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Live long and prosper Wie man seinen Akku länger am Leben hält

Was ist gut, was ist schlecht für die Langlebigkeit von Akkus für Smartphones, Tablets oder Laptops? Wir haben einen Experten nach seinen Tipps gefragt. Und da spielt doch tatsächlich auch ein Kühlschrank eine Rolle.

Von: Verena Fiebiger

Stand: 15.07.2015

Akkupflege | Bild: BR

Es ist das Damoklesschwert über den Häuptern der Head-Down-Generation: das rot leuchtende Akkusymbol. Geht dem Handy unterwegs der Saft aus, bekommt man Schnappatmung: Mit dem Date am Abend wollte man sich vor dem Treffen noch kurz schreiben, der Chef wollte dich noch erreichen und eine Straßenkarte, um zum vereinbarten Restaurant zu kommen, wäre auch ganz praktisch gewesen.

Am Superakku wird zwar schon eifrig geforscht, eine portable Lösung, also den ewig haltenden Akku für die Hosentasche, gibt es jedoch noch nicht. Es lohnt sich aber trotzdem, ein paar Dinge zu beachten, damit Akkus nicht so schnell kaputt gehen.  

Wie leer darf ein Akku eigentlich sein?

Kommen wir erstmal zum wichtigsten Punkt, um Akkus ein langes Leben zu bescheren: dem richtigen Aufladezeitpunkt. Wann muss ein Akku wieder ans Stromkabel? Früher wurde geraten, Akkus ganz zu entleeren, damit sie sich auch wieder ganz vollladen können. Bei den modernen Lithium-Ionen-Akkus, die in den meisten Geräten verbaut sind, ist das aber anders:

"Bei denen ist es sogar besser, sie gar nicht ganz bis auf Null runtersinken zu lassen, man sollte sie ungefähr bei einer Restladung von 30 Prozent ans Ladegerät hängen und dann wieder voll aufladen. Wenn sie voll aufgeladen sind, sollte man sie aber wieder schnell von der Steckdose trennen, damit sie sich wieder langsam entladen können. Denn das absolute Entladen schadet den Akkus ebenso wie das Betreiben bei 100 Prozent Ladezustand."

Andreas Hentschel, stellvertrender Chefredakteur und Ressortleiter Multimedia bei der Computerzeitschrift Chip

Das Smartphone standardmäßig über Nacht an die Steckdose zu hängen, ist also kein guter Move.

So pflegebedürftig wie eine Schildkröte

Auch im Sommer kann man viel falsch machen. Das Smartphone im überhitzten Auto als Navi zu benutzen, kann den Akku killen.

"Im Auto unter der Windschutzscheibe so ein Handy länger liegen zu lassen, ist nicht so gut. Da werden es schnell mal 70 Grad - und das mögen Akkus nicht. Im schlimmsten Fall kann der Akku bei Überhitzung zum Brennen anfangen. Am liebsten haben es Akkus, wenn sie bei Zimmertemperatur betrieben werden. Im Winter entleeren sie sich bei Kälte schneller, da hilft es, das Smartphone in die Hosentasche zu stecken."

Andreas Hentschel

Ein Akku ist also ein bisschen wie ein Haustier. Er braucht Pflege und Aufmerksamkeit. Auch wenn man ihn zeitweise gar nicht braucht. Wichtig: Bevor man zum Beispiel ein Smartphone ausschaltet und in die Schublade legt, sollte der Akku zu 70 Prozent geladen sein. Und dann gibt es da noch einen sehr speziellen Tipp von unserem Akku-Experten:

"Um das Leben eines eingemotteten Akkus zu verlängern, kann man ihn in den Kühlschrank legen. Das sorgt dafür, dass die Entladung relativ langsam vor sich geht. In einem Kühlschrank bei ungefähr fünf, sechs Grad verliert der Akku nur ein bis zwei Prozent Ladung pro Woche. Wenn man ihn wirklich über einen längeren Zeitraum auf diese Art und Weise lagern will, sollte man ihn alle paar Wochen mal nachladen, dass er wieder auf 70 Prozent kommt."

Andreas Hentschel

Wer sich für die Kühlmethode entscheidet, sollte allerdings eine Sache unbedingt beachten: Die Akkus gehören in einen Gefrierbeutel, sonst drohen Schäden durch Kondenswasser.


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