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Spielwiese // Onlinedating Liebe aus dem Netz

Das ganze Netz ist voll von Liebe! Denn im Internet kann man heute einen Partner suchen, Affären finden, seine Ehe retten - oder einfach nur seine Selbstverliebtheit ausstellen. Die Spielwiese verliebt sich diesen Monat digital.

Von: Ralph Glander

Stand: 18.07.2014

Onlinedating galt lange Zeit als die letzte Möglichkeit für skurille und wenig attraktive Nerds, irgendwie doch noch mal zum Zug zukommen. Davon kann längst nicht mehr die Rede sein. Das Business mit der Liebe aus dem Netz boomt und ist mittlerweile ein billionenschweres Geschäft. Singles kämpfen sich durch unübersichlich viele Dating-Plattformen, um den Partner fürs Leben zu finden - oder zumindest einen handverlesenen One-Night-Stand. Statistiken zufolge beginnen 30 Prozent aller jährlich neu geschlossenen Beziehungen im Internet. Und von 12 Millionen Singles in Deutschland sind rund 7,5 Millionen im Netz auf der Suche nach Zweisamkeit.

Das mag auch daran liegen, dass für jedes Geschmäckle etwas dabei ist: die Hipster klicken sich bei "OK-Cupid" durch die Profile, Normalos und Einsteiger bei "Finya", Fortgeschrittene bei "Elitepartner.de" oder "Parship.de". Bei diesem Angebot sollte doch eigentlich jeder den passenden Deckel für den Topf finden. Und sollte es doch mal nicht klappen, bleibt immer noch die Selbstverliebtheit mit Selfie, Selbstbeweihräucherung und Personenkult ums Ich - denn dafür hat das Netz eh schon immer genug Platz geboten.

Geschichtskunde der digitalen Liebe

Der Siegeszug der digitalen Liebe beginnt in den frühen 90ern. Anfangs bandelten die Suchenden in anonymen Chatrooms an. Dort konnte man schon verstärkt online flirten, daten und eventuell dann ganz analog Sex haben. Von da an ging es dann ganz schnell – denn lange dauerte es nicht, bis das Geschäft mit der Liebe aus dem Netz zum Massenphänomen und  billionenschweren Geschäft wurde.

Computerliebe vs. analoge Suche

Die Journalistin und Autorin Annabel Dillig hat es für ihr Buch "Diesen Partner in den Warenkorb legen" allerlei Onlinedating ausprobiert. Dafür befragte sie Experten, User und natürlich sich selbst. Uns hat sie erzählt, was Online-Dates von analogen Dates unterscheidet und warum man dafür auch immer mal wieder ein starkes Fell benötigt.

Die Herzkammer der digitalen Liebe

Eva-Maria-Müller und Marc Christian von "Friendscout 24" sagen, ihr Portal sei in Sachen Onlinedating mit über 200.000 aktiven Singles pro Tag der Marktführer in Deutschland. Klar - da mussten wir vorbeischauen. In der Herzkammer der digitalen Liebe haben wir uns erkundigt, wie man im Jahre 2014 eigentlich datet, flirtet und sich verliebt - und dabei gleich auch erfahren, wie Heiratsschwindler Singles auf der Suche nach Liebe reinlegen.

Paartherapie: Analog vs. digital

Die Liebe kann man also durchaus im Netz finden, wenn man viel Geduld aufbringt und dazu noch ein bisschen Glück hat. Und wenn die Beziehung irgendwann nicht mehr so richtig klappt, dann kann man sich dort auch helfen lassen. Bei der Online-Paartherapie muss man keinen Therapeuten in einer Praxis aufsuchen. Der Kontakt zu einem Psychologen erfolgt vor allem in schriftlicher Form. Heike Kaiser-Kehl von der Plattform "Die Online Psychologen" hat uns im Gespräch erklärt, was die Vorteile einer psychologischen Beratung mit Hilfe des Internets sind.

Spooner86: Ein Fakefilm so echt wie das Leben

Ein beliebtes Sub-Sub-Sub-Genre der romantischen Komödie ist die romantische Onlinedating-Komödie. Die meisten sind kitschig und öde. Unsere selbst zusammengesponnene Geschichte könnte allerdings zur Ehrenrettung des Genres beitragen. Wir präsentieren euch: "Spooner 86". In den Hauptrollen: Robin Löffel, ein Typ so hübsch wie hohl. Und Linda, eine hoffnungslose Schwärmerin.


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Nina, Samstag, 15.März, 21:09 Uhr

1.

Sehr unterhaltsame Sendung. Julia und Ralph finden sich doch eigentlich total gut oder?