1

Kunst // Acapulco und Morlock aka Paintuition Inspiriert von Kleinigkeiten

Die beiden Künstler Acapulco und Morlock machen als "Paintuition" gemeinsame Sache. Bei ihren Bildern wollen sie sich nicht auf einen bestimmten Stil festlegen - sie wollen den Betrachter mit sich selbst konfrontieren.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 17.03.2014

Name: Michael Seidl (Acapulco)

Wohnort: Unterschleißheim

Alter: 33

Name: Claus Morlock

Wohnort: Weil

Alter: 42

Zur Kunst sind wir gekommen...

Morlock: Neulich habe ich Arbeiten wiederentdeckt, die im Alter von sechs oder sieben Jahren entstanden sind. Alles, was folgte - Kunst-Leistungskurs, Praktika, Grafikschule, Design-Studium und Freie Kunst - war nur die logische Konsequenz dieser frühen Anlagen. Mit der großformatigen Malerei habe ich 1993 begonnen, zwei Jahre vor meiner künstlerischen Ausbildung.

Acapulco: Wie die Jungfrau zum Kind! Natürlich bin ich als Meister vom Himmel gefallen, so wie das bei Künstlern doch gang und gäbe ist. Nein, wie bei Morlock sind die Anlagen dafür wahrscheinlich in meine Kinderhände gelegt und glücklicherweise gefördert worden. Den Pinsel hab ich dann wohl nicht mehr aus der Hand gegeben, höchstens zwischenzeitlich verlegt oder ausgetauscht.

Unsere Art Bilder zu malen...

Morlock: Ich lege mich nicht auf eine bestimmte Technik oder Vorgehensweise fest. Das hängt bei mir immer auch mit der Thematik der Bilderserie und der jeweiligen Lebensphase zusammen. Egal, ob klassische Malerei, Collage oder Holzreliefs: Ich liebe das Experimentieren und würde vor Langeweile sterben, wenn ich ständig das gleiche Thema oder in derselben Art und Weise malen müsste.

Acapulco: Für mich ist Abwechslung ebenso wichtig wie eine gewisse Routine im Atelier. Die Farben möchten an die Leinwand und da helfe ich gerne. Das geschieht dann laut, leise, weinend, lachend, energisch, zurückgezogen, versiert oder unbedarft - solange, bis das Bild fertig ist.

Wir lassen uns inspirieren...

...vom Leben im Allgemeinen, in all seinen Ausprägungen. Von beeindruckenden Menschen und ihrem Tun. Und von den Kleinigkeiten, die einem die Richtung weisen oder nachhaltig begeistern.

Zum Malen brauchen wir unbedingt...

...einen Platz mit guter Energie, der frei von Ablenkung ist. Alle möglichen Materialien in Griffweite. Raum. Sound. Und natürlich: Muße.

Neben der Kunst, mache ich....

Morlock: Ich habe Visuelle Kommunikation studiert und eine Weiterbildung in Kommunikationsmanagement begonnen. In den Jahren vor meiner erzwungenen Auszeit durch meine Krebserkrankung - bei mir wurde 2012 Lymphdrüsenkrebs festgestellt, inzwischen bin ich aber wieder gesund - durfte ich Unternehmen, die sich um Nachhaltigkeit bemühen, in ihrer Entwicklung begleiten, zunächst als Art Director und später dann als Creative Director. Illustration, Fotografie und kreatives Schreiben sind für mich die ideale Ergänzung zum Design und der Freien Kunst. Manchmal aber auch einfach nichts Anderes als die Seele baumeln zu lassen.

Acapulco: Mehr Kunst! Früher habe ich als Zahntechniker und Art Director gearbeitet, momentan freue ich mich aber, der Kunst des Lebens täglich frönen zu dürfen, am liebsten bei einer Brotzeit mit Freunden, beim Entspannen an der Isar oder einfach beim In-die-Luft-Schauen. Kirschkernweitspucken und Treibholz sammeln gehören auch dazu. Aber besonders am Herzen liegen mir zwei Münchner Projekte, die ich als VJ mit Bewegtbildern unterstütze. Das Theaterkollektiv "What You See Is What You Get!" und die Band Jim Fletch.

Meine Bilder erzählen über mich...

Acapulco: Aus meiner Sicht erzählen meine Bilder nichts Interessanteres über mich, vielmehr über denjenigen, der sich für meine Bilder interessiert. Es ist ähnlich wie bei der Musik: Jeder der Musik mag und genießt, empfindet sein persönliches Gefühl beim Hören. Aber wahrscheinlich gibt es Schnittstellen, in denen sich die Emotion des Urhebers mit der des Konsumenten trifft. Meine Bilder erzählen meistens von einem inneren Gefühl, ähnlich wie bei einem Traum. Es sind eher Fragmente aus Erinnerungen, Emotionen oder persönlichen Empfindungen - wie viel der Traum dabei über mich selbst erzählt oder wie "wichtig" das ist, bleibt dabei selbst für mich offen. Es muss mir aber persönlich "wichtig" genug sein, um es auf Leinwand festzuhalten.

Wenn wir 500.000 Euro für ein Kunstwerk hätten, würden wir…

...eine Stiftung gründen, 120 Arbeiten hochtalentierter, unentdeckter Nachwuchskünstler kaufen und sie nachhaltig fördern.

Warum Bayern, nicht Berlin?

Morlock: Berlin ist rohe Energie und Inspiration, aber auch permanente Ablenkung. Ohne ein gehöriges Maß an Disziplin fällt es leicht, sich in diesem "Entertainment-Füllhorn" zu verlieren. Im beschaulichen Bayern finde ich die nötige Ruhe, um mich auf ein produktives Arbeiten konzentrieren zu können, und kann leichter Kraft tanken, wenn ich nach einer anspruchsvollen Schaffensphase ausgepowert bin. Im Idealfall beides: Bayern UND Berlin.

Die neuesten Werke von Paintuition werden ab dem 18.03.2014 in der Galerie Cornelia Walter in München-Schwabing im Rahmen einer Preview zur Urban Art Messe STROKE 2014 gezeigt.


1

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein: