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TV & Serien // Gotham Ohne Cape. Ohne Kapuze.

Batman, der vielleicht coolste aller Superhelden, hat jetzt ein Serien-Prequel: Das spielt in Gotham City, Jahre bevor ein Milliardär im Fledermauskostüm dort Verbrecher jagt. Aber kann eine Batman-Serie ohne Batman funktionieren?

Von: Juliane Frisse

Stand: 03.02.2015

Serie "Gotham" | Bild: Fox / ProSiebenSat.1 Media AG

Gotham City ist ein übles Pflaster. Das Verbrechen regiert, die Polizei ist korrupt. Wer Glück hat, der wird von einem Taschendieb nur um Portemonnaie und Milch erleichtert. Wer Pech hat, der wird wegen eines belegten Sandwichs erstochen - oder er wird wie der 10-jährige Bruce Wayne auf dem Heimweg vom Kino zum Waisen. Ein Straßenräuber erschießt seine Eltern, nur den Sohn lässt er am Leben.

In den Fußstapfen von Christopher Nolan

Dieser Überfall ist zentral für den Mythos Batman. Es ist das Schlüsselereignis, das den Milliardärssohn Bruce Wayne dazu motivieren wird, sich eines Tages ein Fledermauskostüm überzustreifen und den Kampf gegen das Verbrechen aufzunehmen. Die Geschichte vom Superhelden ohne Superkräfte ist unendlich oft erzählt worden, in Comics, im Fernsehen und im Kino, von Tim Burton und natürlich von Christopher Nolan.

Alte Bekannte aus dem Batman-Universum

In der Serie "Gotham" ist der Doppelmord an Bruce Waynes Eltern dagegen vor allem der zeitliche Ausgangspunkt. Hier setzt die Handlung ein, die Geschichte spielt also viele Jahre bevor Wayne zum Superhelden wird. Batmans spätere Gegenspieler wie Catwoman und der Pinguin streifen bereits als jüngere Versionen ihrer selbst durch die Stadt. Auch schon da ist ein junger Cop namens James "Jim" Gordon (Ben McKenzie). Er hat gerade erst beim Gotham City Police Department angefangen. Gordon ist ein aufrichtiger Typ, der ehrliche Polizeiarbeit leisten will. Bei seinem moralisch flexibleren Partner, der sich mit den Realitäten Gothams längst arrangiert hat, kommt dieser Idealismus nicht so gut an.

Ein bisschen Krimi, ein bisschen Comic

"Gotham" ist eine Krimiserie über eine Stadt, die von innen verrottet und verfault. Serienerfinder und Showrunner Bruno Heller hat sich viel vorgenommen: In jeder Folge taucht ein neuer Kriminalfall auf, gleichzeitig will er die Batman-Fans glücklich machen und das düstere Panorama von Gotham zeichnen. Insgesamt klappt das eigentlich ganz gut. "Gotham" könnte aber noch so viel besser sein, wenn die Geschichte nicht von Fall zu Fall hasten würde - und wenn die Dialoge nicht immer wieder vor Kitsch und Pathos triefen würden.

Mit Christopher Nolans grandioser Batman-Trilogie kann "Gotham" deshalb zwar nicht mithalten. Aber eine Batman-Serie zu machen ohne den wahrscheinlich coolsten aller Superhelden, das muss man sich auch erst einmal trauen. Und das ist den mutigen Serienmachern rund um Bruno Heller auch definitiv gelungen. Denn Batman vermisst man in "Gotham" nicht einen Augenblick lang.

Die erste Staffel von "Gotham" läuft seit dem 29. Januar 2015 donnerstags um 20.15 Uhr auf dem Pay-TV-Kanal ProSieben Fun. Im Free-TV ist Gotham außerdem bald immer dienstags zu sehen. Am 10. Februar um 21.45 Uhr läuft die erste Folge von "Gotham" auf ProSieben.


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