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Work and Travel Fünf Alternativen zu Australien

Schlechte News für Work-and-Travel-Fans: Ab Juli 2016 muss man in Australien für Gelegenheitsjobs Steuern bezahlen. Aber Äpfelpflücken und Englisch unterrichten geht auch anderswo. Wir zeigen euch fünf Alternativen zu Down Under.

Von: Christian Orth

Stand: 01.06.2015 | Archiv

Bäume pflücken sollte man in Zukunft woanders | Bild: BR/Offel

1. Neuseeland

Einmal ans andere Ende der Welt - deshalb wollen viele für ein Jahr oder ein paar Monate nach Australien. Wem das mit der neuen Steuer jetzt aber zu teuer wird, nimmt einfach die günstigere Alternative gleich um die Ecke: Neuseeland. Genauso wie in Australien kann man dort mit einem sogenannten Working-Holiday-Visum ein Jahr lang reisen, sich weiterbilden und natürlich arbeiten. Aber im Gegensatz zum großen Nachbarn bezahlt man in Neuseeland auch 2016 als Aushilfe keine Steuern - egal ob man bei der Ernte hilft oder in einer Kneipe jobbt.

Seit 2010 gibt es außerdem einen Mindestlohn - aktuell beträgt der 14,75 Dollar. Und im Moment sucht Neuseeland besonders stark nach Backpackern, die bei der Arbeit helfen. Wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist, dem helfen vielleicht diese Argumente: Die Landschaft ist Herr-der-Ringe-mäßig traumhaft, die Menschen sind sehr gastfreundlich und das beste: ein Arbeitstag endet in der Regel bereits um 16:30 Uhr.

2. Japan

Auch Japan hat eine Working-Holiday-Kooperation mit Deutschland. Das Gute an einem Work and Travel in Japan: Es gibt keine Zeit- oder Gehaltsbeschränkungen. Man kann dort so viel arbeiten und verdienen, wie man möchte. Nur in einer Kneipe oder in einem Club darf man nicht jobben. Das macht allerdings nichts: Trinkgeld ist in Japan sowieso ein Fremdwort.

Am besten arbeiten Backpacker in Japan als Sprachlehrer für Deutsch oder Englisch. Das lohnt sich, denn die Nachfrage ist groß. Im Alltag kommt man auch ohne große Japanisch-Kenntnisse durch. Und wer einmal in Bedrängnis kommt, der behilft sich einfach mit einem "Sumimasen" - das bedeutet "Entschuldigen Sie bitte!" und "Danke" gleichzeitig.

3. Chile

Seit August 2014 gibt es für Chile das Working-Holiday-Visum. Damit kann man ein Jahr durch das 4725 Kilometer lange Land in den Anden reisen und arbeiten. Grundkenntnisse in Spanisch sollte man auf jeden Fall mitbringen.

Obwohl nur ungefähr zehn Prozent der Landfläche überhaupt für Landwirtschaft genutzt werden können, gibt es viele Jobs auf Pferdefarmen oder im Tourismus. Landschaftlich hat Chile auch irgendwie alles zu bieten: Wasserfälle, Berge, Vulkane, Fjorde, Urwaldstücke und Gletscher. Einziger Nachteil: Bis man 25 Jahre alt ist, muss man nachweisen, dass Mama und Papa genug Geld haben, um für Reise- und andere alltägliche Kosten aufkommen zu können.

4. Südafrika

Nicht im Working-Holiday-Programm enthalten ist Südafrika. Deshalb ist Work and Travel am Kap der guten Hoffnung etwas für Fortgeschrittene. Denn spontan nach Südafrika reisen und als Weinbauer oder an der Hotelrezeption arbeiten geht nicht. Dafür braucht man eine spezielle Arbeitserlaubnis, die man nur erhält, wenn man bereits in Deutschland seinen Arbeitsplatz sicher hat. Allerdings gibt’s die Möglichkeit als Volontär in sozialen Projekten oder im Tier- und Umweltschutz zu arbeiten. Außerdem kann man gegen Kost und Logis auf einer Farm arbeiten oder ein Praktikum machen.

Wenn man zwischen 18 und 25 Jahre ist und studiert, kann man sich für einen Austauschvisum bewerben. Damit kann man eine geringfügige Beschäftigungen annehmen und maximal ein Jahr lang bleiben. Für alle anderen gilt: Wer mehr als drei Monate bleiben möchte, muss eine Verlängerung beim Department of Home Affairs beantragen.

5. Rumänien

Warum ans andere Ende der Welt, wenn man auch in Europa so viel Neues entdecken kann? Aber England, Frankreich, Spanien, Italien - das kennt jeder aus dem Urlaub. Ein ganz anderes Europa findet man in Rumänien: viele verschiedene Völker, dazu eine exotische Landschaft mit Schwarzem Meer, Donaudelta und den Karpaten. Seit 2007 ist die Heimat Draculas auch Teil der EU und das bringt zusätzliche Vorteile: Man benötigt beispielsweise keine gesonderte Arbeitserlaubnis. Tipp: Wer ein wenig technisches Know-how mitbringt, kann in der Automobil- oder Baubranche leicht einen Job finden.

Bleibt man mehr als drei Monate, muss man sich bei der Einwanderungsbehörde melden. Um Rumänisch zu lernen, kann man endlich mal das Latinum brauchen, aber auch Deutsch kann man vereinzelt sprechen. Wer nicht einfach drauf los fahren möchte, kann sich vorab beim rumänischen Generalkonsulat in München oder bei der deutsch-rumänischen Außenhandelskammer zu Job- und Unterkunftsmöglichkeiten informieren.

Working-Holiday-Programm

Am einfachsten funktioniert Work and Travel mit einem sogenannten Working-Holiday-Programm. Dabei handelt es sich um ein Abkommen, das Deutschland mit Australien, Neuseeland, Kanada, Japan, Südkorea, Hongkong, Taiwan, Chile, Israel und Brasilien abgeschlossen hat. Mit Israel und Brasilien ist das Abkommen allerdings noch nicht in wirksam. Mit einem Working-Holiday-Visum kann man im jeweiligen Land zwölf Monate reisen und arbeiten.

Wie lange man arbeiten darf, ist von Land zu Land verschieden. Das Visum bekommt man in der Botschaft bzw. einem Konsulat des Ziellandes. Wichtig: In der Regel werden Working-Holiday-Visum nur einmal im Leben und nur bis zu einem Alter von 30 Jahren vergeben. Weitere Informationen gibt das Auswärtige Amt.


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