Jetzt mit Stephan Rehm und Simon Frontzek In die Nacht

Info Ein Spaziergang durch den Garten der wichtigsten aktuellen Indie-Hypes - von Vampire Weekend über King Gizzard bis zu den Foals. Ach, und "einen der schönsten Songs des Jahres" spielt Frontzek - aber stimmt ihr ihm zu?

Tanzverbot in Bayern An diesen Tagen dürft ihr 2019 nicht tanzen

An sogenannten "stillen Tagen" wie Karfreitag oder Allerheiligen ist es in Bayern verboten, das Tanzbein zu schwingen. Manche Verbote ziehen sich durch den kompletten Tag, manche erlauben zumindest das Reinfeiern. Wir verraten euch, was wann ansteht.

Von: Hannah Heinzinger

Stand: 07.01.2019

Illustration: Stoppschild mit tanzender Frau im Hintergund  | Bild: BR

Jugend in Bayern, das bedeutet Bier als Grundnahrungsmittel, Berge und Brezn - aber eben auch mehrmals im Jahr genervt feststellen, dass mal wieder Tanzverbot ist. Egal wie viel Bock auf Tanzen man hat, die Läden sind dicht. Wenn man dann nicht zufällig auf eine WG-Party eingeladen ist, heißt es an solchen Abenden: Füße stillhalten. Das Tanzverbot gilt nicht an allen Feiertagen, sondern nur an sogenannten "stillen Tagen". Welche das sind, bestimmt jedes Bundesland selbst. In Bayern sind es 2019 insgesamt neun Stück.

Tanzverbot in Bayern 2019

Mittwoch, 06.03.: Aschermittwoch (2:00 - 24:00 Uhr)
Donnerstag, 18.04.: Gründonnerstag (2:00 - 24:00 Uhr)
Freitag, 19.04.: Karfreitag (0:00 - 24.00 Uhr, auch keine Sportveranstaltungen)
Samstag, 20.04.: Karsamstag (0:00 - 24.00 Uhr)
Freitag, 01.11.: Allerheiligen (2:00 - 24.00 Uhr)
Sonntag, 24.11.: Totensonntag (2:00 - 24:00 Uhr)
Sonntag, 17.11.: Volkstrauertag (2:00 - 24:00 Uhr)
Mittwoch, 20.11.: Buß- und Bettag (2:00 - 24:00 Uhr, auch keine Sportveranstaltungen)
Dienstag, 24.12.: Heilig Abend (14:00 - 24:00 Uhr)

Grundsätzlich beginnt das Verbot am jeweiligen Feiertag um 2:00 Uhr morgens und endet um Mitternacht wieder. In die stillen Tage reinfeiern geht also. Und am nächsten Abend darf man ab Mitternacht wieder so lange hüpfen, wie man möchte. Eine Herausforderung sind die Tage, an denen 24 Stunden lang nichts erlaubt ist: Karfreitag und Karsamstag.

An den stillen Tagen, so steht es im "Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage", kurz FTG, sind öffentliche Veranstaltungen nur dann erlaubt, wenn ein entsprechend "ernster Charakter" gewahrt bleibt, die Tanzflächen müssen leer bleiben. Meistens darf in Bars oder Clubs schon noch Musik aufgelegt werden, nur darf eben niemand dazu tanzen. Am striktesten geht es am Karfreitag zu: "In Räumen mit Schankbetrieb ist musikalische Darstellung jeder Art verboten", steht dazu im FTG.

Tanzverbot am Karfreitag ist verfassungswidrig 

Doch bei den strengen Regeln am Karfreitag tut sich was: Ende 2016 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Regel, keine Ausnahmegenehmigung zuzulassen, für verfassungswidrig. Der "Bund für Geistesfreiheit München" hatte geklagt und bekam Recht: Mit der Weltanschauungs- und Versammlungsfreiheit ist die Karfreitags-Regel nicht vereinbar.

Trotzdem darf am Karfreitag nicht easy jede Party gefeiert werden. Nur wenn es bei der Veranstaltung ums Artikulieren von Meinungsfreiheit und Weltanschauung geht, können Veranstaltungen durchgewunken werden. So wie bei der "Heidenspaß-Party", die der "Bund für Geistesfreiheit" nach der erfolgreichen Klage veranstaltet hat. Der Film "Wer früher stirbt, ist länger Tod" wurde gezeigt und es gab ein Schokoladen-Buffet - als Statement dagegen, dass gläubige Christen an Feiertagen keine Schokolade essen dürfen.

Sendung: Filter am 07.01.2019 ab 15 Uhr