Jetzt Just When Yellow Days

Info Yellow Days hat seine ersten R'n'B-Songs mit gerade mal 17 Jahren veröffentlicht. Damals haben schon seine im Schlafzimmer in Haslemere (England) aufgenommenen Songs überzeugt. Das bleibt auch so bei "Just When" (2019).

06:04 Uhr Julia Jungle


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Nachhaltige Bikinis Baden in fairen Stoffen

15 Euro für einen Bikini - ein super Preis. Nicht so super sind oft die Bedingungen für die Umwelt und die Näherinnen. Wir stellen drei Modelabels vor, die mit guten Ideen eine faire Alternative zu 08/15-Bademode anbieten.

Von: Juliane Neubauer

Stand: 07.07.2016

Sofie Andersson ist 25, kommt aus Schweden und hat schon als Kind gerne mit alten Kleidungsstücken experimentiert, sagt sie. Upcycling war ihr damals noch kein Begriff. Nach ihrem Modestudium in Italien und London hat sie schnell gemerkt, dass sie sich in der rücksichtslosen Fast-Fashion-Industrie nicht wohl fühlt. Vor etwa einem Jahr gründete sie deshalb ihr eigenes Modelabel - Anekdot. Sie will es besser machen. In ihrem kleinen Atelier in Berlin zeigt Sofie ihre Kollektion von zarter, femininer Unterwäsche und schlichte, aber detailreiche Bikiniteile.

Sofie Andersson macht Upcycling Bademode und Lingerie: aus Stoffresten was ganz neues! | Bild: Anekdot

Sofie Andersson von Anekdot

Sofie erklärt: "Alle Materialien sind hochwertige Überbleibsel aus der hochpreisigen Modeindustrie, die ich upcycle. Die sammle ich zusammen von verschiedenen Orten in der Welt und mache daraus Mode für die moderne Frau. Angefangen habe ich damit, weil ich die soziale Ungerechtigkeit und den Umgang mit der Umwelt  in der Wegwerfmodeindustrie nicht gut finde."

Jedes der rund 60 Stücke hat sie selbst entworfen und genäht. Für die Schwimmkollektion konnte sie Stoffreste der Sportmarke Speedo mitnehmen. Für Bikiniteile braucht Sofie nur kleine Stoffstücke - Reste zu verwenden ist dafür ideal. Und selbst das, was bei ihrer Arbeit von den Stoffen übrigbleibt, verarbeitet sie weiter - zu Haargummis zum Beispiel.

Badesachen aus Meeresplastik

Wer am Meer baden geht, kann am angeschwemmten Müll kaum vorbeisehen. Mauricio Palma und seine Frau Sonja haben sich darüber nicht einfach nur geärgert, sondern sich davon inspirieren lassen, sagt Mauricio: "Wir haben in den letzten 20 Jahren gesehen, besonders ich als Costa Ricaner, wie sich unsere Strände geändert haben, wie viel Kunststoff, wie viel Plastik, wie viel Müll da rumliegt. Und wir dachten, vielleicht kann man diese Leidenschaft, die man für Mode und Strandmode hat, nutzen, um einen besseren Ort zu schaffen."

Genau das versuchen die beiden mit ihrem Label Woodlike Ocean. Die Bikinis und Badeanzüge sehen zwar total normal aus und fühlen sich auch so an. Dabei sind sie zu 100 Prozent aus recyceltem Plastikmüll und herrenlosen Fischernetzen aus unseren Meeren. Freiwillige Taucher von der Healthy Sea Initiative suchen europaweit verlorengegangene Netze auf dem Meeresgrund. Die Netze werden in einer Fabrik in der Slovakei zu "Econyl", einem recycelten Garn verarbeitet. Und das steckt in den Badeanzügen und Bikinis von Woodlike Ocean.

Bikinis von Omis gehäkelt

Auch Anna Berger und Eva Swoboda wollen mit ihrem Label e.a. seawear eine Alternative zu herkömmlicher Bademode anbieten. Inspiriert von den 70er-Jahre-Häkelbikinis von Annas Mutter, wollten sie das Häkelhandwerk ins heute holen. Die Idee stellte die beiden vor einige Herausforderungen - denn Wolle und Wasser vertragen sich nicht gut, sagt Eva. Darum haben sie und ihre Partnerin sich gefragt: "Ist es irgendwie möglich, ein Material zu finden, mit dem man auch schwimmen gehen kann? Das auch ein zeitgenössisches gestalterisches Element sein kann? Und gibt es Menschen, die noch häkeln können? Wahrscheinlich irgendwelche Omis - könnten wir nicht mit denen zusammen Bikinis häkeln?"

Eva Swoboda und Anna Berger von e.a seawear

Die ersten häkelbegeisterten Omis und Hausfrauen fanden sie über einen Aushang im Supermarkt. Gemeinsam mit den Frauen erarbeiteten Anne und Eva die Häkelmuster. Anders als bei den Häkelbikinis aus den 70ern sind ihre nicht aus Wolle, sondern aus einer haltbaren Kunststofffaser, die in Form bleibt, auch wenn der Stoff nass wird. Das Garn wurde extra für e.a. seawear entwickelt und in Deutschland gesponnen.

Noch verkaufen die drei Modelabels nur eine kleine Anzahl Badeoutfits. Aber die Nachfrage nach nachhaltiger Mode steigt und vielleicht ist "fair" bald auch am Strand kein Fremdwort mehr.

Übrigens gibt es auch für Jungs Bademode aus recyceltem Material - zum Beispiel von den Labels Bleed, Knowledge Cotton Apparel oder Dedicated.


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