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Making of Meme Drei Tipps für die (viral) erfolgreiche Bewerbung

Abi, Bachelor, Master – lange nicht mehr die Garantie, dass man einen Job kriegt. Bei den einen fördert das die Kreativität, bei den anderen den Frust. Daraus können zumindest viral erfolgreiche Bewerbungen entstehen. Und zwar so.

Von: Anna Bühler

Stand: 22.05.2015

Internetberühmte Bewerbungen | Bild: EmployAdam.com

Die ersten Zeilen eines perfekten Bewerbungsschreibens lauten so: "Ich an ihrer Stelle wäre echt voll genervt, wenn ich täglich unzählige Bewerbungen lesen müsste, die alle mit 'Hiermit bewerbe ich mich…' anfangen." Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Einen Job kriegt man damit wohl kaum, einen hohen Posten in deutschen Facebook-Timelines hat man mit dem lustigen Anschreiben aber sicher.

Internetberühmte Bewerbungen | Bild: EmployAdam.com

Die Fake-Bewerbung kursiert seit Jahren im Netz. Der Text bleibt immer derselbe, nur der gewünschte Job ändert sich – mal bewirbt sich die Unbekannte als Tourismuskauffrau, mal als Mediengestalterin oder als Einzelhandelskauffrau. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, mit Bewerbungen internetberühmt zu werden – und das sind die Zutaten.

Drei Tipps für die (viral) erfolgreiche Bewerbung

1. Finde die großen Emotionen.

"Ich bewerbe mich mit diesem Dokument initiativ als Feldspieler jedweder Position in der Mannschaft der 1. Herren." schreibt Sebastian seinem Verein – dem HSV. Schon letztes Jahr ging es für die Hamburger um den Abstieg in die zweite Liga. Der 19-Jährige will darum Abhilfe schaffen.

"Meine taktischen Schulungen durch FIFA an der Playstation sollten reichen, um mir einen Stammplatz zu erkämpfen."

(Sebastian E.)

Sebastians passiv-aggressive Kritik spricht nicht nur jedem HSV-Anhänger aus dem Herzen. Den emotionalen Cocktail aus Fanliebe, Enttäuschung über eine schlechte Saison und Machtlosigkeit über Vereins-Entscheidungen kennt wohl jeder Fußballfan. Sogar die vom FC Bayern. Im Netz ist so ein Stück ein Selbstläufer.

2. Think big!

Der frustrierende Berufsmarkt trieb Adam Pacitti sogar so weit, dass er nicht nur eine Webseite mit Bewerbungs-Video online stellte, auch offline trug der Brite dick auf: Für seine letzten 500 Pfund ließ er eine riesige Reklametafel bekleben - mit der Aufschrift "Please give me a job". Irgendeinen Job mit Medien, bitte. Hat funktioniert.
Ein Ami warf sich mit einem "Please hire me"-Video direkt Google an den Hals.

Matthew wurde zwar bei Google nicht genommen. Dank seiner bewusst großkotzigen viralen Kampagne hatte er – genau wie sein britischer Kollege – trotzdem unzählige Anfragen im Postfach. Zweifelhaft, ob die auch ohne die vielen Klicks gekommen wären…

3. Mach dich zum Rätsel.

Bestes Beispiel dafür ist Yves-Jérôme, der sich mit einem Homevideo für ein Volontariat beim Südwestrundfunk bewarb. Während man dem Baden-Württemberger so dabei zusieht, wie er sich total alltäglich durch einen Haufen Tageszeitungen blättert und sich interessiert mit Leuten im Einkaufszentrum unterhält, fragt man sich schon: Gibt es dich wirklich, Yves-Jérôme? Oder ist das nur ein beeindruckend schmerzbefreiter Fake?

Vermutlich war sein Video wirklich nur für den SWR gedacht – mitgerätselt hat aber das ganze Internet. Egal, was aus dem Volo wurde, im Netz hat Yves-Jérômes Bewerbung gezündet. Das ist ja auch etwas wert.


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