0

Games // Life is Strange Wenn ich das nur rückgängig machen könnte!

Was wäre, wenn man Entscheidungen im Leben rückwirkend ändern könnte? Wie wäre dann alles verlaufen? Besser oder schlechter? Im Adventure "Life is Strange" kann man das ausprobieren. Die Protagonistin kann die Zeit manipulieren.

Von: Franz Liebl

Stand: 06.02.2015

Interaktive Filme und Serien sind Games, die einem kaum noch klassische Fingerfertigkeiten am Joypad abverlangen oder knifflige Rätsel stellen. Stattdessen wird das interaktive Erleben ihrer Geschichte in den Mittelpunkt gestellt. Das Prinzip: Statt den Krimi anschauen, den Krimi spielen. Inklusive der Möglichkeit, die Story an vom Drehbuch ausgesuchten Stellen durch eigene Entscheidungen in unterschiedliche Richtungen laufen zu lassen. Bei interaktiven Serien erscheinen wie bei einer Fernsehserie nach und nach die einzelnen Folgen, bis die Geschichte abgeschlossen ist. Inklusive Cliffhanger, folgenübergreifender Geschichte und gespanntem Warten auf die nächste Folge. Gerade ist die interaktive Serie "Life is Strange" gestartet, es wird fünf Folgen geben, jede davon etwa zwei bis drei Stunden lang.

Max kann die Zeit manipulieren

Hauptfigur Max ist 18, eingeschrieben an einer Kunstschule und hat sich selbst noch nicht gefunden. Sie ist eher der ruhige Typ, ein wenig nerdy, zwar eine begabte Fotografin, aber sich ihres Talents nicht ganz sicher. Ihr Lehrer, ein ehemaliger Top-Fotograf, ist dafür sehr sicher - was ihre Klassenkameradin Viktoria zu ihrer größten Rivalin macht. Die ist eine arrogante Intrigantin und macht Max aus Eifersucht das Leben zur Hölle. So weit, so normal. Eines Tages hat Max einen bösen Tagtraum und kann nach dem Aufwachen plötzlich die Zeit zurückdrehen. Ihr Leben stellt sich komplett auf den Kopf.

"Mit großer Macht kommt große Verantwortung." In "Life is Strange" kriege ich diese uralte Superhelden-Weisheit einmal ganz anders erzählt. Und das finde ich super. Hier geht es nämlich nicht um die Rettung der Menschheit gegen eine galaktische Bedrohung. Die Verantwortung liegt im Kleinen und wird dadurch umso nachvollziehbarer. Ich laufe durch eine Kleinstadtwelt, die Superkraft in mir, und fange sofort an, die Fähigkeit zu meinem Vorteil auszunutzen. Ich drehe ein Gespräch mit dem Schulleiter so oft zurück, bis mir seine Antworten passen. Ich räche mich an Viktoria. Ich manipuliere Mitschüler.

Butterfly-Effekt in zukünftigen Folgen

Das alles hat Auswirkungen auf die Story. So richtig spürbar sind die in der ersten Episode noch nicht. Die Entwickler aber versprechen einen regelrechten "Butterfly Effekt" im Lauf der Serie, also dass eine winzige, scheinbar unwichtige Entscheidung später noch extreme Folgen haben kann. Was ich aber jetzt schon sehr stark spüren kann, ist ein ungutes Gefühl in der Magengegend: Ist das richtig, was ich hier mache? Sollte ich nicht lieber mit gutem Beispiel vorangehen? Sollte ich nicht lieber ehrlich sein statt manipulativ? "Life is Strange" spielt mit genau diesen Fragen, und das lässt Großes für diese Geschichte hoffen.

Das Einzige, was mir nicht gefällt: Wenn mir schon so große Macht gegeben wird, dann möchte ich sie auch einsetzen können, wann ich will. Das ist aber leider nicht immer im Spiel möglich. Trotzdem hat mir die erste Folge von "Life is Strange" Lust auf mehr gemacht.

Life is Strange (Square Enix // für PC, PS3, PS4, Xbox 360, Xbox One // USK: ab 12)


0

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein: