Jetzt Leave A Trace Chvrches

Info Die Band Chvrches aus Glasgow schraubt auch mit ihrem zweiten Album "Every Open Eye" (2015) weiter am Soundtrack für die sonntägliche Messe in der Hipster-Kirche. Zutaten: Breite Synthie-Pop-Wände und Lauren Mayberrys Stimme.


16

"Lammbock 2" 5 Gründe für die "Lammbock"-Fortsetzung

Erst der Facebook-Post von Moritz Bleibtreu, jetzt der Hinweis von Sönke Wortman: Anscheinend beginnen schon im September die Dreharbeiten für "Lammbock 2". Wenn der nur annähernd so wird, wie der erste Teil, wird das ganz groß.

Von: Hardy Funk

Stand: 30.07.2015

Szene aus Lammbock | Bild: picture-alliance/dpa

Mit einem schwarz-weiß-Foto auf Facebook hat Moritz Bleibtreu die Gerüchte um eine Fortsetzung von "Lammbock" angeschoben. Am Rande eines Open-Air-Kinoabends hat der damalige Produzent Sönke Wortmann dann angekündigt, dass er schon im September mit den Dreharbeiten für "Lammbock 2" beginnen möchte. Ziemlich überraschend das Ganze. Und ziemlich toll - wenn die Fortsetzung nur die fünf Dinge richtig macht, die "Lammbock" zum Kultfilm gemacht haben.

1) Die Sprüche

Kein anderer Film steckt so voller zitierfertiger Szenen wie "Lammbock": Im Grunde besteht der ganze Film nur daraus, wie sich zwei Typen, Kai und Stefan, in hochtrabenden Phrasen über (vermeintliche) Nichtigkeiten wie Silikonbrüste, Stilfragen oder Mehmet Scholl unterhalten. Heraus kommen Lebensweisheiten, ausnahmslos: "Die Coolness muss mehr so im Subtext mitschwingen" etwa, und "Der kleine Ich-bin-nie-zufrieden-Mann wohnt in deinem Kopf, weil du nie zufrieden bist mit dem, was du hast oder machst" oder "Wenn Sie glauben, ich kapituliere vor irgend so einem komischen Floristen-Kodex, dann haben Sie sich geschnitten, so geht man nicht mit Leuten um!" Und dann gibt es noch die Rumhänger Frank und Schöngeist, von denen vor allem Frank dank seines Tourette-Syndroms immer wieder sprüchemäßig glänzt: "Ey, Ihr Fotzen. Limbo! Scheiße!"

2) Die Provinz

"Lammbock" spielt in Würzburg. Die Szenen finden abwechselnd im Wald, auf mittelprächtigen Hauspartys und in der tristen Pizzeria, von der aus Kai und Stefan ihr Dope unter die Leute bringen, statt. Großstadtflair oder auch nur ein annehmbarer Club: Fehlanzeige. Kai und Stefan verkörpern perfekt beides, das Leiden und das Gefallen am kleinstädtischen Leben. Kai fühlt sich pudelwohl in seiner Welt, in der er so gut wie jeden Ort und jeden Menschen kennt. Stefan möchte nichts wie raus aus der Enge des Provinzlebens.

3) Die großen Fragen

Unter dem Kifferfilm verbirgt sich noch ein anderer Film: Und zwar der Film über lebenswichtige Fragen: Will ich einen sicheren Job oder doch meinen Traum verwirklichen? Ist immer noch Shittalk die Devise oder wird es langsam Zeit für substanziellere Gespräche? Soll ich einfach weiter in den Tag hinein Leben oder langsam mal an die Zukunft denken? Klassische Coming-of-Age-Fragen also. Und Fragen, die irgendwie immer aktuell bleiben. Am Ende von "Lammbock" sitzt Kai noch immer in der Pizzabude und vertickt weiter Gras. Stefan lässt die Jura-Prüfung sausen - mit der richtigen Dosis Understatement, versteht sich - und fliegt in die Karibik, um dort ein Strandcafé aufzumachen. Es wird spannend, wie diese Fäden wieder aufgegriffen werden.

4) Der Witz

"Lammbock" gelang etwas, was so gut wie keinem deutschen Film vorher oder seitdem gelungen ist: Witzig zu sein, ohne auf vorhersehbare Pointen zu bauen oder peinliche Klischees zu bedienen. Das liegt natürlich einerseits an den authentischen - durch Quentin Tarantino geschulten - Dialogen. Aber auch am großartigen Timing von Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz, die beide entweder eine ganz ähnliche Kiffer-Jugend durchlebt haben müssen, oder eben doch verdammt gute Schauspieler sind. Moritz Bleibtreu ist offenbar auch bei "Lammbock 2" wieder mit dabei. Von Gregorowizc weiß man bisher nichts. Entscheidend wird aber wohl auch sein, ob Christian Zübert, Regisseur und Autor des ersten Films, wieder das Drehbuch schreibt.

5) Ach ja... Kiffen

Große Fragen? Gute Schauspieler? Da war doch noch was... Klar, "Lammbock" ist natürlich zuallererst ein Kifferfilm. Wir verdanken ihm nicht nur die Popularisierung der Gras-Sorte "Zero Zero", sondern auch unvergessliche Szenen: Den schwarz-weiß-Trip von Stefan. Den Flashback von Stefan beim Dinner mit Verwandten. Die Paranoia kurz vor der Hanf-Ernte. Eigentlich jede Szene. Denn egal, was sie machen, Kai und Stefan zünden sich immer gerade einen Joint an. Zweifellos wird das auch in "Lammbock 2" wieder so sein. Hoffentlich mit neuen, unvergesslichen Szenen.


16