Der Burger danach Darum bekommt ihr Heißhunger, wenn ihr besoffen seid

Bier, Bier, Bier... Döner, Döner, Döner. Den Fressflash nach exzessivem Alkoholkonsum kennen wir alle. Britische Forscher haben jetzt endlich eine biologische Erklärung dafür gefunden.

Stand: 16.01.2017

Fressflash nach Alkoholkonsum | Bild: BR

Wir können es nur immer wieder versuchen. Wir können versuchen, nach dem Saufgelage direkt nach Hause zu gehen, viel Wasser zu trinken und uns schlafen zu legen - aber wir scheitern regelmäßig. Meistens endet der Abend in der nächsten Fast-Food-Bude oder wir schieben uns relativ wahllos alles zwischen die Zähne, was wir an Essbarem in der eigenen Küche finden. Denn wenig ist geiler, als sich sturzbetrunken mit möglichst hart ungesundem Zeug den Magen vollzuschlagen. Eine Umfrage in Großbritannien hat sogar herausgefunden, dass knapp ein Drittel aller Vegetarier betrunken Fleisch isst. Starker Wille? Fehlanzeige.

Am nächsten Tag kommt dann zum Kater meistens noch die Reue über die unnötigen Extrapfunde dazu. Aber jetzt kommt die gute Nachricht: Wir können gar nichts dafür. Forscher des Francis Crick Institute in London haben nämlich herausgefunden, dass das exzessive Suff-Fressgelage durch einen neuronalen Mechanismus ausgelöst wird.

Bisher hat man den Fressflash durch den sogenannten "Aperitifeffekt" erklärt, also dadurch, dass wir nach Alkoholkonsum unseren Bedarf an Nahrung nicht mehr richtig einschätzen können. Die Forscher vom Francis Crick Institute haben jetzt aber auch eine biologische Erklärung. Alkohol würde nämlich die sogenannten AgRP-Neuronen im Gehirn stimulieren, die den Appetit regulieren. Und die signalisieren uns im Suff, dass wir Hunger haben, obwohl wir nicht hungrig sind.

Könnte bitte mal jemand nen Neuronenblocker erfinden?

Für ihre Untersuchung haben die Forscher übrigens Mäusen über drei Tage lang Alkohol injiziert - eine zweite Gruppe Mäuse bekam keinen Alkohol. Das wenig überraschende Ergebnis: Die besoffenen Mäuse aßen mehr als ihre abstinenten Kollegen. Wurden die appetitfördernden AgRP-Neuronen bei einigen Mäusen blockiert, hörte das große Fressen sofort wieder auf.

Da es solche Neuronen-Blocker noch nicht für den Menschen gibt, müssen wir uns wohl weiterhin damit abfinden, dass unser Gehirn im Suff magisch von Kohlehydraten angezogen wird. Aber zumindest können wir die Schuld jemand anderem in die Schuhe schieben: unserem verdammten Gehirn!