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Info Mit ¿Liebe¿ (2012) hatten Moop Mama schon Erfolg. "Warum also nicht noch mal machen¿, dachte Keno. "Molotow" (2018) beschreibt die Liebe zwischen einer Aktivistin und einem Polizisten. Inspiriert wurde er von den G20-Krawallen.


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Netzlexikon F wie Fintech

Bezahlen wir bald alle mit dem Smartphone? Brauchen wir bald keine Banken mehr für unser Geld? Das soll mit Fintech-Apps gehen. Diese "Financial Technologies" könnten die Finanzwelt revolutionieren.

Von: Hardy Funk

Stand: 04.05.2016

Handy und Bankkarte | Bild: BR

Was bitte ist Fintech?

Fintech steht für Financial Technologies. Also neue Technologien, die die Welt der Banken und Versicherungen betreffen. Das Versprechen: Geldgeschäfte gehen damit auch ohne Anstellen am Bankschalter – ganz easy per App oder am PC. Und ohne Gebühren zahlen zu müssen.

Klingt nach einem schönen Versprechen. Wie sieht’s denn mit der Realität aus?

Ein paar Fintech-Ideen verändern schon jetzt die Art, wie wir mit Geld umgehen: Paypal erlaubt uns, schnell und einfach online zu bezahlen – ohne Kontonummern, IBANS oder TAN-Codes. Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter oder Startnext helfen kreativen Leuten, neue Produkte zu entwickeln, Filme zu drehen oder Alben aufzunehmen – ohne Investoren, Verlage, Labels – und ohne Banken. Die machen sich schon Sorgen um ihr Geschäft. Die deutschen Banken zum Beispiel haben deshalb ihr eigenes Paypal gegründet: PayDirekt. Bis jetzt machen da aber nur eine Handvoll Online-Shops mit.

Verstehe. Trotzdem habe ich mein Geld noch auf einem Bank-Konto…

Stimmt. Aber auch das war bei einer Fintech-Entwicklung schonmal anders: bei Bitcoin. Bitcoin war der Versuch, eine neue weltweite Währung zu etablieren – ohne Banken und sogar ohne Zentralbanken und Staaten, die über die Währung wachen.

Aber Bitcoin ist doch gescheitert.

Jain. Die krassen Kursschwankungen haben Bitcoin als tägliche Währung unbrauchbar gemacht. Aber Bitcoin gibt es immer noch, das System funktioniert nach wie vor. Genau wie der dazugehörige Algorithmus: Blockchain. Der Blockchain-Algorithmus ermöglicht eine verschlüsselte, dezentrale Speicherung von Informationen. Mein Kontostand und meine Transaktionen müssen nicht mehr von einer Bank überwacht werden. Sie können auf hunderten Computern im Netz gespeichert werden.

Okay. Und warum ist das so wichtig?

Noch sind die meisten Fintech-Startups kaum bekannt, weshalb sie nur einen winzigen Anteil vom riesigen Geldberg der Finanzwelt abgraben. Das könnte sich dank Blockchain bald ändern: Denn das ist nicht nur sicher, sondern braucht auch keinen zentralen Mittelsmann wie die Banken. Fintech könnte damit die nächste große disruptive Technologie sein. Eine Technologie also, die den Finanzmarkt komplett aufmischt – so wie Whatsapp das mit dem SMS-Geschäft gemacht hat. Oder Uber in den USA mit dem Taximarkt. Nur geht es diesmal nicht um SMSen oder Taxis. Sondern um Geld. Und damit um die Grundlage der Wirtschaft.

Und was wird sich für mich ändern?

Wahrscheinlich werden wir schon bald mit dem Smartphone bezahlen. Und auch alle anderen Bankgeschäfte mit dem Handy abwickeln. Vielleicht werden wir dabei auch zwischen verschiedenen Netz-Währungen hin- und herswitchen.

Hat die Sache denn gar keinen Haken?

Doch: Dank Fintech können wir zwar viel schneller und bequemer bezahlen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen, aber wo es keine Banken und keinen Staat mehr gibt, die das ganze überwachen, gibt es auch keinen, der eine Haftung übernimmt. Wenn also etwas schiefläuft, hat niemand Schuld. Und wir haben niemanden, an den wir uns wenden können, wenn unser Geld weg ist. Aber vielleicht gibt es auch dafür bald eine Lösung. Schließlich geht es um ein Milliardengeschäft.


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