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TV & Serien // Breaking Bad Drei Gründe für spätes Breaking Bad-Gucken

Die Kultserie "Breaking Bad" um den kranken Chemielehrer und Drogenkoch Walter White ist vorbei. Für alle, die noch nicht angefixt wurden: Drei Gründe, warum es sich immer noch lohnt, bei "Breaking Bad" einzusteigen.

Von: Juliane Frisse

Stand: 24.09.2013 | Archiv

Bryan Cranston als Walter White in "Breaking Bad" | Bild: Frank Ockenfels/AMC/Sony Pictures Television Inc. / picture alliance / dpa

Unter uns: Es dauerte ein paar Folgen, bis mich "Breaking Bad" gefangen hatte. Anfangs blieb ich nur dran, weil ich Aaron Paul alias Jesse Pinkman alias Der-völlig-verplante-Kleindealer irgendwie niedlich fand. Ja genau, den Slackertypen mit dem Tribal-Tattoo auf der Hand und dieser ganz besonders elaborierten Ausdrucksweise - Yo, bitch!

Grund Nummer 1: Ästhetikporno in der Wüste

Attraktive Schauspieler wie Aaron Paul gibt es in jedem Film und jeder Serie. Zum Glück habe ich dann schnell gemerkt, dass auch "Breaking Bad" selbst verdammt gut aussieht. Die Serie ist ein wahrer Ästhetikporno: Da flimmert die Hitze in der Wüste New Mexicos, da sind ungewöhnliche Perspektiven, da ist die detailverliebte Ausstattung. Das pappkulissen-artige Büro des Anwalts Saul Goodman erinnert daran, was für ein halbseidener Winkeladvokat er ist. Und der fast gänzlich violette Kleiderschrank von Polizisten-Ehefrau Marie daran, dass sie eigentlich immer noch ein kleines Mädchen ist.

Es macht Spaß, all die Referenzen und Symbolik in "Breaking Bad" zu entdecken. Denn selbst die kleinsten Details sind mit Bedeutung aufgeladen, längst nicht nur die visuellen: Nachdem die Hauptfigur Walter White ein Kind mit Maiglöckchen vergiftet hat, pfeift er noch Folgen später den Queen-Song "Lily of the Valley". Auf Deutsch: Maiglöckchen.

Grund Nummer 2: Die Entwicklung der Hauptfigur  

Bei Walter White hat es im Gegensatz zu Jesse "Yo, bitch" Pinkman etwas gedauert, bis ich mit ihm warm wurde. Aber dafür halten sich die Sympathie und das Verständnis für Walt umso hartnäckiger - und sehr viel länger, als man das eigentlich möchte. Erst ist der krebskranke Walter White eine durch und durch mitleiderregende Existenz. Seinen Einstieg ins Drogengeschäft, um seine Familie nach seinem Tod versorgt zu wissen, kann man nachvollziehen. Doch als er sich nach und nach in den Meth-Baron Heisenberg verwandelt, will man das irgendwann nicht mehr. Seine Arroganz, seine Geldgier, die Kaltblütigkeit, mit der er sein engstes Umfeld manipuliert: Walter White wird zu einem Monster. Trotzdem kann man ihn nicht aus voller Überzeugung hassen. Auch das macht "Breaking Bad" so faszinierend.

Grund Nummer 3: Kein Happy End, für niemanden

Bei Breaking Bad flimmert die Hitze: Skyler und Walter (re.) in der Wüste

Gerade wegen seines Antihelden ist "Breaking Bad" eine moralische Serie. Das kann man hassen - oder man kann es lieben. Serienschöpfer Vince Gilligan sagte in einem Interview, dass er an Karma glaubt. Wenig überraschend also, dass in "Breaking Bad" alle Entscheidungen irgendwann Folgen haben. Das macht die düstere Serie zu einem konsequenten, fast schon religiösen Plädoyer für das Gute. Und gibt uns als Zuschauern zumindest eine Gewissheit: Es wird furchtbar enden.


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