"11.22.63 - Der Anschlag" läuft ab sofort auf Sky Go.


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