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Die Jahrzehnte im Bodycheck Wie die Stars immer trainierter wurden

Waschbrettbauch? Fehlanzeige. In den Fünzigern konnte Elvis Presley noch ohne Sixpack zum Sexsymbol werden. Heute undenkbar. Wer die Hollywood-Stars durch die Jahrzehnte verfolgt, der sieht: Der Trend geht zum Mörder-Bizeps.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 08.07.2015

1951 - Marlon Brando

Marlon Brando war seiner Zeit weit voraus. Während seine Kollegen wie Humphrey Bogart oder Rock Hudson ihre Oberkörper in voluminösen Anzügen verstecken, zeigt der große Charackterdarsteller gern mal seine muskulösen Oberarme. Und die waren nicht nur für die Fünfziger gigantisch.

1955 - James Dean

Wirklich wichtig war in den Fünfzigern aber etwas anderes: Provokation, Tabubrüche und Auflehnung. James Dean war sicherlich kein übermäßig durchtrainierter Typ - die Rebellenattitüde und der verwegene Blick haben ihn aber zu einem der größten Sexsymbole aller Zeiten werden lassen.

1959 - Elvis Presley

Apropos Tabubruch: Wie der Body von Elvis Presley ausgesehen hat, weiß kein Mensch - außer ein paar Groupies vielleicht. Man kann erahnen, dass Elvis in den Fünfzigern bestimmt nicht schlecht beinander war, mit zunehmendem Alter hat dann aber doch die Plautze dominiert. Trotzdem sind die Frauen immer noch reihenweise in Ohnmacht gefallen. Der Hüftschwung war halt wichtiger als Bauchmuskeln.

1962 - Sean Connery

Sean Connery war mal schottischer Meister im Bodybuilding. 1950 war das. Als er Anfang der Sechziger zu James Bond wurde, ließ sich das allerdings nur noch erahnen, mit den Jahren kam immer mehr Bauchspeck dazu. Für einen Typen seines Kalibers aber völlig egal: Connery wurde noch 1999 zum Sexiest Man Alive gewählt, im Alter von 69 Jahren.

1966 - Clint Eastwood

Ja, Clint Eastwood war tatsächlich mal jung. Und bestimmt auch nicht unfit, wenn man sieht, wie er sich heute mit 85 noch bewegt. Aber von wirklichen Muskelbergen war Eastwood auch als Jungspund weit entfernt. Respekt verschaffte er sich eher mit der Knarre. Make my day!

1967 - Dustin Hoffman

Einmal mit Mutter und Tochter ins Bett steigen - der geheime Traum vieler Männer. Mit seiner Rolle in "Die Reifeprüfung" wurde Dustin Hoffman weltbekannt. Dass alle Frauen auf ihn flogen, lag aber weniger an seinem Body, als an seinem jugendlichen Aussehen. Bei den Dreharbeiten zu "Die Reifeprüfung" war Hoffman schon über 30, spielte aber völlig glaubwürdig einen 20-Jährigen.

1974 - Jack Nicholson

Jahrelang spielte Nicholson nur in B-Movies mit, bevor ihm mit "Easy Rider" der internationale Durchbruch gelang. Der Streifen wurde zum Kultfilm für die Hippie-Generation, der es um Freiheit, Liebe und Frieden ging. Ein übertriebener Körperkult war in den Siebzigern verpönt - Nicholson ist das beste Beispiel dafür.

1977 - Burt Reynolds

Der schönste Schnauzbart des Planeten war in den Siebzigern ein absoluter Superstar. Umso schockierender, als er sich 1972 für die Cosmopolitan splitternackt auf ein Bärenfell legte und so zum ersten männlichen Centerfold der Geschichte wurde. Wie muskulös er war? Weiß kein Mensch, Burts Body war von seinem eigenen Bärenfell bedeckt.

1978 - Woody Allen

Woody Allen und Muskeln - das geht zusammen wie Affen und Gehirnchirurgie. Trotzdem war der Regisseur beliebt bei den Frauen und unter anderem mit Stars wie Diane Keaton und Mia Farrow zusammen. In den Siebzigern kam es offensichtlich noch mehr auf die inneren Werte an.

1982 - Sylvester Stallone

Bodybuilding, Crossfit, Aerobic - in den Achtzigern bricht zum ersten Mal der große Fitnesshype aus. Konsequenterweise spiegelt sich das auch auf der Leinwand wieder: Mit Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren bricht das Zeitalter der muskelbepackten Actionhelden an. Schauspielern können die wenigsten - dafür Autos durch die Gegend werfen.

1986 - Tom Cruise

Von Natur aus ist Tom Cruise eigentlich eher klein und schmächtig. Das passt aber gar nicht ins Bild der Achtziger. Also prügelt sich Cruise solange ins Fitnessstudio, bis jeder einzelne Teil seines Körpers stahlhart ist. Mit so einer Einstellung wird man dann auch zu einem der erfolgreichsten Schauspieler aller Zeiten.

1987 - Mel Gibson

Mel Gibson. Mel "Shiny Butt" Gibson. In "Mad Max" noch spindeldürr, in "Lethal Weapon" schon so durchtrainiert, dass die Szene, in der er nackt durch seinen Wohnwagen schlendert, bis heute für Entzücken bei der weiblichen Bevölkerung sorgt. So werden Karrieren gemacht.

1988 - Bruce Willis

Bruce Willis läutet so langsam die Neunziger ein, wo Coolness über Fitness siegt: Zwar sieht man ihm deutlich an, dass er schon öfter Mal eine Muckibude von innen gesehen hat, ein stahlharter Waschbrettbauch steckt aber nicht unterm Unterhemd. Passt auch nicht so gut zu Kippen und Bier.

1993 - Johnny Depp

Johnny Depp hat zwar tausend Gesichter und kann sich für jede Rolle komplett verwandeln - was aber immer bleibt, ist sein Körper. Muskeln zugelegt hat Depp noch nie. Aber das ist in den Neunzigern auch nicht so wichtig. Hauptsache lässig.

1994 - Brad Pitt

Brad Pitt gilt in den Neunzigern als der Frauenschwarm schlechthin: groß, schlank, athletisch und braungebrannt. Stück für Stück wurde dann auch bekannt, dass er noch dazu extrem cool ist. Und cool, das ist eben das "muskulös" der Neunziger.

1997 - Leonardo DiCaprio

Leonardo DiCaprio hat eins schon immer getan: jünger ausgeschaut, als er ist. Als das Babyface im Alter von 26 "The Beach" dreht, sieht er aus wie ein Teenager - mit dem Körper eines Teenagers. Kurz darauf begann auch DiCaprio ein paar Kilo Muskeln draufzupacken - und bekam dann auch endlich erwachsene Rollen.

2001 - Russell Crowe

Russell Crowe verkörpert den Trend um die Jahrhundertwende perfekt: weg von dünn und athletisch, wieder hin zu ordentlich Muskeln - wenn auch nicht hart definiert. Dafür bringt er eine weitere Eigenschaft mit: Talent. Für seine Rolle in "Gladiator" gab's 2001 einen Oscar.

2004 - Christian Bale

Christian Bale ist der Next-Level-Mensch, weil er seinem Körper befehlen kann, wie er auszusehen hat. Mal mega-viechig wie in "American Psycho" oder "Batman", dann abgehungert bis auf die Knochen wie in "The Machinist" und zuletzt mit fetter Wampe in "American Hustle". Aber das funktioniert nur, weil er ein Fitness-Wahnsinniger ist.

2007 - Matt Damon

Viele Schauspieler starten mit einfachen Rollen in Actionfilmen und werden mit den Jahren zu Charakterdarstellern. Matt Damon macht es andersrum: In den Neunzigern so "Good Will Hunting", dann die Bourne-Trilogie und jetzt so "Elysium". Und den Body hat er für die Umschulung auch gleich mitgezogen.

2011 - Ryan Gosling

Man braucht bloß ein Zitat aus "Crazy, Stupid, Love", um Ryan Goslings Körper zu beschreiben: "Du schaust aus wie gephotoshopt!" Ja, tut er. Dabei war Ryan in "Lars und die Frauen" noch ein molliger Normalo. Aber dann merkt er, dass heute in Hollywood Talent und Dackelblick allein nicht reichen. Ohne Sixpack kein Sexsymbol.

2012 - Chris Hemsworth

In den Siebzigern wurde der ehemalige Mr. Universe Lou Ferrigno als Hulk besetzt, da er der einzige war, der ansatzweise so einen muskulösen Body hatte. 2008 wurde der Hulk einfach mit dem Computer animiert. Hätte man auch mit "Thor" machen können. Aber mehr Muskeln als Chris Hemsworth hat eh keiner.

2014 - Channing Tatum

Channing Tatum hat seinem muskulösen Körper alles zu verdanken: Nach der Schule hätte er eigentlich ein Stipendium als Footballspieler bekommen. Das hat er aber abgelehnt und stattdessen als Stripper gearbeitet. Daraufhin wurde er Model, dann Schauspieler. Zuletzt überzeugte er in dem oscar-nominierten Sportlerdrama "Foxcatcher". Das ist 2015 halt jetzt der Standard: Talent UND Body.


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