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Gesichtserkennung per App Ein Facebook-Profil finden, mit nur einem Foto? Geht!

Kann Gesichtserkennung so viel? - Ein Facebook-Profil anhand eines Fotos finden? Das verspricht zumindest die App Facezam. Gruselig. Dann kam raus: sie existiert nicht! Technisch wäre das aber möglich - und wird schon genutzt.

Von: Gloria Grünwald

Stand: 24.03.2017 | Archiv

Gesichtserkennung | Bild: BR

Wer erinnert sich noch? Ein paar Jahre ist es her, da sind Facebook-Seiten mit anonymen Flirtnachrichten an deutschen Unis durch die Decke gegangen: der Spotted-Hype.

Was hätten die verzweifelt Suchenden damals wohl gegeben für die Facezam-App. Einfach heimlich ein Foto des Objekts der Begierde schießen, in der App hochladen und schon spuckt ein Algorithmus den Namen der Person aus – samt Facebook-Profil.

Aber zu früh gefreut: die App gibt es nicht wirklich! Alles Fake. Eine Marketing-Agentur aus London hat sie erfunden. Sie wollte sich selbst mit dem "geilen, neuen Lifestyle-Produkt" vermarkten und Kunden weltweit auf sich aufmerksam zu machen. Aufmerksamkeit hat die Agentur bekommen – wenn auch wenig positive. Viel scharfe Kritik kam von Internet-Usern und auch von Facebook selbst. Schließlich wäre mit einer App wie Facezam die Privatsphäre im Netz futsch!

Rein technisch wäre eine App wie Facezam möglich

Aber warum sind reihenweise User und sogar große Medien auf die Meldung reingefallen? Vielleicht, weil der Gedanke gar nicht so abwegig ist? Daniel Merget forscht an der TU München im Bereich Mensch-Maschine-Kommunikation und sagt, die technische Basis für so eine App wäre längst da:

"Wir haben heutzutage schon die Mittel, so eine hohe genaue Genauigkeit zu erreichen, dass wir auch unter hundert Millionen von Nutzern relativ eindeutig jemanden identifizieren können. Wenn man dann noch GPS-Daten zum Zeitpunkt der Bildaufnahme hinzuziehen würde, dann könnten wir die Identität einer Person noch genauer bestimmen. Wahrscheinlich wird das sogar schon gemacht – nur eben nicht in der Öffentlichkeit."

Daniel Merget, TU München

Und tatsächlich verwendet Facebook selbst – wen wundert es – schon lange Gesichtserkennungsalgorithmen, zum Beispiel für die automatische Photo-Tagging Funktion, die in Europa aus Datenschutzgründen auch schon mal gestoppt wurde. Im Moment scheitert eine App wie Facezam aber laut eigener Aussage an den Privatsphäreeinstellungen von Facebook – die erlauben externen Firmen nämlich keinen Zugriff auf die gesamte Facebook Foto-Datenbank.

Aber was wäre, wenn? In Russland gibt es die App FindFace – die ist mit dem russischen, sozialen Netzwerk VKontakte verknüpft und kann dort auf öffentlich gepostete Fotos zugreifen. Nutzer haben die App dafür missbraucht, um die privaten Social Media Profile von Pornodarstellerinnen aufzuspüren. Die haben sich sicher riesig gefreut – nicht.

EU-Datenschutz verhindert Big-Brother-Apps

Immer und überall identifiziert und gefunden werden zu können, das ist nicht nur ein Scheißgefühl, sondern in Europa zum Glück auch illegal. Laut EU Datenschutz-Gesetz darf nur identifiziert werden, wer einer Verwendung seiner Daten vorher zugestimmt hat. Kann ich also weiter fröhlich-sorglos meine Fotos auf Facebook posten?

"Das Problem ist einfach, dass viele Menschen unterschätzen, was Daten preisgeben, und dass wir auch noch nicht den gesetzlichen Rahmen zur Verfügung haben, um das alles abzudecken. Wir versuchen im Moment Gesetze anzuwenden, die nie dafür geschaffen wurden. Wir brauchen eine eigene Gesetzstruktur, die mit solchen Fällen umzugehen weiß."

Daniel Merget, Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Kommunikation

Neue Gesetze sind die eine Sache, vor allem aber brauchen auch wir selbst ein besseres Gespür für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Daten.