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Jetzt 2000 Angels Ben Khan

Info Der Londoner Sänger und Produzent Ben Khan begeisterte auf seinen EPs "1992" und "1000" mit Future-R'n'B-Elektropop. Dann verschwand er auf einmal spurlos. 2018 meldete er sich mit "2000 Angels" nach drei Jahren endlich zurück!


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Netzlexikon D wie DAU

Technik soll intuitiv und simpel sein. Aber nicht alle Menschen kommen schnell mit neuen Produkten zurecht. Deshalb arbeiten Entwickler gern für den "Dümmsten Anzunehmenden User". Eine Spezies, die langsam aussterben könnte.

Von: Markus Otto Köbnik

Stand: 10.03.2015

Dümmster Anzunehmender User | Bild: BR

Was ist ein DAU?

DAU steht für den Dümmsten Anzunehmenden User und ist eine Wortschöpfung, die vor allem von Soft- und Hardware-Entwicklern gebraucht wird. Sie wollen ihre Produkte so gestalten, dass sie DAU-tauglich sind, also auch der dümmste Benutzer leicht damit zurecht kommt und keinen großen Schaden anrichten kann, indem er das Produkt falsch bedient und womöglich zerstört.

Wer hat diesen Namen erfunden?

Der DAU hat seinen Ursprung in den USA. Dort werden die Nullchecker in Sachen Computer "Luser" genannt. Geboren wurde der "Luser" im Jahr 1975 am renommierten Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT. Ein Computersystem hatte dort vor dem Einloggen immer angezeigt, wie viele User gerade aktiv sind, was ein damaliger Mitarbeiter wohl ziemlich langweilig fand und das System zum Spaß manipulierte. Aus der Anzeige "10 User sind gerade eingeloggt" wurden "10 Luser".

Wie kann man verpeilte User noch nennen?

Durch die Netzwelt geistern dafür viele Namen und Begriffe. Etwa BDU, das steht für "Brain Dead User". Oder FSVG für "Fehler sitzt vorm Gerät". Etwas kryptischer ist da schon ERROR-40. Soll heißen: Der Fehler hockt 40 Zentimeter vom Bildschirm entfernt. Auch beliebt: PICNIC. Das steht für "Problem in chair not in computer".

Hat der DAU eigentlich noch eine Chance, jetzt wo Gadgets und Programme immer benutzerfreundlicher werden?

Klar, der DAU hat es schwerer heutzutage, denn unsere Gesellschaft wird immer digitaler. Rentner kennen sich längst mit Smartphones und Tablets aus, und auch im Kinderzimmer lernt man schon ziemlich früh, wie man Gadgets bedient. Eine deutsche Studie aus dem Frühjahr 2015 zeigt, dass 84 Prozent der 9- bis 14-Jährigen schon ein eigenes Handy besitzen, 58 Prozent sogar ein Smartphone. Mit dem Alter wächst die Anzahl der Geräte an, die man benutzt. Und man geht häufiger und länger online. Hundertprozentige Sicherheit, dass der DAU ausstirbt und keinen Schaden mehr anrichtet, gibt es trotzdem nicht. Eine Wahrheit, die sich der DAU übrigens auch mit seinem Namensvetter aus der Welt der Atomkraft teilt: dem GAU.


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