Jetzt Surprise Lilly Among Clouds

Info Kaum vorstellbar bei dieser Stimme - aber lange Zeit hat sich Lilly Among Clouds aus Würzburg gar nicht auf die Bühne getraut. Davon ist nichts mehr zu sehen - 2019 nahm sie mit "Surprise" am Vorentscheid zum ESC teil.

Der nächste Doctor Who ist eine Frau Und wo bitte soll da jetzt ein Problem sein?!

Himmelherrgott, was ist das Geschrei wieder groß! Der nächste Doctor Who wird von einer Frau gespielt. Sodom und Gomorra! Und logisch ist das erst recht nicht, zetert das Netz. Echt jetzt? PULS Autorin Schlien Schürmann mit einem Plädoyer fürs Nachdenken.

Von: Schlien Schürmann

Stand: 17.07.2017 | Archiv

Jodi Whittaker als Doctor Who | Bild: BBC

Habt ihr die Erschütterung der Macht auch gespürt? Über ein Facebook-Video wurde der neue "Doctor Who"-Darsteller enthüllt. Und guess what? Es ist Jodi Whittaker! Also die Mutter des Jungen aus "Broadchurch", einer anderen großartigen britischen Serie. Eine fantastische Schauspielerin! Aber eben auch – ALARM! – eine Frau. Die Kommentare unter dem Video hätten mich jetzt eigentlich nicht sonderlich überraschen sollen. Und trotzdem stößt es mir säuerlich aus der Magengegend auf, als ich den Shitstorm entdecke. Ein – noch ziemlich freundlich formulierter – Kommentar lautet so:

"I'm sure she's a lovely actress but the Doctor has and always was a male. It makes not a jot of sense for him to change gender."

- Kommentar auf Facebook

Und ich denke mir so: Ähm… hat diese Person wohl schon mal eine Folge "Doctor Who" gesehen?! “It makes no sense”?!

Lasst uns kurz mal drüber nachdenken, ob es logisch Sinn ergibt, dass der Doctor jetzt eine Frau sein soll. Doctor Who ist bekanntermaßen ein Timelord. Ein Alien. Der durch Zeit und Raum reist. Das heißt, er besucht mit der Tardis - einem Raumschiff, das als Polizei-Notrufzelle aus den 1960er-Jahren getarnt ist - nicht nur fremde Planeten, sondern springt auch in den Paralleluniversen umher wie ein Flummi auf LSD. Dabei bekämpft er andere Aliens wie die Daleks, die wie extrem matschige Kraken aussehen, die sich in einem Panzer in der Form eines übergroßen Salzstreuers verstecken. Oder Raxacoricofallapatorianer - besser bekannt als die Slitheen - die sich mit der Haut getöteter Menschen tarnen und ständig furzen. Um nur zwei der zahlreichen Widersacher des Doctors zu nennen.

Und dann war da ja noch die Sache mit der Regeneration

Ach ja! Und dann gibt es den Doctor ja nun auch schon seit 1963 als Serie. Immer mit dem gleichen Darsteller? Nein, natürlich nicht. Denn der Doctor kann insgesamt zwölfmal "regenerieren". Das heißt, immer wenn der Doc verletzt wird und an diesen Verletzungen sterben könnte, heilt er, indem er sein Aussehen verändert. Geboren wurde diese Idee aus der Not heraus, als der erste Doctor-Who-Darsteller William Hartnell während der Dreharbeiten krank wurde und ersetzt werden musste. Aber das nur nebenbei. Viel wichtiger ist: Seit Beginn der Serie gab es jetzt schon zwölf verschiedene Darsteller. Ist die kommende Regeneration dann also seine letzte? Wieder nein, denn durch einen praktischen Riss im Universum wurde dem Timelord erst kürzlich ein weiterer Zyklus von zwölf Regenerationen gewährt.

So. Wo waren wir? Ach ja, bei der Logik. Nun, also nochmal die Frage: Ist es in diesem Serien-Universum denkbar, dass der Doctor plötzlich weiblich ist? Ich kann ehrlich gesagt keinen einzigen Hinweis darauf finden, dass das in die Logik der Serie nicht eingeflochten werden sollte. Ich kann allerdings feststellen, dass einige "Doctor Who"-Fans offenbar völlig außerstande wären, auch nur eine einzige absurde Reise mit der Tardis zu überleben. Allons-y!