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Master in Intelligence and Security Studies In München gibt es jetzt einen Studiengang für Geheimagenten

Auch Deutschlands Beschatter und Lausch-Spezialisten müssen sich weiterbilden. Die Bundeswehr-Uni in München bietet deswegen jetzt einen neuen Studiengang für Sicherheits-Beamte von BND, Verfassungsschutz und Bundeswehr an.

Von: Robin Köhler

Stand: 17.01.2019

Agent mit Doktor-Hut versteckt sich hinter Zeitung | Bild: BR

Einmal Agent sein. Einmal wie James Bond die Welt retten und dabei komplett lässig aussehen. Ist wahrscheinlich von vielen ein kleiner Kindheitstraum. Auch wenn das reale Leben von Geheimagenten wohl nüchterner aussieht, stellt sich die Frage: Wie werde ich eigentlich Agent? Na mit dem richtigen Studium! "Master in Intelligence and Security Studies" (MISS) heißt der neue Studiengang, der jetzt zusammen von der Bundewehr-Uni und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in München angeboten wird. Eine akademische Ausbildung für Nachrichtendienstmitarbeiter, der Uni zufolge geht es um "sicherheitsrelevante Sachverhalte, Probleme und Entwicklungen".

Handwerkszeug steht nicht auf dem Lehrplan

Leider, leider lernen die Studierenden hier kein Beschatten, Karate oder ultracooles Wodka-Martini schlürfen. Das Handwerkszeug von Sicherheitsbeamten steht nämlich nicht auf dem Lehrplan. (Verdammt!!1!1!) Stattdessen geht’s um akademische Hintergründe, die etwa BND-Beamten bei ihrer Arbeit helfen können. Laut Prof. Uwe Borghoff, einem der Studiengangsleiter, kommen die Studierenden zum Beispiel mit "den juristischen Rahmenbedingungen der nachrichtendienstlichen Arbeit in Berührung". Nach dem Motto: Was ist wann erlaubt und wo überschreitet ein Dienst seine Grenzen?

Aber auch andere Disziplinen lehren die Professoren: Was für politische Hintergründe sind bei Straftaten zu beachten? Welche psychologischen Aspekte können bei der Tätersuche helfen? Auch Geschichte spielt eine Rolle: "Wir blicken zurück auf Erfolge und Misserfolge der Nachrichten- und Sicherheitsdienste." Schließlich soll sich ein Behördenversagen wie zum Beispiel beim NSU nicht wiederholen. Außerdem geht’s in Zeiten von Cyber-Terrorismus und digitaler Kriegsführung auch um viel Informatik.

Normalos nicht zugelassen

Wer jetzt Lust bekommen hat, seine Skills in akademischen Geheimdienst-Krämereien auszubauen… Sorry, aber MISS kann man nicht einfach so studieren. Für den Master-Studiengang werden nur Mitarbeiter von deutschen Nachrichtendiensten zugelassen - also Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz oder Militärischem Abschirmdienst. Ansonsten können sich noch Offiziere von der Bundeswehr oder Beamte zum Beispiel vom Bundeskriminalamt Hoffnungen machen.

"Wir verlangen von unseren Studierenden eine Sicherheitsüberprüfung der höchsten Stufe", sagt Prof. Borghoff. Und die bekommen eben nur Mitarbeiter der erwähnten Dienste. Grund ist, dass die Vorlesungen und Seminare teilweise echtes Geheimmaterial behandeln oder Techniken der Geheimdienste erklären, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Teambuilding unter Agenten

Gut, dass sich Sicherheitsbeamte und Agenten jetzt weiterbilden können. Aber warum eigentlich erst jetzt? Tatsächlich orientiert sich das neue Studium an Vorbildern aus Großbritannien und den USA. Dabei geht es nicht nur darum, die eigenen Beamten besser für die komplexer werdende Sicherheitslage in der ganzen Welt zu wappnen. Laut Prof. Uwe Borghoff gab es den politischen Wunsch für das Studium auch deshalb, damit sich die Mitarbeiter in Zukunft besser vernetzen.

Dass ein Verfassungsschützer neben einem BND-Beamten und Bundeswehr-Offizier im Hörsaal sitzt, sei keineswegs normal, sondern was ganz Neues. "Was wir ausbilden, ist ja letztlich irgendwann der Führungsnachwuchs der Dienste des militärischen Nachrichtenwesens und ähnlichem", sagt Borghoff. Wenn die sich kennen und vertrauen und dabei noch die gleiche Sprache sprechen, sei schon viel gewonnen.

Sendung: Filter, 17.01.2019 - ab 15.00 Uhr