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Modetrend Normcore Krass normal

Fleecepulli, verbeulte Jeans und Rentner-Beige - in New York liegt man damit jetzt voll im Trend. "Normcore" heißt dort der neue Mut zur Gewöhnlichkeit. Als ultimatives Style-Vorbild gilt der Look amerikanischer Touristen.

Von: Juliane Frisse & Mara Wecker

Stand: 04.03.2014

Modetrend Normcore | Bild: BR

Wie ein Hipster aussehen kann jeder: Anleitungen zum Standardoutfit mit Brille, Bart und Jutebeutel gibt's mit zwei Klicks im Netz. Jeder einigermaßen ambitionierte Onlineshop hat heute extra geschmacklose Retro-Prints im Sortiment. Über derart bemühte Individualität können echte Trendsetter nur müde lächeln. In Brooklyn, der Geburtsstätte des urbanen Hipstertums, heißt es mittlerweile: back to unauffällig. Normcore ist das neue Ding.

Bloß nicht auffallen

Normcore ist ein Wortspiel aus "normal" und "hardcore". Das bedeutet: Die passenden Klamotten müssen vor allem krass normal sein. Bloß nicht auffallen! Eine Standard-Alltagsuniform aus Röhrenjeans, Sneakers und Pullover ist damit aber nicht gemeint. Orientieren kann man sich dagegen an den typischen Outfits amerikanischer Touristen: schlecht sitzende, ausgewaschene Jeans, Käppi, Funktionskleidung, No-Name-Shirts, Tennissocken, festes Schuhwerk. So richtig gewöhnlich muss es sein.

Steve Jobs hat nicht nur das iPad erfunden, sondern auch den ultimativen Normcore-Style

Am besten so neutral, dass die Kleidung einer Person weder Rückschlüsse auf ihr Alter, noch auf ihre Szenezugehörigkeit liefert. Normcore ist, wenn du so angezogen bist, als ob du dich im Schrank deines seltsamen Onkels bedient hättest und dir Mode völlig egal wäre. Stilikonen sind deshalb der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs - bekannt für seine praktischen Joggingschuhe und verwaschenen Jeans - oder die pragmatisch gekleidete Serienfigur Jerry Seinfeld aus den 90ern.

Endlich echte modische Freiheit

Also doch wieder bloß ironisch-geschmacklose Hipster-Attitüde? Vielleicht ein bisschen. Hinter dem Normcore-Trend steckt aber auch eine Art Gegenreaktion zum Zeitgeist - sagt zumindest die New Yorker Trendagentur K-Hole: Superindividuell und authentisch sein zu wollen ist auf Dauer einfach zu anstrengend. Der Normcore-Style verspricht dagegen echte modische Freiheit.

Mit diesem Look aus dem Novembre Magazine fällt man garantiert nicht auf

Vielleicht ist der Normcore-Trend auch eine Reaktion auf die Entwicklung der Modeszene in den letzten Jahren: Der große Hype um Fashionblogs und Streetstyle-Fotografen macht es schwer, überhaupt noch aus der Masse der Modemenschen herauszustechen. Um aufzufallen, haben viele einen Paradiesvogel-Look entwickelt.
Die Normcore-Jünger setzen auf das genaue Gegenteil: möglichst unauffällige Kleider. Ihr modisches Statement: Fleecepulli und Bollerjeans.


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dahi., Sonntag, 06.April, 15:00 Uhr

3.

es hat doch etwas beruhigendes, wenn wirklich ALLES einen namen trägt.
nicht.

Erkenntnis, Dienstag, 18.März, 10:45 Uhr

2. Nun Ja...

schnarch gähn langweil
Einer schreibt es alle ziehen nach,vorallem wenn darüber im Internet geschrieben wird, ist dies eh schon alles alt. Nix Neues.

ziu, Mittwoch, 05.März, 17:05 Uhr

1. 4 Jahre alt

Den Trend ist schon wieder min 4 Jahre alt, aber egal