Jetzt Contact Us Dillon

Info Manche Künstler schaffen es, besonders zu sein, gerade weil sie es nicht krampfhaft versuchen. Die Wahlberlinerin Dillon ist das beste Beispiel. "Contact Us" lässt sich nur mit zwei Worten beschreiben: atemberaubend hypnotisch.

Weibliche Stimmen von Sprachassistenten Warum ist Siri eine Frau?

Wenn es nach den großen Tech-Konzernen geht, sind Siri, Alexa und Google Home bald unsere besten Freundinnen. Betonung auf -innen. Doch warum ist Alexa zum Beispiel kein Alex? Wir haben drei Gründe gefunden - von Sexismus bis Angst vor dem Terminator.

Von: Gregor Schmalzried

Stand: 16.02.2018

Grafik: Eine Frau zwischen verschiedenen Sprachassistenten | Bild: BR

Klar, streng genommen ist Siri eigentlich kein Mädchen. Alexa könnte auch genauso gut Alex heißen. Und der "OK Google"-Sprachassistent hat nicht mal einen menschlichen Namen – trotzdem sprechen all diese technischen Helfer in eindeutig weiblichen Stimmen mit uns. Geschlechtsloser Computercode wird auf einmal gegendert – nur weil er eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Und während man Siri in den Einstellungen auch auf männlich umstellen kann, sind zumindest Amazon und Google sich sicher, dass wir mit der Frauenstimme zufrieden sind. Wieso?

Erklärung 1: Glaube an die Wissenschaft

Die meisten Menschen finden computergenerierte Stimmen angenehmer, wenn sie weiblich sind. Das haben zahlreiche Studien bestätigt – und wir können darauf wetten, dass Apple und Amazon hinter den Kulissen ihre ganz eigenen Tests gemacht haben. Allgemein werden weibliche Computerstimmen von sowohl Männern als auch Frauen als wärmer empfunden und besonders beim Thema Beziehungen und Liebe wird ihnen vertraut.

Woher diese Vorliebe kommt, scheint niemand wissenschaftlich genau erklären zu können. Aber die Erkenntnis ist nicht gerade neu. Schließlich gab es schon vor dem Einzug des Smartphones in unseren Alltag ein Gerät, das uns nach Lust und Laune vollquatschen durfte: Das Navi im Auto. Auch das hat in der Regel eine Frauenstimme – nicht immer natürlich, aber den Satz "Wenn möglich, bitte wenden" haben die meisten wohl weiblich im Kopf.

Erklärung 2: Stuck in the past

Egal wie modern diese Technologien auch sein mögen – im Grunde genommen erfüllen Sprachassistenten altbekannte Jobs: Sie organisieren Termine, wecken uns auf, informieren uns über Uhrzeit und Wetter. Und sie lassen sich nach Lust und Laune von uns herumkommandieren. Sie verhalten sich also wie eine persönliche Sekretärin, und zwar wie eine aus einem heute höchst fragwürdigen Rollenbild der 50er-Jahre.

Dass unsere persönlichen Diener alle weibliche Stimmen haben, kann man also durchaus skeptisch sehen: Sollte unsere innovativste Technik wirklich Rollenbilder fördern, die wir am liebsten endlich überwinden würden?

Erklärung 3: Angst vor der Apokalypse

Noch bildet die Mehrzahl der Menschen eine Art globales gallisches Dorf, das sich gegen den Einzug der Sprachassistenten in ihren Alltag zur Wehr setzt. Und auch wenn die Bewohnerzahl stetig schrumpft, es gibt einige Gründe, weshalb viele immer noch Bauchschmerzen mit einer Alexa oder einem Google Home im Schlafzimmer haben: Und dazu gehört nicht nur der Datenschutz, sondern wohl auch eine allgemeine Skepsis vor künstlicher Intelligenz.

Denken wir nur an die beliebtesten KI-Systeme aus dem Kino: Da wäre der Terminator, Agent Smith aus "Matrix" und natürlich der Ur-Vater aller Computerstimmen: HAL-9000 aus "2001: Odyssee im Weltraum". Nicht nur erscheinen die alle männlich, sie haben es auch alle auf die Menschheit abgesehen. Ganz logisch eigentlich, dass die größten Tech-Firmen der Welt sich von diesen gefährlichen Vorbildern eher abheben wollen, wenn sie uns eine kleine künstliche Intelligenz andrehen möchten. Und das geht am einfachsten mit einer weiblichen Stimme.

Hollywood hat sich in den letzten zehn Jahren aber auch weiterentwickelt. Iron Mans digitaler Butler JARVIS ist eindeutig männlich und wer auf der Suche nach bösen Robotern in der Popkultur ist, der stößt heute zum Beispiel auf GLaDOS aus den "Portal"-Videospielen oder auf Ada aus "Ex Machina", beide kommen klar weiblich daher.

Vielleicht dauert es ja nur noch ein paar weitere Jahre, bis die Realität hier die Fiktion eingeholt hat – zumindest was die Gender-Verteilung unserer Roboterbegleiter angeht. Auf die Killerbots können wir gerne noch ein Weilchen verzichten.

Sendung: Freundeskreis vom 16.02.2018 ab 10 Uhr