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Münchner plant Cannabis-Therapiezentrum Wo nur noch Gras hilft

Marihuana wird legal. Ab März gibt‘s für Kranke Cannabis auf Rezept - allerdings nur als Rezept für Schmerzpatienten. Weil sich kaum ein Arzt damit beschäftigt, soll nun in München das erste Therapiezentrum für Cannabis entstehen.

Von: Wieland Mikolajczyk

Stand: 22.02.2017 | Archiv

Cannabis-Pflanzen, aus denen auch Marihuana hergestellt wird | Bild: picture-alliance/dpa

Cannabis für Schwerstkranke – in Deutschland ging das bis jetzt nur mit Ausnahmegenehmigung und war außerdem verdammt teuer. Ein neues Gesetz soll das jetzt ändern: Ab März dürfen Ärzte Cannabis auf Rezept verschreiben, die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Klingt endlich nach Happy End?

Wenn man Wenzel Cerveny fragt: Nur bedingt. Der Münchner setzt sich seit Jahren für die Legalisierung von Cannabis ein. Er prophezeit: Viele Ärzte werden trotzdem kein Cannabis verschreiben – sie fürchten um ihren Ruf und wollen nicht als "Kiffer-Ärzte" dastehen. Deswegen will Cerveny das erste Cannabis-Therapiezentrum in Deutschland gründen. Ein Zentrum mit Ärzten, die sich mit Cannabis auskennen und das Medikament an Patienten verschreiben. Auch Konsumieren geht klar – solange man Patient ist. Kein Zutritt für Genuss-Kiffer.

"Diese Cannabis Lounge dient nur den Patienten, die bei uns auch tatsächlich Patienten sind und über unsere Ärztin ein Cannabisrezept haben. Dort können sie ungestört in der Öffentlichkeit ihr Cannabis konsumieren und sich auch unter gleichgesinnten Patienten austauschen."

- Wenzel Cerveny, Initiator des Cannabis-Therapiezentrums

Hanf für alle gibt’s trotzdem – in Form von THC-freien Produkten im Bistro. Dort können kritische Besucher ihre Vorurteile abbauen. Wenzel Cerveny will mit regelmäßigen Vorträgen über die Vorzüge von Cannabis informieren und die Droge "entstigmatisieren".

Das ist vor allem den Kranken wichtig, die nicht in die Kiffer-Ecke gedrängt werden möchten. Zu ihnen gehört zum Beispiel Franz Wolf – er leidet unter starken Schmerzen und ist auf die Cannabis-Therapie angewiesen. Die herkömmlichen Medikamente haben seinen Magen ruiniert.

"Ich begrüße das Zentrum, weil Cannabis eine sehr potente Heilpflanze ist, die eine große therapeutische Breite hat und vor allem ein sicheres Medikament ist. Man darf einen Freizeitkonsum nicht mit der Nutzung als medizinische Pflanze vermengen, weil das eine mit dem anderen relativ wenig zu tun hat."

– Franz Wolf, Cannabis-Patient

Damit Deutschlands erstes Cannabis-Therapiezentrum auch Wirklichkeit werden kann, sammelt Cerveny gerade Geld über die Online-Plattform Transvendo. Das Finanzierungsziel: Eine schlappe Millionen. Aber schon 500.000 Euro reichen, um das Zentrum in München aufzubauen. Die andere Hälfte soll - sofern sie zusammenkommt - in ein zweites Zentrum fließen.