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TV & Serien // Salem Schwarze Magie und sexy Abtreibung

Hexen, Horror und Historie - das klingt nach einer vielversprechenden Mischung für alle, die auf Übernatürliches stehen. Die Serie "Salem" ist aber vor allem eines: ziemlich geschmacklos.

Von: Juliane Frisse

Stand: 19.11.2014

Salem Serie | Bild: WNG America

Um eine Runde Geschichtsunterricht kommen wir dieses Mal nicht herum: Wir befinden uns im Jahr 1692 in Salem, im heutigen US-Bundestaat Massachusetts. Hier erreicht die Hexenverfolgung in den nordamerikanischen Kolonien ihren traurigen Höhepunkt. In den Hexenprozessen von Salem werden weit über 100 Menschen der Hexerei beschuldigt, 20 von ihnen werden zum Tode verurteilt, fünf andere sterben im Gefängnis. Eine Ursache der Hexenhysterie ist der religiöse Fanatismus der Puritaner. Von diesem Wahnsinn erzählt die Serie "Salem": Darin hetzt der historisch verbürgte puritanische Prediger Cotton Mather gegen alle, die nicht Gott, sondern dem Teufel dienen.

Hexen hexen in "Salem" wirklich

Viele reale Namen aus den Hexenprozessen von Salem tauchen in der Serie tatsächlich auf. Das war’s dann aber auch schon mit der historischen Faktentreue. Denn in der Serie haben die Puritaner Recht, es gibt wirklich Hexen in Salem. Was die religiösen Hardliner allerdings nicht ahnen: Die Hexen haben heimlich die Kontrolle übernommen. Eine von ihnen, die schöne Mary, hat ein Mitglied des Stadtrats geheiratet, hält ihren Gatten aber mit Magie in Schach und ist so zur mächtigsten Frau von Salem aufgestiegen. Mary sorgt dafür, dass sich die Puritaner bei der Hexenjagd gegenseitig umbringen und die Verfolgung keine der Hexen trifft.

Verdrehte Geschichte und doofe Klischees

Die echte Hexenverfolgung hat über die Jahrhunderte zehntausende Unschuldige ihr Leben gekostet. Das am Beispiel von Salem komplett zu verdrehen und aus den Opfern Täter zu machen, ist in einer fiktionalen Erzählung natürlich erlaubt, aber auch ziemlich geschmacklos. Ähnlich daneben ist das dauernd bemühte Klischee der sexy Hexy. Besonders deplatziert wirkt diese Sexualisierung, als Mary ihr ungeborenes Kind mittels schwarzer Magie abtreibt und dadurch eine Art Orgasmus erlebt. Schwangerschaftsabbruch - bekanntermaßen eine supersexy Angelegenheit!

Dass die Figuren in "Salem" nicht wie reale Menschen wirken und dass die Dialoge oft künstlich klingen, darüber kann man sich - angesichts solcher Geschmacklosigkeiten - fast schon gar nicht mehr ärgern.

Die erste Staffel von "Salem" läuft ab dem 19. November immer mittwochs um 20.15 Uhr bei TNT Serie, wahlweise in deutscher und englischer Sprache.


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