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Imkern in der Stadt Biene gut, alles gut

Eigener Honig, eigene Bienen und trotzdem die U-Bahn vor der Haustür: Stadt-Imkern liegt im Trend. Und ist gar nicht so schwer. Wir klären die wichtigsten Fragen und verraten, was einige mit Bienen und Honig noch so anstellen.

Von: Caroline von Eichhorn

Stand: 28.05.2014

Ist Imkern gefährlich?

Für die meisten: nein. Nur wer eine Bienen-Allergie der Stufe 4 oder 5 hat, sollte die Finger von den Bienen-Völkern lassen. Für alle anderen ist Imkern ungefährlich. Freilich kann es passieren, dass hin und wieder eine Biene sticht - aber das tut sie nur, um sich zu wehren. Es hilft, ruhig zu bleiben und nicht der Panik zu verfallen.

Wo kann ich Imkern lernen?

Die klassischen Orts-Vereine und Garten-Kooperativen wie "O'pflanzt is" bieten Imker-Kurse an. In München gibt es circa 1.000 Imker und sieben Imker-Vereine. Darüber hinaus gibt es Fachberater für Imkerei und Imker-Schulen in jedem Bezirk. Viele Kurse sind kostenlos, einige kosten bis zu 150 Euro. Es empfiehlt sich, einmal pro Woche oder alle zwei Wochen zu einer Anfängerschulung zu gehen. Wer von der Erfahrung eines erfahrenen Imkers profitieren möchte, kann sich einen Patenimker suchen.

Wie lange muss ich üben, bis ich ein eigenes Bienenvolk halten kann?

Bevor man ein eigenes Volk bekommt, sollte man laut Experten zwei Saisons mitlaufen. Manche besorgen sich schon nach einem Jahr ein eigenes Bienenvolk. Allerdings steigt damit das Risiko, dass man die Tiere quält oder das Volk wieder verliert. Imkern hat viel mit Erfahrung zu tun. Auch Imker im zehnten Jahr lernen noch dazu.

Wie viel Zeit soll ich mir für mein eigenes Bienenvolk nehmen?

In der Schwarmzeit von Mitte April bis Ende Mai nimmt die Pflege des Bienenvolks etwa zwei Stunden pro Woche in Anspruch. In der restlichen Zeit reicht es, einmal wöchentlich zehn Minuten in den Bienenstock zu gucken.

Mehr als Honig - Kurioses von Hobby-Imkern

Honig-Magazin

Joana Kelen aus Augsburg gestaltet ein Magazin namens "Tod einer Königin"

Honig-Rezepte

Die Bastelwebseite "Instructables" hat in einem Wettbewerb kreative Rezeptideen rund um den Honig gesammelt.

Honig-Glas

Maksim Arbuzov aus Moskau hat ein schickes Honigglas gestaltet

Stadtteil-Honig

Sebastian Wendlandt aus München verkauft Stadtteilhonig - jeder Honig schmeckt anders, weil in jedem Stadtteil andere Pflanzen wachsen.

Honig-Verkaufsplattform

Die Münchnerin Viktoria Schmidt baut gerade eine Verkaufsplattform für Hobby-Imker auf.

Wie viele Bienen hat ein Volk?

Im Sommer hat ein Volk zwischen 30.000 und 60.000 Bienen. Im Winter reduziert es sich auf 10.000 bis 15.000 Bienen.

In welche Fallen tappen Nachwuchs-Imker häufig?

Das häufigste Problem ist der undisziplinierte Umgang mit den Bienen: Wer ein eigenes Volk hat, muss sich wöchentlich regelmäßig darum kümmern. Das ist heute sogar noch wichtiger als früher, weil die Bienen mehr Wetterumschwüngen und Umweltgefahren ausgesetzt sind. Wenn es etwa einen warmen Winter gab, und im März plötzlich der Frost kommt, kann es sein, dass das Bienenvolk daran zu Grunde geht.

Was kostet mich das eigene Volk?

Ein stabiles Bienenvolk kostet etwa 150 Euro (Es gibt auch ein paar nicht besonders ernst zu nehmende Angebote für 39,90 Euro). Zusätzlich benötigt man eine Erstausstattung, die insgesamt etwa 400 Euro kostet. Darin enthalten sind eine Magazin-Beute, ein Smoker, um die Bienen ruhig zu halten, ein Schutz-Anzug mit Handschuhen und Schleier für das Gesicht und Werkzeuge (Stockmeißel, Messer und eine Bienenbesen).


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