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Making of Meme Entwicklungsminister in Liebesmission

What a Party! So beginnt Entwicklungsminister Gerd Müller seinen Vortrag beim Global Citizen Earth Day. Was folgt, ist eine Liebeserklärung auf Schwäbisch-Englisch. Das Netz ist sich unsicher: Ist das peinlich oder authentisch?

Von: Anna Bühler

Stand: 02.05.2015

Gerd Müller Meme | Bild: Screenshot: YouTube

Vielleicht macht Guido Westerwelle bei der berühmten Pressekonferenz nach der erfolgreichen Bundestagswahl 2009 alles richtig. Auf die Bitte eines BBC-Reporters, ob Westerwelle seine Frage auf Englisch beantworten würde, antwortet der frisch gebackene Außenminister: „So wie es in Großbritannien üblich ist, dass man dort selbstverständlich Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, dass man hier Deutsch spricht.“ So wie es in der Öffentlichkeit üblich ist, wird sofort spekuliert: Geht’s hier wirklich nur ums Prinzip oder will der damalige FDP-Politiker nur peinliche Versprecher vermeiden?

Hätte sich Entwicklungsminister Müller letzte Woche in Washington auch geweigert, Englisch zu sprechen, wäre das hier jedenfalls nicht passiert:

Diesen aufregenden Moment teilt Dr. Gerd Müller gerade mit YouTube-Deutschland. Seine kurze Rede vom Global Citizen Earth Day, einer Benefiz-Veranstaltung gegen Hunger und Umweltverschmutzung, macht den Entwicklungsminister gerade blogfamous.

Der Enthusiasmus, die Liebe – sie liegen Müller auf der Zunge. Nur liegt da eben auch seine Herkunft – Krumbach im schwäbisch-bayerischen Günzburg. Nach Günther Oettinger ist Müller nun schon der zweite Unions-Politiker, der in jüngster Zeit durch sein akzentvolles Englisch auffiel.

Für Oettinger hagelte es nach dem Vortrag in Berlin 2010 Kritik – trotzdem ist er inzwischen EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, wo man milde gesagt häufiger mit der englischen Sprache in Kontakt kommt. In Gerd Müllers Fall geht die Meinung im Netz jedoch auseinander, ob man nur dann ein guter Politiker sein kann, wenn man gutes Englisch spricht.

Es ist eine Diskussion, die immer mal wieder aufkommt, wenn Menschen in Ämtern stottern, die aber bald sowieso hinfällig sein wird. Die folgende Generation muss sich um Sprachbarrieren ja keine Sorgen mehr machen - nach dem Schüleraustausch in London, dem freiwilligen sozialen Jahr auf der Farm in Western Australia und den unbezahlten Praktika in Chicago, Edinburgh und Toronto.

Müller selber nimmt seinen unterhaltsamen Auftritt gelassen: "Die Botschaft kommt an – und darüber freue ich mich", kommentiert er. Doch nicht nur seine Botschaft, auch sein ehrliches, authentisches Auftreten kommt an. Im Google Ranking genauso wie bei Leuten, die ihn bis dato immer mit diesem  berühmten Fußballer verwechselt haben. Sein YouTube-Hit ist gute Publicity – oder wie Westerwelle sagen würde : "The Aufschwung is da"


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