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Fettnäpfchen-Hopping Niemand ist perfekt - auch nicht Lena Dunham

Lena Dunham hat schon Filme produziert, eine Serie erfunden und ein Buch geschrieben. Mit gerade mal 28. Klingt, als ob sie alles richtig macht. Stimmt aber nicht. Denn auch Lena Dunham tappt in Fettnäpfchen. Sogar ziemlich oft.

Von: Vanessa Schneider

Stand: 04.11.2014

1. Die weißen, privilegierten Girls aus Brooklyn

Diversity? Fehlanzeige: Der Cast von Lena Dunhams Serie "Girls" ist verdächtig hellhäutig

Nur ein Drittel der Brooklyner Bevölkerung ist weiß. Trotzdem sieht die Realität in der ersten Staffel von Lena Dunhams Serie "Girls" ganz schön hellhäutig aus. Schwarze? Latinas? Fehlanzeige. Und dann tauchte auch noch ein Casting-Gesuch von 2011 auf, in dem die Macher der Serie noch nach der passenden Besetzung für ein paar stereotype Charaktere suchten.

Im Interview mit NPR meinte Lena Dunham dazu:

"Something I wanted to avoid was tokenism in casting. If I had one of the four girls, if, for example, she was African-American, I feel like - not that the experience of an African-American girl and a white girl are drastically different, but there has to be specificity to that experience [that] I wasn't able to speak to."

Lena Dunham

Die Kritik hat sie sich offenbar zu Herzen genommen. Schon in der zweiten Staffel hat sie einige interessante, nicht weiße Charaktere eingeführt - und zusätzlich den unterschwelligen Rassismus der Girls-Protagonisten thematisiert.

2. Das retuschierte Vogue-Cover

Da war Photoshop involviert: Lena Dunham auf dem Cover der Vogue

Die etwas mopsige Lena Dunham auf dem Cover der Vogue ist an sich schon eine kleine Revolution. Und trotzdem brach nach der Veröffentlichung der Bilder im Januar 2014 ein Sturm der Entrüstung über Dunham ein. Denn die Bilder waren gephotoshoppt. Nicht, weil wir nicht wüssten, wie Lena Dunham wirklich aussieht. Sondern genau deswegen! Schließlich zeigt sie sich regelmäßig mit Cellulite und fettigen Haaren nackt im Fernsehen. Konsequent wäre es gewesen, so die Kritiker, wenn sie auch hier, auf dem Cover der wichtigsten Modezeitschrift der Welt, ein Zeichen gesetzt und darauf bestanden hätte, nicht retuschiert zu werden.

Im Interview mit Slate rechtfertigt sie sich:

"Vogue isn’t the place that we go to look at realistic women, Vogue is the place that we go to look at beautiful clothes and fancy places and escapism and so I feel like if the story reflects me and I happen to be wearing a beautiful Prada dress and surrounded by beautiful men and dogs, what’s the problem?"

- Lena Dunham

3. Die ausgebeuteten Aufheizer

Hat sich ziemlich über über ihr erstes Buch gefreut - die Lesereise lief dann leider nicht wie geplant

Das Buch war noch nicht mal draußen, da plante Lena Dunham schon die dazugehörige Lesereise. Und zwar keine normale, sondern ein richtiges Arts Festival, mit Performern, die sie im Netz dafür gecastet hat. Das Problem: Die sieben auserwählten Performer sollten gratis im Vorprogramm auftreten. Und das sieht bei einem Buchvorschuss von über 3,5 Millionen Dollar schon ziemlich seltsam aus.

Dabei hätte Lena Dunham es eigentlich schon aus eigener Erfahrung besser wissen können. Übrigens hat sie es sich dann doch noch anders überlegt - so heißt es zumindest in diesem Twitter-Post:

"As an artist raised by artists, no one believes more than I do that creators should be fairly compensated for their work. Some good points were raised and I've ensured that all opening acts will be compensated for their time, their labor and their talents."

@lenadunham

4. Die Doktorspielchen mit ihrer Schwester

Die umstrittene Stelle in Lena Dunhams Buch "Not That Kind Of Girl"

Kurz nach der Veröffentlichung ihres autobiographischen Buches "Not That Kind of Girl" beschuldigten zwei amerikanische, rechts-konservative Zeitungen Lena Dunham, ihre sechs Jahre jüngere Schwester sexuell missbraucht und belästigt zu haben. Dahinter steckt glücklicherweise nichts weiter als schlimme Wortverdreherei.

Die Zeitung bezieht sich mit ihrer Schlagzeile auf eine Stelle in Dunhams Buch. Darin berichtet Lena Dunham, wie sie als Siebenjährige die Geschlechtsorgane ihrer Schwester untersucht hat, um herauszufinden, ob sie so sind wie ihre eigenen. Außerdem habe sie mit den Mitteln eines - in ihren eigenen Worten - "Sex-Predators" (auf Deutsch in etwa: Triebtäter) um die Aufmerksamkeit ihrer Schwester gebuhlt.

Dunham und ihre Schwester haben sich beide bereits bei Twitter zu den Vorwürfen geäußert und sie für total absurd erklärt. Die Lesereise zu ihrem Buch hat Lena Dunham dann aber doch abgesagt.

Und was sagt uns das jetzt alles?

Die Fehltritte bedeuten vor allem eins: Nobody's perfect. Lena Dunham hat zwar Fehler gemacht, aber sie scheint aus ihren Fehlern lernen zu wollen. Und das muss man anerkennen. Hinzu kommt: Sie ist erst 28. Sie ist Autorin, Regisseurin, Produzentin, Schauspielerin und Vorbild für eine ganze Generation. Deshalb sind die Ansprüche an sie ja auch so hoch. Das Schöne ist aber doch: Wenn Lena Dunham all diese Fehler macht, müssen wir sie nicht mehr machen.


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