Jetzt Bikini Caroline Rose

Info Als Tochter einer Chanson-Sängerin spielt Caroline Rose früh Klavier. Aber mit 12 Jahren schlägt ihr Herz für Rock und Metal. Bei "Bikini" (2018) klingt die ehemalige ESC-Kandidatin als ob Plastic Bertrand auf Elastica trifft.

"Du bist ein Zauberer, Harry!" So viel Realität steckt in Harry Potter

Fliegende Besen, Zauberer und Eulen als Postboten - ziemlich weit weg von unserer Welt, oder? Nö. Das Universum von Harry Potter und die Wirklichkeit haben ziemlich viel gemeinsam, behaupten zwei Naturwissenschaftler.

Von: Nina Lenz

Stand: 04.10.2018

Harry Potter und der Stein der Weisen, (HARRY POTTER AND THE SORCERER S STONE) GB-USA 2001, Regie: Chris Columbus | Bild: picture-alliance/dpa United

In die Zauberwelt von Harry Potter kann man sich so schön flüchten, sich an seine Kindheit erinnern oder an die ganzen Sonntage, die man verkatert im Bett Harry Potter schauend verbracht hat. Dass einzelne Dinge in der Geschichte um den Zauberer Harry, die uns erstmal extrem abwegig vorkommen, gar nicht so realitätsfern sind, zeigen die Autoren Mark Brake und Jon Chase in ihrem Buch "Die Wissenschaft hinter Harry Potter". Zum Beispiel sind diese fünf magischen Helfer verdammt nah an unserer Realität dran.

1. Die Todesser sind die Faschisten der Harry Potter-Welt

Ein ungutes Gefühl hatte man bei den Todessern ja schon immer. Gut, kann am unangenehmen Namen liegen. Aber die Anhänger von Voldemort weisen verdammt viele Parallelen zu Faschisten auf, wie wir sie definieren. Es gibt einen 14 Punkte Katalog, den der Soziologe Lawrence Pitt zur Erkennung von faschistischen Regimes aufgestellt hat. Jeder einzelne Punkt wird erfüllt. Zum Beispiel wollen die Todesser "Reinblüter" sein und sich nicht mit Muggeln, also Menschen, die nicht zaubern können, mischen. So ruft Malfoy Hermine öfter mal "Schlammblut" hinterher, wenn sie ihm gerade mal wieder seine Arroganz aufweist.

Die Todesser verachten Menschenrechte, sie foltern, sie wollen das einzige Medium, nämlich den Tagespropheten, kontrollieren. Und zu guter letzt: Sie bestrafen Verbrecher und Gegner auf das Übelste. Auch ein Symbol haben sie - das dunkle Mal, den leuchtend grünen Schädel.

2. Auch in der realen Welt gibt es Wahrheitsseren

Das vollkommen durchsichtige Gebräu Veritaserum lässt einen nur noch die Wahrheit sagen. Praktisch bei Verhören oder einfach, wenn man extrem neugierig ist. Professor Umbridge ist zum Beispiel großer Fan des Veritaserums und möchte Harry damit geheime Informationen über Sirius Black und Dumbeldore entlocken. Schon in den 20er Jahren wurde in England eine ähnliche Wahrheitsdroge eingesetzt: Scopolamin. Die hatte aber zu viele Nebenwirkungen. Weiterentwickelt werden diese sogenannten "Barbiturate" aber auch heute noch eingesetzt. Sie verlangsamen das Denken, machen allerdings sehr gesprächig. Und danach kann man sich nicht mehr an das Gesagte erinnern. Das klingt verdächtig nach einem anderen, sehr verbreiteten Veritaserum unserer Welt: Das Gläschen Wein oder Bier zu viel.

3. Medikamente sind unsere Zaubertränke

Captain Obvious dieser Liste, könnte man sagen, aber Fakt ist: Die allermeisten Medikamente sind aus Pflanzen entstanden – genauso wie Zaubertränke. Salicylsäure, die unter anderem in Aspirin drin ist, gehört zum Beispiel zu der Gruppe der Phenole, ist also ein Pflanzenstoff. Und wenn Harry Potters Mitschüler, Fan-Favorit Neville fein säuberlich eine Pflanze zerschneidet, um daraus einen Zaubertrank zu machen, dann ähneln sich da unsere Welt und die von Harry Potter schon sehr.

4. Auch wir haben Schockzauber – auf eine andere Art

Stupor! Das ist das Zauberwörtchen, was den Gegenüber zum Erstarren bringt. Es wird vor allem genutzt, um Gegner kampfunfähig zu machen, im Duell zum Beispiel. Den Zauber lernt Harry zur Vorbereitung des Trimagischen Turniers. Stupor macht bewusstlos. Also ist der Spruch eigentlich einfach ein eleganter K.o. Schlag, nur ohne Schädel-Hirn-Trauma. Und genau das gibt es auch bei uns - und zwar in Form von Narkosemitteln. Klingt komisch und einfach, ist aber so. Und weil der Zauber natürlich von der Ferne ausgelöst wird, kommen hier nur Narkosegeschosse in Frage, die man auch gerne mal bei wilden Tieren benutzt. Für die ganz Schlauen: Ein Elektroschocker ist übrigens nicht das gleiche, weil der nur so lange wirkt, wie er auch in Kontakt mit der betreffenden Person ist.

5. Wir könnten bald einen Liebestrank brauen

Jeder hätte irgendwann im Leben schonmal gerne mal einen Liebestrank gehabt und benutzt – und jeder oder jede, der/die etwas Gegenteiliges behauptet, lügt mir sehr großer Wahrscheinlichkeit. Wäre ja auch sehr praktisch. Amortentia ist der Liebestrank, den zum Beispiel Ron Weasley durch Pralinen verabreicht bekommt und völlig durchdreht. Der Trank ist nämlich nicht nur ziemlich wirkungsvoll, sondern auch ziemlich gefährlich. Dass Ron durch den Trank so in Fahrt kommt, ist aber ziemlich realistisch: Beim Vorgang des Verliebens passieren in unseren Gehirnen nämlich abgefahrene Dinge. Es werden chemische Botenstoffe ausgeschüttet, die unsere Bindungswilligkeit steigern. Dopamin zum Beispiel sorgt dafür, dass wir einen überaus großen Drang nach körperlicher Nähe und Sex verspüren. Dopamin und andere Botenstoffe bilden dann den Liebestrank, von dem wir alle schon mal nippen durften. Sobald die Forschung herausgefunden hat, wie man die bestimmten Botenstoffe reproduzieren kann, wird man einen Liebestrank herstellen können. Das ist zwar gerade noch nicht der Fall. Aber die Theorie ist schon mal bekannt!

Harry Potter Welt vs. Realität

Was auffällt beim Harry Potter Reality Check: Vor allem die negativen und gefährlichen Dinge gibt es auch bei uns. Und das ist wahrscheinlich ein Grund, warum man irgendwie gerne in der Welt von Harry Potter leben würde. Diese Dinge sind uns nicht vollkommen fremd, aber einfach cooler oder bezwingbarer als in der Realität - und wenn es nur darum geht, Berty Botts Bohnen mit Popelgeschmack zu haben, um jemanden damit ärgern zu können.

Das Buch "Die Wissenschaft hinter Harry Potter: Magische Phänomene naturwissenschaftlich erklärt" von Mark Brake und Jon Chase ist im riva Verlag erschienen.

Sendung: Plus 1, 03.10.2018 - ab 14.00 Uhr