Crowdfunding für Deggendorfs Szenetreff Das Café Holler braucht Unterstützung

Das Café Holler gehört fest zur Subkultur Deggendorfs und ist beliebter Treffpunkt von DJ-Größen, Studierenden und Geflüchteten. Jetzt hat der Szeneladen ein Crowdfunding gestartet, damit das auch so bleiben kann.

Von: Robin Köhler

Stand: 01.02.2019

Cafe Holler in Deggendorf | Bild: Facebook/Cafe Holler

München, Nürnberg, Regensburg: Alle reden immer nur über die großen Städte und wie geil man dort feiern kann. Dabei geht das auch auf dem Land, wie PULS mit der Club-Landkarte zeigt. Darauf darf auch das Café Holler aus Deggendorf nicht fehlen. Was früher wirklich ein Café war, ist seit 2014 feste Institution der lokalen Nachtszene.

Egal ob Hipster, Geflüchtete, Studierende oder Zugereiste aus der Großstadt – alle sind willkommen, um zu feiern, trinken und zu quatschen. Regelmäßig gibt es Konzerte, die Musikrichtungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Café Holler will jungen Künstlern eine Bühne bieten und eher Kulturtreff sein, als ein Ort zum Kohle scheffeln.

Soziotop bittet um Spenden um zu Bleiben

Vor kurzem haben die Betreiber um Claudia Holler ein Crowdfunding auf startnext gestartet. Sie brauchen Geld, um dringende Investitionen im Café zu bezahlen. Die alte Heizung fresse extrem viel Strom, Maschinen wie Mixer und Kaffeemaschine gingen ständig kaputt. "Kürzlich ist ein Weißbier über dem Mischpult ausgelaufen, dann sind wir natürlich in Not", sagt Holler.

Das Problem: Die Kundschaft des Café Holler gehört nicht unbedingt zur oberen Mittelschicht a lá Friedrich Merz. "Dadurch, dass wir nicht so ein reiches Klientel haben, machen wir halt nicht so hohe Umsätze", sagt Holler. Als Heimat für Reparatur- und Asylcafé, bestimmen Gäste die Preise für Mahlzeiten oder die abendlichen Konzerte teilweise selbst. Konsumzwang gibt es nicht und es steht immer Trinkwasser auf der Theke. Das macht zum einen den Reiz der Location aus, wirft auf der anderen Seite aber nicht genug Geld ab, wenn mal wieder was kaputtgeht.

Nun also die Flucht nach vorne: Freunde des Cafés haben Claudia Holler auf die Möglichkeit eines Crowdfundings aufmerksam gemacht. Medientechnik-Studenten der nahegelegenen Uni halfen bei einem Videodreh. Holler konnte sich schnell mit der Idee anfreunden und sagt: "Wir haben vielen eine Plattform geboten in den letzten Jahren. Warum sollen wir unsere Sorgen nicht auch ein bisschen vergemeinschaften?"

Erst Crowdfunding, dann Kulturverein

Bisher sieht es gut aus für das Café Holler. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 10.02. Etwas über eine Woche vorher sind schon fast 12.000 Euro an Spenden eingegangen. Weit ist es also nicht mehr bis zum ersten Fundingziel von 15.000 Euro. Claudia Holler blickt seit Start der Kampagne wieder deutlich optimistischer in die Zukunft: "Es ist wunderbar, wie positiv die Leute reagieren. Einige drücken mir inzwischen auch direkt Spenden in die Hand, weil sie das Café nicht verlieren wollen."

Auf lange Sicht werden aber wohl auch die 15.000 Euro nicht reichen. Deshalb möchte das Team um Claudia Holler den Betrieb des Cafés irgendwann an "einen noch zu gründenden Kulturverein" übergeben, wie es auf der Crowdfunding-Plattform heißt. Alles, weil sich Claudia Holler ihren Wohnort ohne das Café Holler nicht vorstellen möchte: "Deggendorf braucht einen alternativen Treffpunkt, an dem unbekanntere Bands auftreten und Menschen unterschiedlichster Einstellungen zusammenkommen können."

Wenn Ihr das Café Holler beim Crowdfunding unterstützen möchtet, könnt Ihr das bis zum 10.02.2018 HIER tun.

Sendung: Filter, 01.02.2019 - ab 15.00 Uhr