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Mitgliederladen "ÖkoEsel" Die Alternative zum teuren Bio-Markt

In einem Laden in München lassen sich regionale und Fair-Trade-Produkte zum Einkaufspreis shoppen. Dafür muss man kostenpflichtig Mitglied werden. Wir haben getestet, ob sich der "ÖkoEsel" lohnt.

Stand: 03.04.2018

Der Mitgliederladen ÖkoEsel in München, Neuhausen. | Bild: BR/Lisa Hinder

Wer den Bio-Laden "Ökoesel" im Münchner Viertel Neuhausen zum ersten Mal betritt, merkt schnell, dass hier etwas anders ist: Auf die Begrüßung folgt für Neu-Einkäufer sofort eine kurze Erläuterung der Idee des Ladens. Denn der "ÖkoEsel" ist Münchens erster Mitgliederladen - und kommt mit dem großen Versprechen, nachhaltige Bio-Ernährung zu ermöglichen, ohne dass der studentische Geldbeutel sofort leer ist.

Der "ÖkoEsel" in München

"Das Besondere beim Mitgliederladen ist, dass wir uns über monatliche Mitgliedsbeiträge finanzieren und nicht über Produktaufschläge", erklärt Johannes Schmidt jedem Neuling. "Das heißt, die laufenden Kosten wie Miete oder unsere Lohnkosten, das wird über eine monatliche Gebühr bezahlt. Die Leute können die Produkte dann eben zu einem sehr viel günstigeren Preis einkaufen, als im normalen Laden." Vor eineinhalb Jahren hat der Soziologie-Student zusammen mit seinem Kumpel Konstantin Deininger und dessen Schwester Katharina den "ÖkoEsel" gegründet. Inzwischen haben sie über 100 Mitglieder überzeugt. Sie alle zahlen einen Beitrag von 15 Euro pro Monat und bekommen dafür Bio-Ware ohne Profitaufschlag.

Das Olivenöl kostet 2,30 Euro weniger als im Bio-Supermarkt

Das Sortiment gleicht dem eines kleinen Bio-Ladens: Es gibt nicht alles, aber von Obst und Gemüse über Müsli und Aufstriche bis hin zu Waschmittel schon sehr viel für den täglichen Bedarf. "Wir achten darauf, regionale und saisonale Ware anzubieten", sagt Katharina Deininger zur Obst- und Gemüseauswahl, "Exoten wie Bananen müssen fair gehandelt sein." Und weil das Angebot nicht ganz so groß ist wie im Supermarkt, wird durchgemischt: "Wenn es freitags Artischocken gibt, dann gibt es montags Kohlrabi."

Der Spontan-Vergleich eines Einkaufs mit den Preisen für die identischen Produkte im nahen Bio-Supermarkt zeigt: Die Rechnung geht auf. Das Olivenöl etwa kostet beim "Ökoesel" 4,69 Euro, im Biosupermarkt dagegen 6,99. Am Ende stehen im Supermarkt 29,95 auf der Rechnung, beim "Ökoesel" 23,13 Euro. Knapp 6 Euro gespart, also gut 20 Prozent günstiger. Wer hier zwei Mal die Woche seinen Einkauf macht, also acht Mal im Monat vorbei kommt, spart im Vergleich zum Biosupermarkt knapp 50 Euro. Die 15 Euro Mitgliedsbeitrag pro Monat muss man noch abziehen, sie wären aber eine sinnvolle Investition.

Ein kleiner Minuspunkt: Der "ÖkoEsel" hat bislang nur zwei Mal pro Woche geöffnet, montags und freitags. Dazwischen müssen die beiden Gründer Johannes und Konstantin in die Uni, um ihr Studium in Philosophie und Soziologie abzuschließen.

In Berlin gibt’s viele Mitgliederläden – in München erst einen

Johannes Schmidt und Katharina Deininger

Vor allem aber finden viele schade, dass es nicht mehr Mitgliederläden gibt. Johannes Schmidt erzählt, dass sie deshalb immer wieder Anrufe und Nachrichten bekommen: "Viele Leute, die zu weit weg wohnen, fragen, ob wir Zweigstellen eröffnen könnten." Noch ist das Trio aber ausgelastet damit, den ÖkoEsel auf die Beine zu stellen. Und sie wollen auch keine Kette werden, damit das Persönliche nicht verloren geht. Lieber wäre ihnen ein Netzwerk verschiedener Mitgliederläden in den unterschiedlichen Vierteln in München.

Bislang sind sie die einzigen – nicht nur in München, selbst im Rest von Bayern ist Johannes Schmidt kein anderer Mitgliederladen bekannt. Der nächste, von dem er weiß, ist in Stuttgart. Schmidt selbst hat die Idee beim Studium im hessischen Marburg aufgeschnappt. Das Nord-Süd-Gefälle sei bei den Mitgliederläden deutlich spürbar, in Berlin gebe es zum Beispiel viel mehr, sagt er. Warum es in München so kompliziert ist, einen Mitgliederladen auf die Beine zu stellen, da hat Schmidt eine Ahnung: "Aufgrund der Immobiliensituation ist es schwer, einen Raum zu finden, in dem man anfangen kann. Denn jeder Raum kostet super viel Geld." Ein Thema, das auch das Gründer-Trio gerade wieder beschäftigt, denn in seiner derzeitigen Räumlichkeit geht dem "ÖkoEsel" langsam der Platz aus.

Sendung: Filter, 27.03.2018 - ab 15.00 Uhr