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Netztrends 2015 Internet der Tiere: wir kommen!

Die PULS-Netzredakteure schauen für euch in die nahe Zukunft. Liegen sie richtig, ist es nicht mehr weit, bis wir Datenbrillen auf den Gesichtern tragen und Schrittzähler in unseren Handgelenken implantiert haben.

Von: Christian Schiffer, Fiebiger, Verena, Max Muth, Schlien Schürmann, Marcus Schuler

Stand: 18.12.2014

Was wird 2015 im Netz passieren? Wir schauen in die Glaskugel | Bild: BR

Virtual Reality

Wenn ich meine Glaskugel schaue, dann sehe ich das gleiche, was ich eigentlich schon letztes Jahr gesehen habe: Virtual Reality wird DER Megatrend. Das Phänomen kennen wir z.B. aus Matrix, da wird eine Realität elektronisch vorgekaukelt. In unserer Zeit funktioniert das vor allem durch sogenannte Datenbrillen, mit denen man in eine neue Welt eintauchen kann.

Das Unternehmen, das diese Brillen herstellt, heißt Oculus Rift, wurde 2014 von Facebook gekauft und nächstes Jahr gehen die Brillen dann raus. Ich sage: es wird einen Boom an Applikationen dafür geben, wie Achterbahn fahren oder als Zwerg durchs eigene Wohnzimmer stiefeln. Und ich glaube, wir müssen uns auf eine unüberschaubare Menge an pornografischen Virtual Reality Applikationen gefasst machen. Christian Schiffer

SharEconomy

Nichts mehr besitzen und kaufen, sondern nur noch leihen, teilen, tauschen – "sharing is caring" ist seit Jahren das Credo. 2015 wird die Share Economy aber global auch zu denen vordringen, die bisher eher wenig davon gehalten haben, die Deutschen gehören da übrigens auch dazu.

2015 gibt’s auf jeden Fall kein Halten mehr: egal ob Wohnraum, Transport, jegliche Güter, Essen oder auch Fähigkeiten, wie z.B. eine Glühbirne reinschrauben – viel mehr Unternehmen werden dafür Programmierschnittstellen zur Verfügung stellen. Uber war erst der Anfang. Doch Uber oder Air BnB haben den Bogen 2014 ganz schön überspannt – nicht nur die Regierenden von New York, auch die Crowd wird zunehmend von den Unternehmen der Share Economy verlangen, dass ein Teil der Gewinne an die zurückgeht, die den Plattformen zu Erfolg verholfen haben: uns. Sharing is caring! Verena Fiebiger

Endlich: Die Roboter kommen!

50 Jahre wurden wir hingehalten und ich finde: das reicht!

2015 werden Roboter endlich Realität. Erstmal geht es dabei um Automatisierungen, genauer gesagt, um selbstfahrende Autos: Google, Tesla oder Amazon – alle wollen die Fahrer abschaffen. Worüber ich mich aber noch mehr freue: die richtigen Roboter! 2014 wurden schon ein paar schnucklige Exemplare vorgestellt, so wie Jibo, der crowdgefundete Heimroboter, der ein bisschen an die lebende Lampe im Vorspann von Pixar-Filmen erinnert und in erster Linie Fragen beantworten und ein bisschen interagieren kann. Oder Pepper, der Haushalts- und Kinderbetreuungsroboter aus Japan, der Emotionen erkennen soll. Seit Herbst benutzt eine Hotelkette einen Serviceroboter namens Botlr und ich prophezeie: Andere werden nachziehen. Ob im Krankenhaus oder Altenheim – die Möglichkeiten sind unbegrenzt! 2015 wird das Jahr der Roboter – diesmal ganz bestimmt. Max Muth

Das Abo-Feed im Messenger

Ich hab mir mal die Messenger-Dienste so angeschaut, weil da soviel passiert ist in diesem Jahr. Facebook hat sich WhatsApp gekrallt, eine schlechte Nachricht für den Datenschutz, der bei WhatsApp natürlich noch nie hochgehalten wurde und dann hieß es: schnell, alle rüber zu Threema! Zuletzt die Ankündigung, dass das Schicken von verschlüsselten Nachrichten auch über WhatsApp möglich werden soll. Dann das Drama mit dem Messenger-App-Zwang von Facebook.

Insgesamt frage ich mich aber: Wie finanzieren sich diese ganzen Message-Dienste eigentlich? In Planung sind beispielsweise Feeds, die man zukünftig abonnieren kann, da chatten dann irgendwelche Leute ihren Krempel, den wir brave Anhänger lesen dürfen. Auch News-Feeds soll es geben - die kann man dann in die eigene Chat-Verlaufsleiste mit dazu buchen. Moment, ist das nicht eigentlich Twitter? Irgendwie ähnlich, nur anders. Was die dann wohl dazu sagen? Das bleibt jetzt erstmal im Nebel der Zukunft verborgen. Schlien Schürmann

Video on Demand

Für mich wird ein Thema 2015 ganz groß werden: Video on Demand. Maxdome, Netflix, Watchever - wir werden im neuen Jahr erleben, dass immer mehr Menschen Filme, Serien und Dokus sehen wollen, wann und wo sie es möchten.

Marcus Schuler | Bild: Marcus Schuler

Die Zugriffszahlen werden rapide zunehmen, das glaube ich zumindest. Ein Grund ist: der Internetausbau geht hoffentlich schneller voran als wir denken und wir bekommen auf dem Land endlich Bandbreiten jenseits der 10 Mbit/sek. Für die bisherigen TV-Sender dürfte die Sache nicht ganz so angenehm werden, denn ihnen fehlen diese Zuschauer. Gut also, wer PULS übers Netz hört, denn nicht nur Video on Demand mit Netflix und Co ist sexy, sondern auch Audio on Demand und damit PULS auf dem Smartphone, dem Tablet oder den Wifi-Lautsprechern zu Hause. Marcus Schuler


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