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Info Weezer sind eine dieser Bands, die auch nach zig Jahren nach sich selbst klingen. Aber sie schaffen es mit jedem ihrer Alben ihren Sound ein bisschen neu zu erfinden. Bestes Beispiel: "Zombie Bastards" (2018)

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"Knoop" Es gibt jetzt eine App, mit der Bewohner selbst die Straßenlaternen anschalten können

Knoop - so heißt die App, mit der Bewohner die Straßenbeleuchtung ihres Ortes kontrollieren. Erfunden hat sie der 26-jährige Simon Hansen. Er hat gemerkt: Sein Dorf kann so etwas für die Umwelt tun und - und Geld sparen.

Von: Anna Bühler

Stand: 23.01.2018

Knoop: Die App, die Straßenlaternen zum Leuchten bringt | Bild: Bayerischer Rundfunk

Kinder vom Land kennen die Situation: Es gibt ein Fest im Nachbardorf, die Ohren pfeifen noch von den Classic-Rock-Hits, bierselig taumelt man zu Fuß nach Hause. Durch stockdunkle Straßen, denn natürlich: die Straßenlaternen werden Nachts ausgeschaltet.

Das Szenario ist der perfekte Usecase für Knoop, eine App, mit der die Bewohner eines Dorfes selber bestimmen können, wann die Lichter in den Straßen an- oder ausgehen. Die Idee zu dieser App hatte Simon Hansen, ein 26-jähriger Informatiker aus Löwenstedt in Schleswig-Holstein, einem kleinen Dorf rund 30 Kilometer südwestlich von Flensburg. Ihm fällt irgendwann auf, dass Straßenlaternen ihren Job nicht immer zufriedenstellend machen: In manchen Orten brennen sie durch, obwohl kein Mensch mehr auf der Straße ist, in anderen Orten werden sie trotz Bedarfs abgeschaltet.  

Die Bewohner sollen selber entscheiden, wann draußen das Licht brennt

Simon Hansen / Erfinder der App Knoop | Bild: Simon Hansen / Knoop

Simon Hansen

Als Informatiker hat Simon eine Idee: Wie wäre es, wenn die Bewohner und Bewohnerinnen selber bestimmen, wann die Lampen in ihren Straßen leuchten? Also entwickelt er, zusammen mit Kollegen aus seiner Firma Sourceboat, die App "Knoop" (das plattdeutsche Wort für "Knopf"), und stellt das Konzept seinem Heimatdorf vor. Mittlerweile sind die 104 Laternen in Löwenstedt vernetzt. Alle Einwohnerinnen und Einwohner, die registriert sind, können die Straßenlaternen im Dorf mit einem Swipe einschalten.

Vorteile für die Umwelt und die Gemeindekassen

Ausschalten können die Löwenstedter ihre Laternen momentan nicht, obwohl es technisch natürlich ginge. “Knoop” kann individuell konfiguriert werden, Module können hinzugefügt oder weggelassen werden, so wie es eine Gemeinde wünscht. Die Vorteile einer bedarfsgerechten Beleuchtung sind dagegen überall dieselben: Wo Straßenlaternen zu lange leuchten, kann der CO2-Ausstoß und die Lichtverschmutzung verringert werden. Außerdem kommt es einen Ort auch billiger, hat Simon Hansen ausgrechnet. Genaue Zahlen wird es aber erst geben, wenn "Knoop" länger in Betrieb ist.

Bisher ist die Laternen-App nur in Löwenstedt im Einsatz. Simon Hansen und das Team von "Sourceboat" beraten aber auch schon andere Gemeinden, die Interesse haben. Dorffeste gäbe es bestimmt genug.

Sendung: Netzfilter am 27.01.2018 - ab 12 Uhr