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Games // Framed Schaffe es ans Ende der Comicseite!

Puzzlegames gibt es wie Sand am Meer. Welche, die auf Verschieberätsel setzen erst recht. Der Comicpuzzler "Framed" sticht da definitiv hervor. Mit einer selten guten Idee.

Von: Franz Liebl

Stand: 23.11.2015

Was für eine selten gute Idee für ein Puzzlegame! In "Framed" muss ich es mit meiner Figur ans Ende einer Comicseite schaffen. Dafür muss ich die einzelnen Bilder neu anordnen oder sie drehen. Das ist schon das ganze Konzept hinter "Framed". Im Mittelpunkt der Krimi-Story steht ein mysteriöser Koffer. Mit dem ergreife ich im ersten Bild die Flucht. Polizisten sind mir hinterher. Wobei hinterher eher beschönigend ist. Sie stehen an Türen, hinter Ecken, in Zugabteilen, an Straßenecken oder auf Feuerleitern. Sie sehen immer in eine Richtung und werden sich nie umdrehen, auch nicht, wenn ich ihnen ins Ohr schreien würde. Laufe ich ihnen ins Blickfeld muss ich die jeweilige Comicseite von vorne beginnen.

Trial and Error alleine reicht nicht

Aber wäre die Polizei hier intelligenter, würde "Framed" nicht mehr funktionieren. Das hier ist ein simples Verschiebepuzzle: Heißt, ich ordne den Weg so an, dass die Figur durch das Labyrinth kommt. Trial and Error führt da anfangs, wenn man zwei bis drei Bilder versetzen muss, durchaus zum Erfolg. Sobald aber 8 Bilder gedreht und neu angeordnet werden müssen, muss man sein Hirn auf jeden Fall einschalten. So etwas habe ich noch nie gespielt. Sehr frisch fühlt sich das an.

Tolle Storyabschnitte sind leider viel zu selten

Ob "Trial and Error" oder nicht macht das fett Bock! Alleine, dass die Figuren sehr geschmeidig durch den stylischen Noir-Stil laufen, macht auf dem kleinen Handydisplay schon was her. Bisschen Bilder rumschieben. Ein wenig nachdenken. Ein perfektes Handygame für zwischendurch. Was ich mir aber noch mehr gewünscht hätte, sind Storyszenen wie diese: Ich sitze in einem Diner mit einer Frau. Ich schiebe das Bild mit dem Feuerzeug vor das Bild mit der Kippe und zünde sie mir so an. Danach drehe ich das Bild mit dem Morphiumfläschchen. Ein Tropfen fällt in einen Kaffee. Ich denke mir noch: Warum sollte ich die Frau betäuben? Dann ändert sich das nächste Bild: Ich klappe zusammen. Die Frau hat mich betäubt. Jetzt schnappt sich die Frau den Koffer und ich spiele mit ihr weiter. Wie gesagt, solche Szenen gibt es viel zu selten. Trotzdem bleibt "Framed" außergewöhnliches Puzzlegame. Sehr schön!

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