Jetzt Slip Elliot Moss

Info Noch vor seinem Debütalbum hat der New Yorker Multiinstrumentalist Elliot Moss mit "Slip" 2015 einen viralen Hit gelandet - als Soundtrack zu einem Video des Tänzers Phillip Chbeeb, das weit über 20 Millionen Mal geklickt wurde.

CO2-Ausstoß durch Tourismus Wie unsere Reiselust das Klima killt

Eine Fernreise nach Bali oder ein Kurztrip nach London: Unser Tourismus ist für acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich – viel mehr als bisher gedacht. Hauptauslöser ist jedoch nicht der eigentliche Transportweg.

Von: Kevin Ebert

Stand: 08.05.2018

Ein Flugzeug fliegt an einer Erdkugel vorbei, die bereits ganz grau und tot ist.  | Bild: BR

Deutschland, Land der Urlauber. Egal, ob Bali, Washington oder Malle – wir fahren, fliegen und schippern unfassbar viel und gerne rund um die Welt. Doch was für uns Entspannung oder Abenteuer ist, verpestet die Umwelt. Obwohl wir es eigentlich längst wissen, wollen wir es nicht wahrhaben: Tourismus ist ein krasser Klimakiller.

Eine neue Studie der University of Sydney zeigt, dass acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen auf den Tourismus zurückführen sind. Dabei wird auch klar, wie verheerend sich die Reiselust der Deutschen auswirkt. Hinter China und den USA geht die größte Menge CO2 auf unser Tourismuskonto. In älteren Untersuchungen war stets von rund drei Prozent die Rede, die das Reisen zum Treibhausgasausstoß beiträgt. Der Grund für den deutlichen Anstieg ist, dass die australischen Wissenschaftler nun auch den Faktor Lebensmittel untersucht haben. Und der ist gewaltig.  

Hoher CO2-Ausstoß durch Lebensmittel im Urlaub

Klar, im Urlaub wird ordentlich gefuttert. 14 Tage Buffet machen sich auch auf der CO2-Waage bemerkbar. Die Lebensmittel müssen produziert und transportiert werden – und ein nicht unerheblicher Teil wird am Ende weggeschmissen. Was die Studie aber nicht berücksichtigt ist, dass natürlich auch in Deutschland im Alltag gegessen wird. Den Verbrauch, den man hätte, würde man zuhause bleiben, verrechnen die Forscher nicht mit dem Konsum im Urlaub. Hier könnte man noch ansetzen und die Ergebnisse präzisieren, sagen die Forscher selbst.

Für Niklas Höhne, Klimaexperte vom New Climate Institute Köln, geht es im Kern allerdings um etwas anderes: "Das Wichtige ist, dass man durch die Studie darauf aufmerksam gemacht wird, dass Lebensmittel einen sehr negativen Beitrag zum Klimawandel leisten. Ungefähr ein Drittel der globalen Treibhausgas-Emissionen sind direkt oder indirekt mit der Lebensmittelproduktion in Verbindung zu bringen."

Niklas Höhne erhofft sich durch die Studie, dass die Leute mehr darüber nachdenken, wie ihre Langstreckenflüge und Buffet-Schlachten am Ende den Klimawandel befeuern. Denn das Umdenken fange damit an, bewusster zu reisen. Und das kann ganz einfach sein: Zum Beispiel, indem man auch im Urlaub drauf achtet, bewusst einzukaufen und essen zu gehen.

Schlechtes Gewissen? CO2-Kompensation!

Alternativen zum Flugzeug gibt es auch. Gerade bei Kurztrips nach Berlin oder Amsterdam macht Zugfahren aus ökologischer Sicht viel mehr Sinn. Und mal ehrlich, so viel länger dauert es mit der Bahn nun auch wieder nicht. Wenn es die fernen Ziele sind, kommt man natürlich schlecht aus der Flugzeugnummer raus. Dann kann man zumindest darauf achten, Economy-Class zu fliegen und nicht Business. Platzsparen bedeutet hier Abgassparen. Auch wenn dann vielleicht der Komfort fehlt.

Und wer mit schlechtem Gewissen in einer Maschine nach Las Vegas sitzt, der kann sich Karma-Punkte in Form einer CO2-Kompensation erkaufen. Seiten wie atmosfair.de berechnen, wie viel man zahlen müsste, um die Reiseemissionen auszugleichen. Den Betrag kann man direkt dem Klimaschutz spenden. Für die Strecke von München nach Las Vegas wären das 111 Euro. Und das sollte uns die Umwelt doch wert sein, oder?

Sendung: Filter vom 08.05.2018 - ab 15 Uhr