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Info Die Musik der New Yorkerin elegant slims klingt wie eine Mischung aus Muse und Broods. Wer hätte gedacht, dass das bisher in der Musiklandschaft gefehlt hat? "Hemisphere" (2018) ist eine Synthgothperle erster Klasse.

Contemporary Art Memes Teamwork makes the Memework

Zeitgenössische Kunst schreit manchmal danach, zu Memes gemacht zu werden. Zwei Münchner haben daraus jetzt einen Instagramaccount gemacht: "Contemporary Art Memes". Der ist sau lustig, hat aber auch einen ernsten Hintergedanken.

Von: Anna Bühler

Stand: 13.04.2018

Contemporary Art by Max Fesl | Bild: Max Fesl

Max, aka Max_Fesl_24.de, erklärt den schöpferischen Prozess für ein "Contemporary Art Meme" so: "Es wird erst gecatcht, dann in der Gruppe geshared, dann bringt jemand eine Capture hervor und dann wird ausgewertet". Allein das klingt schon ganz schön contemporary. Aber es ist tägliches Business für Max und Jakob (Instagram Alter Ego "acar.aday"), dem zweiten Admin von "Contemporary Art Memes" und Schöpfer von Meta-Powersätzen wie "Teamwork makes the Memework".

Konkret funktioniert das so: Die beiden scannen eine ganze Reihe von Instagramaccounts, die Bilder von zeitgenössischen Kunstwerken posten. So was wie der Account "Art Viewer". Über die Perlen wird dann in verschiedenen Channels diskutiert und an Überschriften gefeilt.

"Es ist nicht so, dass ein Bild von dem ich denke, dass es sich gut für 'nen Joke eignet, dann auch 'nen Joke hervorbringt", sagt Max. Es sind also nicht unbedingt die von vornherein weirden oder lustigen Kunstwerke, die sich ideal zu Memes machen lassen. Es muss etwas menschliches in dem Werk zu sehen sein.

"Wenn man über was Nichtmenschliches lacht, dann nur, weil es etwas Menschlichem ähnelt. Das heißt, die Werke in denen Menschen dargestellt werden, oder abstrahiert werden, die eignen sich am besten."

Jakob von Contemporary Art Memes

Inhaltlich gehen die Contemporary Art Memes dann aber doch auch auf eine gefühlige Ebene. Es geht um Emotionen oder gesellschaftliche Konventionen. Es kommt vor, dass es bis zu zehn Versionen eines Memes gibt, bevor es passt. Die goldene Regel, "The first Meme is the deepest", trifft da also nicht immer zu.

Die Contemporary Art Memes auf Instagram machen extrem Spaß. Das ist sicher. Was vielleicht nicht ganz so klar ist: Die Münchner wollen sich nicht in erster Linie lustig machen. Sie nehmen es ernst, gerade indem sie sich an der Kritik, am Diskurs an den Werken, beteiligen. Oder wie Max es sagt: "Wir möchten mit unserer Betrachtungsweise einen neuen Herrensignifikanten schaffen, sodass der große Andere auch einfach nochmal eine neue Bedeutungsebene etablieren wird."

...eben!

Sendung: Netzfilter vom 14.02.2018 ab 12 Uhr