Jetzt Wolken Oehl

Info Das Austro-Isländische Duo Oehl vereint nordische Melancholie mit sinnlichem Elektro. Die malerisch klingende Musik geht aber auch textlich tief. Das hat Oehl sogar schon ins Vorprogramm von Herbert Grönemeyer befördert.

Event-App 'aplace' aus Passau "Wir wollen, dass die Menschen vor Ort mehr Spaß haben"

Raus aus dem Netz, rein ins Leben: Eike Schöning hat mit Freunden einen Liveticker für Events in Passau entwickelt. "aplace" soll Leuten helfen, mehr vom lokalen Angebot mitzunehmen. Was die App sonst so kann, erzählt Eike im Interview.

Von: Anja Kurz

Stand: 24.08.2017 | Archiv

Grafik | Bild: BR

Mal ehrlich: Egal ob Secret Hinterhof-Rave, WG-Party oder Grillabend mit den Nachbarn - spontane Events sind doch die Besten. Viel zu oft machen wir immer das gleiche und leben in unserer "Wochenende-auf-der-Couch"-Einstellung vor uns hin.

"aplace" soll das ändern! Und zwar ganz easy mit einem Chatbot im Facebook-Messenger. Die Köpfe hinter "aplace", das sind Eike Schöning, Clemens Pizzinini und Luca Barthmann. Wir haben Eike im Gründerzentrum in Passau besucht. Eike ist 24 und studiert eigentlich BWL. Im Moment legt er aber ein Urlaubssemester ein, um sich voll und ganz seiner Idee zu widmen.

PULS: Eike, du hattest die Idee zu aplace. Wie bist du darauf gekommen?

Eike (2. v.r.) und das Team von aplace

Eike: Ich kam zum Studieren nach Passau und wollte WG-Partys organisieren. Da musste ich mir die Frage stellen: Wie schaffe ich es, die Leute in meiner Umgebung zu erreichen? Eigentlich bräuchte ich dafür eine Kommunikationsplattform fürs Lokale. Ich finde das einfach krass: Wir können uns ohne Probleme mit Asiaten und Südamerikanern vernetzen. Aber wir schaffen es nicht, zu den Menschen im anderen Zimmer drüben eine Verbindung aufzubauen. Der Grund: Alle Netzwerke, in denen wir uns so bewegen, sind auf Freundschaften basiert. Wenn ich dich kenne, dann sehe ich die Veranstaltung, auf die du gehst. Aber ich bekomme nicht mit, was in meinem Erdgeschoss los ist. Da habe ich mir gedacht, das kann doch nicht sein.

Wie kann ich mir das denn vorstellen? Wie funktioniert aplace?

Schreib uns einfach auf Facebook an. Ein "Hi" genügt, dann startet die Unterhaltung mit unserem Chatbot, den wir "Leitwolf Larry" getauft haben. Der fragt dich, für welche Events du dich interessierst: Partys? Essen? Für jedes "Ja" schreibt dir Leitwolf Larry ab jetzt eine Nachricht, wenn spontan was Cooles in der Umgebung passiert. Ganz so, als wäre er dein neuer Facebook-Freund. Und für Veranstalter geht's genauso einfach: die schreiben Larry auch per Messenger an und sagen ihm, was wann wo passiert. Hauptsache, es ist spontan und nah.

Wie sehen so Veranstaltungen dann zum Beispiel aus?

Bei aplace gibt es drei Kategorien: Konsum, Leben und Gemeinschaft. Die Hausparty vom Nachbarn gehört zum Beispiel zur ersten Kategorie "Leben". Semmeln vom regionalen Biobäcker zum halben Preis zählen zur Kategorie "Konsum". In den Bereich "Gemeinschaft" fallen alle sozialen Events, wie zum Beispiel Blutspende-Aktionen oder auch ein Fußballturnier um die Ecke. So Werbeangebote wie "zehn Prozent bei H&M" soll es bei aplace aber nicht geben.

Warum machst du das eigentlich? Was willst du mit aplace erreichen?

Mein Ziel ist es, das Digitale so zu nutzen, dass man möglichst wenig Zeit digital in einer Parallelwelt verbringt. aplace soll das reale Leben geiler machen. Und nicht eine "noch geilere" Bilder-App sein, wo man dann stundenlang abhängen kann. Wir wollen relevante Informationen geben, damit die Menschen vor Ort mehr Spaß haben.

aplace gibt es bis jetzt ja nur für Passau. Warum startet ihr gerade hier?

Für Passau spricht auf alle Fälle die Campus-Uni. Eine Campus-Uni ist für Mundpropaganda ideal. Und Mundpropaganda ist eben gerade dann gut, wenn man nicht so viel Geld hat, um es in Marketing zu stecken - wie wir. Ich glaub außerdem, dass es auch von der Demographie total interessant ist. In Passau sind gut 13.000 Studenten eingetragen. Studenten kommen hierher und kennen die Stadt und die Leute oft nicht besonders so gut - Die haben dann noch so einen Hunger etwas Neues zu machen.

Aktuell haben wir hier in Passau gute 1.000 Nutzer. Von denen wollen wir jetzt erstmal lernen und so unser Konzept perfektionieren. Ein "Proof of Concept" machen - wie es so schön heißt. Da ist es auch gut, dass wir uns erstmal auf eine Stadt konzentrieren. Als nächste aplace-Städte stehen dann aber auf alle Fälle auch Regensburg und München auf der Liste.

Sendung: Filter vom 21.08.2017 ab 15 Uhr