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Ich wär so gerne wie Bastian Schweinsteiger #NiemalsAufgeben

Bei Bastian Schweinsteiger läuft’s karrieretechnisch gerade nicht so gut. Aber ganz hinschmeißen? Kommt nicht in Frage. Egal ob schmerzende Knie oder blutende Platzwunde im Gesicht – von Schweini lernen heißt: durchhalten lernen.

Von: Verena Fücker

Stand: 02.08.2016

Die Parkplatzsuche in meinem Viertel hatte vor ein paar Monaten endlich ein Ende: Ich habe eine Garage für mein Auto gefunden. Die ist zwar ein Duplexstellplatz und natürlich muss ich dafür zahlen, aber trotzdem: Direkt im Haus! Geil. Endlich muss ich im Winter nicht mehr kratzen und mir macht beim Ausparken keiner mehr Beulen in meinen kleinen Golf.

Aber leider habe ich die Garage unterschätzt. Denn die Rampen dort sind so steil, dass mein Auto beim Berganfahren zurückrollt. Immer und immer wieder. Ich hab alles probiert: Ich bin mit Handbremse angefahren und hab sogar extra Fahrstunden genommen. Aber irgendwann musste es ja passieren: Ich habe den Kampf gegen die Duplex-Garage verloren. Seitdem zieren mein Auto eine verbeulte Stoßstange und ein eingedellter Kofferraum.

In dem Moment war klar: Ich gebe auf. In diese Garage fahre ich nie wieder rein. Auch wenn es vernünftig für meinen Geldbeutel ist: Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Ich will nicht gegen diese olle Garage verlieren. Das passt auch gar nicht zu mir. Nein, ich will weiterkommen – und nicht aufgeben. Ich wär so gerne wie Bastian Schweinsteiger.

Er hat sich vom blondgesträhnten Lausbub aus Kolbermoor zum Weltmeister und Kapitän der Nationalmannschaft entwickelt. Vom Schweini zu Bastian Schweinsteiger – Fußballgott!

Von Rückschlägen lässt er sich nicht entmutigen. Selbst wenn sie so ätzend sind wie der aktuelle: Jose Mourinho, sein Trainer bei Manchester United, hat Schweinsteiger nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen und ihn gebeten, seinen Spind zu räumen. Aber das wird ihn nicht stoppen: Denn ein Bastian Schweinsteiger hat noch nie aufgegeben. Zweimal WM-Halbfinale verloren, 2008 sogar das Finale bei der EM gegen Spanien? Und dann tanzen auch noch die frisch gekürten Sieger in einer Polonaise an ihm vorbei?

Egal. Mund abwischen, weitermachen. Das galt auch beim verlorenen Champions-League-Finale 2010 gegen Inter Mailand. Und erst dieser eine Elfmeter, den er 2012 beim Finale Dahoam gegen den FC Chelsea verschossen hat. Auch noch den entscheidenden! Ausgerechnet der Basti, der seit seiner Jugend beim FC Bayern spielt.

Aber selbst, wenn's mal nicht nach Plan läuft: Aufgegeben wird nicht. Denn Schweinsteigers Motto lautet:

"Das gehört dazu, da muss man sich reinhängen in so ein Spiel. Das spielt man nicht so oft in seinem Leben und auch wenn man Krämpfe hat oder ein Foul abbekommt – man muss weitermachen."

Bastian Schweinsteiger

Hat er auch gemacht. Und nach jahrelanger, harter Arbeit gab’s die Belohnung: Erst den Champions-League-Titel 2013.

Und dann 2014 den hier:

Der Weltmeistertitel für Deutschland! Spätestens an diesem legendären Abend in Rio hat die ganze Welt gesehen: Ein Bastian Schweinsteiger gibt NIE auf. Auch nicht, wenn er nicht mehr laufen kann, wenn der ganze Körper schmerzt und aus einer riesigen Platzwunde im Gesicht das Blut nur so fließt. Denn er lebt für dieses eine Ziel: gewinnen!

Und sollte dann noch mal ein Gegner oder eine Garage stärker sein, dann weiß ich dank Bastian Schweinsteiger jetzt: Niederlagen sind okay – aufgeben aber nicht. Eine neue Garage suchen? Kommt nicht in Frage. Ich geh‘s nochmal an, das Trauma mit meinem kleinen Golf und der Duplexgarage. Zur Not hab ich schließlich ne Vollkasko.


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