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Jetzt She The Blaze

Info Das Pariser Duo The Blaze steckt nicht nur viel Liebe und Arbeit in seine atmosphärische Musik. Die Videos zu den Songs sind wie kleine Filme. Das begeistert auch Regisseure wie Romain Gavras und Barry Jenkins (Moonlight).


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Ferienlektüre Fünf Bücher für einen geilen Sommer

Am Pool, beim Campen, im Bett. Im Sommer tun wir es überall: die Bücher aufschlagen. Damit ihr euer Freigepäck nicht für einen langweiligen Wälzer verballert, sind hier fünf Empfehlungen, die wirklich mit müssen.

Von: Jasmin Körber

Stand: 11.07.2016

Am Pool: "Gonzo Girl" von Cheryl Della Pietra

Nach ihrem Abschluss in kreativem Schreiben war Cheryl Della Pietra einige Monate die persönliche Assistentin von "Fear and Loathing in Las Vegas"-Legende Hunter S. Thompson. Ihre Erinnerungen hat Della Pietra in ein Buch gepackt. Die weibliche Hauptfigur soll dem Starautoren dabei helfen, seinen neuen Roman fertigzustellen. Aber der Hunter S. Thompson in Della Pietras Buch macht so ziemlich alles – Drogentrips schmeißen, im Pool seiner Proll-Villa abhängen, ein sexistisches Arschloch sein – nur nicht schreiben.

Zwischen den Zeilen:

"Gonzo Girl" ist ein Buch über Feminismus und die Frage, wie viel man für einen Traum aufgeben will. Klingt nach schwerer Kost, liest sich aber nie so, dank kübelweise sarkastischem Witz.

Das perfekte Buch für...

... alle, die nach den großen Ferien noch nicht wissen, was sie machen sollen. Pro-Tip: Garantiert nicht Assistentin eines durchgeknallten Schriftstellers werden.

Beim Campen: "Wytches" von Scott Snyder

Sailor ist 13 Jahre alt und gerade mit ihren Eltern umgezogen. Nur hat Sailor ein kleines Problem: sie sieht "Wytches" – also Hexen. Die Wytches im Comic sind aber keine normalen Hexen, sondern spirrelige, lange hagere Baumwesen, die in den Wäldern von Neu England leben. Sie verfolgen Sailor – und haben auch allen Grund dazu.

Zwischen den Zeilen:

"Wytches" ist ein krasser Comic irgendwo zwischen Horror und Mystery. Das Besondere: die Bilder und Stimmung von "Wytches" sind unschlagbar. Nicht umsonst zählt sogar Horrorautor Stephen King zu den Fans des Comics.

Das perfekte Buch für...

... Gänsehaut-Fetischisten, die darauf stehen, wenn ihnen an einem lauen Sommerabend im Wald ein kalter Schauer über den Rücken läuft.

Am Fenster: "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

Jules und seine beiden Geschwister Marty und Liz haben eine schwierige Kindheit: Ihre Eltern sterben bei einem Autounfall. Die Kinder kommen ins Internat. Kapitelweise zeichnet Benedict Wells in mehreren Rückblenden das Leben der Geschwister nach. Und denkt dabei über die ganz großen Fragen nach. Nämlich: Warum bin ich der, der ich bin? Und ist es schon Glück, wenn ich nicht unglücklich bin?

Zwischen den Zeilen:

"Vom Ende der Einsamkeit" ist Familienroman, Liebesgeschichte, bei seiner ganzen Weisheit fast schon Lebensratgeber – und vor allem ein Buch, dessen 355 Buchseiten schneller ausgelesen sind als einem lieb ist.

Das perfekte Buch für...

... Melancholiker, die ab und an einfach keine Lust auf Gute-Laune-Sommer haben.

Auf Reisen: "Am Ende bleiben die Zedern" von Pierre Jarawan

Als er drei Jahre alt war, sind die Eltern von Pierre Jarawan mit ihm vor dem Libanonkrieg nach Deutschland geflohen. Davon inspiriert, hat der Poetry Slammer "Am Ende bleiben die Zedern" geschrieben. In dem Buch verschwindet der Vater von Hauptperson Samir genauso überraschend wie spurlos. Ist er zurück in den Libanon? Lebt er überhaupt noch? Jahre vergehen ohne Antworten. Dann – fast 25 Jahre später – rafft Samir sich auf. Er reist in den Libanon und sucht ihn. Und stückchenweise kommt die Wahrheit über Samis Vater ans Licht.

Zwischen den Zeilen:

"Am Ende bleiben die Zedern" ist nicht nur eine mitreißende Detektivgeschichte – das Buch ist auch ein spannender Abriss des Libanonkrieges und ein Kommentar auf die immer noch aktuelle Flüchtlingskrise. Denn ganz nebenbei, und geschickt in Samirs Geschichte eingewoben, erzählt Pierre Jarawan, wie es ist, als Flüchtlingskind in Deutschland aufzuwachsen.

Das perfekte Buch für...

… alle, die den Sommer über was lernen wollen, ohne wie wild zu büffeln.

Im Bett: "Die Punkte nach dem Schlussstrich" von Laura Lackmann

Hauptfigur Luzy kann nicht alleine sein. Seit 15 Jahren ist sie "Berufsfreundin". Egal ob der Typ Apollo, Peter oder Jonas heißt – Luzy gibt sich für jeden ihrer Freunde so übertrieben auf, dass von ihr nichts mehr übrig bleibt. Das weiß Luzy zwar selbst, sie kann aber nichts dagegen tun.

Zwischen den Zeilen:

"Die Punkte nach dem Schlussstrich" ist eigentlich eine gruselige Dystopie: Was würde passieren, wenn wir alle Beziehungsratgeber ernst nehmen würden? Wenn wir gelernt hätten, wie man die perfekte Freundin spielt? Und es dabei einfach ein bisschen übertreiben? "Mängelexemplar"-Regisseurin Laura Lackmann beschreibt Luzys Beziehungen so übersteigert, dass das nur Satire sein kann. Hoffentlich.

Das perfekte Buch für...

… alle, denen die typischen Sommerschmonzetten à la "Kriegen-sie-sich-oder-nicht" zu platt sind.


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