Alien-Ball, Swagbeben und neue Regeln 5 Gründe, warum die WM 2018 besonders wird

Es geht wieder los: die große Zeit der Béla Rethy-Zitate, Schlaaandrufe und Autospiegeldeutschlandfahnen. WM. Auch wenn die Euphorie hierzulande noch zu wünschen übrig lässt - dieses Turnier wird groß! Ganz groß! Lit!

Von: Kevin Ebert

Stand: 14.06.2018

WM Russland | Bild: BR

1. Diese WM … schaut sich wichtige Szenen ganz genau an

Was haben wir uns geärgert über den Videobeweis in der Bundesliga. Da jubelt man, dann Videobeweis - und die Stimmung ist erstmal im Arsch.

So wirklich geil ist das alles nicht. Naja. Auf jeden Fall fängt die FIFA jetzt auch damit an. Allerdings wird der Videobeweis bei der WM 2018 anders ablaufen, als in der Bundesliga. Erstens schauen sich gleich vier Videoschiedsrichter die strittigen Szenen an, nicht nur einer. Und das Verfahren wird transparent ablaufen. Anders als in Deutschland sehen die Zuschauer bei der WM auch das, was der Videoschiedsrichter sieht.

Und wenn man mit jeglicher Fußballromantik brechen kann, dann ja wohl bei einer Weltmeisterschaft in Russland. Also her mit dem Videobeweis. Und Fanschminke gleich dazu!

2. Diese WM … hat neue Stylegötter

Eigentlich geht der Titel für den besten Stil obligatorisch an die Italiener. An wen auch sonst. Hier mal zum Vergleich die Abreisefotos vor der WM 2014 in Brasilien. Rechts: lässige Männer mit Stil. Links: Männer aus England.

Aber um als eleganteste Mannschaft zu gelten, sollte ein Team diese eine, nicht ganz unerhebliche Mindestvoraussetzung erfüllen: es sollte bei der WM mitspielen. Das ist den Italienern 2018 leider nicht gelungen, die Schweden haben ihnen in der Quali schön in die Minestrone gespuckt.

Aber: es gibt stilsichere Vertreter. Nigeria. Swagbeben!

Richtig fresco.

3. Diese WM … schreibt Geschichte

Ja, okay... Jede WM schreibt Geschichte. Aber allein die Tatsache, dass die Isländer das erste Mal dabei sind, birgt einiges an Legendenpotenzial. Hat bei der EM 2016 ja auch ganz gut funktioniert. Kleiner Fun Fact am Rande: Insgesamt 66.000 Isländer haben sich für WM-Tickets beworben. Das sind 20 Prozent der Bevölkerung.

Außerdem gibt es noch ein Team, dass in Russland sein erstes Mal hat: Panama. Die sind gleich mal so ausgeflippt, dass der Präsident den Tag der WM Qualifikation am 11. Oktober spontan zum nationalen Feiertag erklärt hat.

4. Diese WM … wird kommunikativ

Der Videobeweis ist nicht die einzige technische Neuheit im WM-Kosmos. In Russland wird nämlich der heiße Draht wieder ausgebuddelt – diesmal aber ohne Kalten Krieg, sondern zwischen dem Assistenztrainer auf der Tribüne und dem Co-Trainer auf der Bank.

Die beiden sind jetzt per Funk verbunden. So kann der deutsche Tribünencoach Markus Sorg direkt Infos an Thomas Schneider, die zweite Hand des Bundesjogi, weitergeben. Erlaubt zu Taktik- oder Coachingzwecken, oder zum Wohl der Spieler.

"Roger, haben verstanden, Özil hat keine Lust, Hummels ist echt süß und Manuel Neuer ist vielleicht gar nicht Manuel Neuer. Over and out."

Frei erfunden

5. Diese WM … ist galaktisch

Die weiteste Anreise hat … der Ball. Der kommt nämlich aus dem Weltraum, kein Scherz. Zwei Monate lang kreiste der Spielball in der ISS durch die Umlaufbahn der Erde, aus 400 Kilometern, herabblickend auf irdische Sünden. Er sah Müllberge im Pazifik, schmelzende Polkappen und Explosionen am Gazastreifen. Er hat es verstanden: Die Welt ist wunderschön. Die schlechten, das sind wir.

Egal, jetzt wird er eben beim Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi Arabien durchs Stadion getreten. Alles hat ein Ende, lieber Ball. Alles - bis auf das Universum.

Sendung: Filter am 14.06.2018 - ab 15 Uhr