Jetzt Freak Jeremy Loops

Info Jeremy Loops aus Südafrika wollte eigentlich Anlageberater werden. Doch dann hatte er zum Glück einen besseren Plan: mit Loop-Pedal in 20 Länder reisen und Musiker werden. Nebenbei versucht er noch, Gutes für die Umwelt zu tun.

Nachhaltig feiern 6 Tipps für einen grüneren Festivalbesuch

Wir lieben Festivals – die Natur leidet aber oft unter unseren mülligen Hinterlassenschaften. Dabei ist umweltbewussteres Feiern gar nicht so schwer. Wir verraten euch, wie.

Von: Lena Großmann

Stand: 10.05.2019 | Archiv

Grafik zu 6 Tipps für einen grüneren Festivalbesuch | Bild: BR

Die schönste Zeit des Jahres steht an – die Festivalsaison! Aber leider bedeutet Festival nicht nur unvergessliche Konzertmomente, ausgelassene Flunkyball-Spiele auf dem Campingplatz und Tanzen bis die Füße bluten, sondern auch eine ganz schöne Umweltsauerei. Aber es geht auch anders – wir haben sechs Tipps, wie ihr beim nächsten Festival-Besuch ganz leicht grüner unterwegs seid.

Tipp 1: Mit den Öffentlichen anreisen

Eine der schlimmsten festivalbedingten Umweltsünden ist die Luftverschmutzung durch die Anreise – meistens kommen die Besucher nämlich aus allen Ecken des Landes oder sogar der Welt. Car-Sharing ist eine Lösung – dabei kann man sich schon im Auto mit Freunden und voll aufgedrehter Mucke der Lieblingsbands auf das Festival einstimmen. Noch besser ist es aber, das Auto stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Im Zug trifft man bestimmt auch schon andere Festival-Besucher – neue Kontakte sind vorprogrammiert. Bei vielen Festivals ist die Nutzung des ÖPNV sogar schon im Ticketpreis enthalten oder die Veranstalter bieten Vergünstigungen an. Beim PULS Open Air gibt es zum Beispiel einen kostenlosen Shuttlebus vom Bahnhof Geltendorf direkt zum Festivalgelände.

Tipp 2: Leihen statt kaufen

Das Zelt, die Iso-Matte, der Camping-Kocher: Es muss nicht immer alles neu sein. Viel einfacher ist es, das Festival-Equipment bei Freunden zusammen zu suchen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Manche Sachen kommen so auch mal wieder an die frische Luft und erleben ihren zweiten Sommer: Zum Beispiel das alte, grüne Zelt aus dem Keller der Großeltern. Noch ein Vorteil: Auf ausgeliehene Sachen passt man besser auf. So entstehen erst gar keine Zeltleichen.

Tipp 3: Müll aufsammeln

Jeder Festival-Fan kennt die Bilder vom Campingplatz nach mehreren Tagen Party: Riesige Müllberge, bestehend aus kaputten Camping-Stühlen, zerfetzten Pavillons bis hin zu Raviolidosen. Sind wir mal ehrlich: Das muss wirklich nicht sein. Die simple Lösung: Verlasst euren Platz weitestgehend so, wie ihr ihn vorgefunden habt und sammelt euren Müll wieder ein. Entweder man schmeißt ihn in eine eigene Mülltüte oder man geht zur nächsten Müllinsel. Die gibt es auf vielen Festivals und dort kann man oft sogar brav den Müll trennen. Bei den meisten Festivals zahlen die Besucher Müllpfand. Auch beim PULS Open Air ist das schon im Camping-Ticket miteingerechnet: Wer am Ende einen prall gefüllten Müllsack abgibt, bekommt fünf Euro zurück. Also: Alles mitnehmen, auch das kaputte Zelt vom Nachbarn!  

Tipp 4: Stylisch und grün im Second-Hand-Outfit

Natürlich muss auch auf dem Festival das Outfit stimmen! Moderiesen wie H&M und Primark haben das mittlerweile auch kapiert und bringen jedes Jahr pünktlich zur Festivalsaison extra Kollektionen raus. Aber für den perfekten Festivallook muss man seine Kohle nicht den umstrittenen Fashionkonzernen in den Rachen werfen. Zerrissene Jeans-Shorts, Cowboy-Hut und andere alte Schätze hängen auch im Second- Hand Laden – ist oft günstiger, ressourcenschonender und vor allem auch noch individueller! Vielleicht findet ihr da ja auch eine coole Regenjacke. Wenn es mal regnen sollte, schützt die nämlich viel besser als ein billiges Plastik-Regen-Cape oder selbstgebastelte Konstruktionen aus Mülltüte und Panzertape – das produziert eh nur Müll. Für alle Glitzer-Liebhaber gibt es auch eine nachhaltige Variante: Biologisch abbaubares Glitzer aus Zellulose. So gelangt kein Mikroplastik in Erde und Wasser.

Tipp 5: (Fast) Zero-Waste

Je weniger Müll man produziert, desto weniger muss man einsammeln. Und Verpackungsmüll lässt sich überall eindämmen, sei es im Badetäschchen oder wenn es ums Essen geht. Anstatt des kleinen Reise-Duschgels aus dem Plastikfläschchen könnt ihr zum Beispiel feste Seife nehmen. Die ganz Konsequenten können auch die Zahnpasta in Form von Kautabletten benutzen. Dafür braucht man nicht mal Wasser, der eigene Speichel genügt. Anstatt Pappteller oder Plastikbesteck könnt ihr zum Beispiel Produkte aus Bambus oder Emaillie benutzen. Emaillie ist besonders leicht, also perfekt für den Festival-Rucksack. Und: Mit dem Geschirr könnt ihr euch auch etwas an den Fress-Buden holen. Weil es unter der Sonne irgendwann warm wird, ist viel trinken angesagt. Wasser muss man aber nicht in Plastikflaschen mitbringen. Auf den meisten Festivals gibt es kostenlose Trinkwasserstationen, auch beim PULS Open Air. Glas ist auf dem Festivalgelände oft verboten, deswegen bringt ihr am besten Flaschen und Becher aus Edelstahl mit. Praktisch: Viele Edelstahl-Flaschen halten das Getränk länger kalt. Und: Man muss ja nicht unbedingt nur Wasser reinfüllen…

Tipp 6: Achtsamkeit

Think first, drop later. Mit ein bisschen Mitdenken kann man den Boden ganz leicht vor unnötigen Verschmutzungen bewahren. Zigarettenstummel gehören zum Beispiel nicht auf die Wiese, sondern in den Aschenbecher. Die gibt es auch in hosentaschenfreundlicher Größe. Natürlich darf auch Konfetti bei einem Festival nicht fehlen. Allerdings ist konventionelles Konfetti nichts anderes als sehr hübsch anzusehender Müll. Glücklicherweise gibt es aber - genau wie beim Glitzer - inzwischen auch biologisch abbaubare Versionen, zum Beispiel aus getrockneten Blüten. Und eine bessere Kombination aus Blumen, Festival und Konfetti gibt’s ja eigentlich gar nicht auf der Welt.

Sendung: PULS am 13. Mai 2019, ab 10 Uhr