4

TV & Serien // Mr. Selfridge Geschichten aus dem Einkaufstempel

Ein Ami bringt den Briten das Shoppen bei: "Mr. Selfridge" erzählt die Geschichte des Londoner Kaufhauses "Selfridges". Das ist hübsch anzusehen – aber zumindest in der Auftaktfolge eher unspektakulär.

Von: Juliane Frisse

Stand: 02.04.2014

TV-Serie "Mr. Selfridge" - der titelgebende Kaufhaus-Inhaber im schicken Anzug an seinem Schreibtisch. | Bild: ITV Studios Limited; Montage: BR

Shoppen ist mehr als schnöde Besorgungen erledigen und Punkte auf dem Einkaufszettel durchstreichen. Shoppen macht Spaß und kann Menschen zum Kaufen von Dingen verführen, von denen sie vorher nicht einmal ahnten, dass sie existieren. Was heute wie die banalste Erkenntnis des Kapitalismus klingt, war Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine unerhörte, geradezu skandalöse Idee - zumindest in London.

Der Amerikaner Harry Selfridge (Jeremy Piven aus "Entourage"), ein Selfmade-Man mit breitem Zahnpastalächeln, hat sie dorthin mitgebracht: Er will einen luxuriösen Einkaufstempel eröffnen. In Londons besseren Kreisen löst sein Plan Schnappatmung aus, es wird getuschelt und ein Investor springt ab. Doch Selfridge lässt sich nicht stoppen - und bald strömen die ersten Kunden in sein Geschäft, das "Selfridges".

Lieben und leiden, träumen und lästern

In "Mr. Selfridge" geht es neben Harry Selfridge auch um viele andere Figuren, deren Schicksale mit dem Erfolg des Kaufhauses verknüpft sind: von der Accessoires-Verkäuferin über den Schaufenster-Dekorateur bis zum Showgirl, das zum Werbegesicht für "Selfridges" wird. Bei "Selfridges" wird aber nicht bloß gearbeitet und eingekauft, sondern auch geliebt und gelitten, geträumt und gelästert.

Eine Geschichte rund um ein britisches Edelkaufhaus kurz vor dem ersten Weltkrieg hat mit "The Paradise" gerade erst auch eine andere Serie erzählt. Der Unterschied: Das Kaufhaus "The Paradise" ist rein fiktiv, "Selfridges" in der Londoner Oxford Street gibt es bis heute. Die Gemeinsamkeit: Genau wie in "The Paradise" sind auch in "Mr. Selfridge" die eigentlichen Stars nicht die Schauspieler, sondern der pompöse Department Store und die zeitgemäßen Kostüme. Sogar die erste Original-Einrichtung des "Selfridges" wurde extra für die Serie nachgebaut.

Hübsch, aber unspektakulär

Doch so viel Mühe haben sich die Serienschöpfer nicht überall gemacht, etwa bei den Dialogen: Feingeistigen Witz und messerscharfe Pointen, verpackt in einer altmodischen Ausdrucksweise - so wie man es aus anderen britischen Kostümschinken kennt - das gibt es in "Mr. Selfridge" nicht, jedenfalls nicht in der ersten Folge. Wem eine hübsche Optik und eine einigermaßen unterhaltsame Story reichen, der kann sich mit "Mr. Selfridge" zwar bestimmt ganz ordentlich die Zeit vertreiben. Aber so revolutionär der echte Herr Selfridge für die Kaufhauswelt war, so vergleichsweise unspektakulär ist - zumindest im Auftakt - die nach ihm benannte Serie geraten.

"Mr. Selfridge" läuft ab dem 3. April immer donnerstags um 20.15 Uhr auf Sony Entertainment Television.


4

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein: