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Info Das Sextett L'Impératrice ist aus der Unzufriedenheit des Musikjournalisten Charles de Boisseguin entstanden. Wer über Musik meckert, muss auch mal selber ran! Von 70er Space-Disco bis 90er Synth-Pop bieten die Pariser einiges.

Streamingtipps für die Feiertage Diese deutschen Serien sind besser als jeder Geschichtsunterricht

Ein Trend geht um in der deutschen Serienlandschaft: Historische Serien. Klingt so mittel. Aber diese Serien haben es in sich, ganz ohne Schmarrn zu erzählen. Einige von ihnen werden sogar international gefeiert.

Von: Verena Fücker

Stand: 30.09.2017 | Archiv

Szene aus der Serie "Deutschland '83" | Bild: RTL

Ku‘damm 56 und Ku‘damm 59

Berlin 1956 auf der West-Berliner Prachtmeile Kurfürstendamm: Die drei Schwestern Monika, Helga und Eva tanzen sich durchs Leben in der familieneigenen Tanzschule. Immer unter den Augen ihrer konservativen Mutter Caterina. Jede Schwester hat so ihre eigenen Probleme. Monika soll den Mann heiraten, der sie vergewaltigt hat. Helga will die perfekte Hausfrau sein und kann ihren Mann trotzdem nicht glücklich machen, weil er schwul ist. Und Eva? Sie liebt einen Fußballspieler – der verheiratet ist. Skandal!

Zeitsprung in die zweite Staffel: Hier treffen wir die Schwestern Ende der 50er wieder. Deutschland erholt sich langsam vom Zweiten Weltkrieg – das Leben wird ganz schön bunt, aber irgendwie wirkt alles wie die perfekte Filmkulisse. Hauptsache, der schöne Schein bleibt gewahrt.

Darum lohnt sich die Zeitreise

Die Ku‘damm Staffeln machen extrem viel Spaß. Das fängt mit der Musik an: Der Rock’n’Roll der 50er ist die treibende Kraft. Die drei Töchter wollen angestaubte Ideale abschütteln – und hören dann doch immer wieder auf ihre Mutter. Und wir können ihr Leben gleich zwei Staffeln lang verfolgen. Coming Of Age trifft Generationskonflikte.

"Ku‘damm 56" ist bei Netflix im Stream, "Ku‘damm 59" in der ZDF Mediathek.

Charité

Berlin, 1888, Krankenhaus Charité. Es ist die Zeit bahnbrechender Entdeckungen der Medizin. Robert Koch forscht an einem Heilmittel für Tuberkulose. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Parallel dazu wird das mittellose Kindermädchen Ida in die Klinik eingeliefert. Um für ihre Behandlung bezahlen zu können, fängt sie an, in der Charité als Hilfswärterin zu arbeiten. Ihr Interesse für Medizin wächst, aber zu dieser Zeit können Frauen in Deutschland noch gar nicht Medizin studieren.

Darum lohnt sich die Zeitreise

Blut, Gedärme, eiternde Wunden: Das ist das Umfeld, in dem die Mini-Serie "Charité" spielt. Wer die amerikanische Serie "The Knick" von Regisseur Steven Soderbergh gefeiert hat, wird auch "Charité" mögen. Keine Angst, diese Serie ist keine zweite "Schwarzwaldklinik", obwohl die Liebe natürlich nicht zu kurz kommt. "Charité" ist so spannend, weil Eingriffe, die für uns heute stinknormal sind wie zum Beispiel der Kaiserschnitt, damals ungewöhnlich, neu und gefährlich waren. In "Charité" werden selbst einfachste Eingriffe zu purem Nervenkitzel. Eine zweite Staffel ist übrigens schon in der Mache.

Die erste Staffel "Charité" gibt`s bei Amazon, iTunes und im Google Play Store.

Deutschland 83

Braunschweig, Bonn, Kleinmachnow, 1983 – mitten im Kalten Krieg. Der 24-jährige Moritz ist Oberleutnant bei der Bundeswehr in Braunschweig. Eigentlich heißt er aber Martin und kommt aus der DDR. Von der Stasi hat er den Auftrag, seinen Vorgesetzten, den Bundeswehrgeneral auszuspionieren. Die Mission: den Sicherheitsbericht der NATO besorgen.

Darum lohnt sich die Zeitreise

"Deutschland 83" ist trotz des ernsten Inhalts teilweise wirklich lustig: Zum Beispiel, wenn die Stasi geheime Daten nicht in Akten findet, sondern nur auf einer Diskette - und damit nichts anfangen kann. Die Geschichte der Digitalisierung, der Friedensbewegung und der 80er-Jahre-Popkultur, das alles wird ganz entspannt nebenbei erzählt. Auch hier wird an einer neuen Staffel gearbeitet.

"Deutschland 83" gibt's bei Amazon Prime im Stream.

Tannbach - Schicksalsjahre eines Dorfes

Tannbach, ein Dorf in Franken, zwischen 1945 und 1990. Das idyllische Örtchen war fast vierzig Jahre lang geteilt: Erst durch einen Zaun, dann durch eine Mauer - nach dem Zweiten Weltkrieg aufgeteilt zwischen der Sowjetunion und den USA. Im Mittelpunkt der Serie steht die Grafenfamilie von Striesow. Deren Ländereien werden enteignet, als Vater Georg gerade im Gefängnis sitzt, vermutlich wegen Kriegsverbrechen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn jede Familie in Tannbach hat so ihre eigenen Probleme.

Darum lohnt sich die Zeitreise

"Tannbach" basiert auf der wahren Geschichte des Örtchens Mödlareuth. Noch heute liegt es zur einen Hälfte in Bayern und zur anderen in Thüringen, vorher wurde es durch die Mauer geteilt. Die Serie wagt sich an die ganz großen Fragen: Wie geht man nach dem Krieg mit Nazis um? Welche ist die bessere Ideologie, Kommunismus oder Kapitalismus? Und wie wird man erwachsen, wenn die Welt um einen herum gerade zerbricht?

 "Tannbach"  könnt ihr bei Maxdome kaufen oder leihen.

Sendung: Plus1 vom 31.03.2018 ab 14 Uhr.