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Tipps & Ideen Drei Dinge, die ihr nach dem Abi machen könnt

Schulabschluss in der Tasche, aber die Frist für die Uni-Bewerbung verballert? Und jetzt dringend auf der Suche nach nem Studienplatz? Oder noch keine Ahnung, was ihr mit eurer Freiheit anstellen sollst? Lasst euch inspirieren.

Von: Frank Seibert

Stand: 18.08.2016

Abi und dann | Bild: BR

1. Studienplätze für Spätzünder

Ihr habt den Stichtag für die Uni-Bewerbung verrafft! Der 15. Juli wär's gewesen, so wie die letzten Jahre auch. Naja...ihr seid sicher nicht die einzigen. Ob wirklich vergessen oder einfach ein bisschen faul - egal. Und auch halb so wild. Denn es gibt noch ein paar Tricks, wie ihr doch noch im Hörsaal landet. Dafür braucht ihr nur ein bisschen Glück – und müsst recht spontan euer Leben umkrempeln.

Studienplätze bleiben dann frei, wenn sich jemand auf zehn Plätze beworben hat, vier Zusagen bekommt - aber nur einen Platz annehmen kann. Dann kommen die anderen Plätze zurück in den Lostopf... und da könnt ihr dann zugreifen. Auf der Webseite der Hochschulrektorenkonferenz findet ihr dazu eine Studienplatzbörse. Deutsche Unis tragen dort ihre Studiengänge ein, in denen für das kommende Semester noch Plätze frei sind.

Die Liste kann sich jeden Tag ändern. Deshalb solltet ihr immer mal wieder vorbeischauen. Bewerben müsst ihr euch dann bei den Unis direkt. Ein Beispiel: Beim Bachelor "Computer Games Technology" an der Fachhochschule Wedel gibt's aktuell noch Plätze. Wo auch immer Wedel ist.

Aber Obacht: Ein paar Studiengänge wie Medizin und Psychologie haben eine eigene Studienplatzbörse. Trotzdem - auch hier gibt's noch Möglichkeiten für Spätzünder:

Auf der Webseite von hochschulstart könnt ihr euch für ein so genanntes Clearingverfahren anmelden. Dabei werden noch nicht vergebene Studienplätze unter den Bewerbern verlost. Klingt kompliziert, ist aber relativ easy: Registrieren, Studienplatz auswählen, sich selbst die Daumen drücken. Der Clou: Die Clearingverfahren sind für alle offen – egal ob ihr euch davor auch schon beworben habt oder nicht. Das Prozedere lohnt sich also in jedem Fall, verlieren könnt ihr nix.

2. Der schnelle Weg zur Ausbildung

Direkt wieder auf die Schulbank hocken? Hausarbeiten, Vorlesungen, Frontalunterricht? Oder genug davon? Schon mal über 'ne Ausbildung nachgedacht? Vorteil: Ihr verdient euer eigenes Geld und studieren könnt ihr ja auch immer noch.

So wie Studienplätze bleiben jedes Jahr auch viele Ausbildungsstellen unbesetzt. Euer Glück! Auf der Webseite der IHK könnt ihr euch bequem von zuhause anschauen, was für dieses Jahr noch spontan im Angebot wäre. Allein im 20-Kilometer-Umkreis von Würzburg sind noch über 300 freie Plätze gemeldet. Von der IT-Systemkauffrau über Kraftfahrzeugmechatroniker, von der Hotelfachfrau bis zum Mediengestalter ist alles dabei.

Und wenn ihr euch nicht online entscheiden wollt, könnt ihr auch so genannte Last-Minute-Jobbörsen in der Umgebung besuchen. Die Bundesagentur für Arbeit plant die gemeinsam mit Handwerks- oder Handelskammer. Auf diesen kleinen Messen stellen sich dann die Unternehmen an einem Stand vor, die noch Azubis suchen. So eine Last-Minute-Jobbörse findet zum Beispiel in München am 10. September statt.

3. Erstmal raus, die Welt sehen!

Ihr wollt mal was machen, was nicht mit sitzen, melden oder Klausuren schreiben zu tun hat? Ihr wisst schon grob, in welche Richtung es gehen könnte, wollt euch aber nochmal versichern, ob das wirklich euer Ding ist? Dann gibt’s nichts besseres, als einfach mal für ein paar Wochen Praxisluft zu schnuppern. Der Vorteil: Praktika könnt ihr überall machen, auch im Ausland. Da gibt’s dann noch ein Sprachskills oben drauf – und ihr könnt noch nen kleinen Urlaub dran hängen.

Wer sich eher ein bisschen sozial engangieren will, der hat die Wahl zwischen unzähligen deutschen und europäischen Programmen: Das freiwillige soziale Jahr, den Bundesfreiwilligendienst, den europäischen Freiwilligendienst, kulturweit, weltwärts... Über die seid ihr dann auch versichert und bekommt ein Taschengeld für eure Arbeit. So ein Programm könnt ihr für ein halbes Jahr machen, meist lohnt es sich aber ein ganzes Jahr zu bleiben. Die Spanne der Aufgaben ist riesig: von der Mitarbeit in einem isländischen Öko-Hostel über die Betreuung von Menschen mit Behinderten in Riga hin zum Deutsch-Unterricht in Ulan Bator. Einige Hochschulen erkennen diese Dienstzeit sogar als Praktikum an. Und, wenn ihr spontan seid: Bei den meisten Organisationen gibt es entweder Restplätze – oder die Möglichkeit nachträglich einzusteigen.

Wer sich private Anbieter von Freiwilligendiensten aussucht, sollte genau hinschauen, ob sich das lohnt. Da gibt es zwar oft kurzfristig Plätze, die sind aber manchmal richtig teuer und haben einen fragwürdigen Nutzen für die Bevölkerung vor Ort. Denkt also darüber nach, ob ihr nicht mehr Last als Hilfe seid bei eurer Arbeit – und damit als Voluntouristen endet.

Noch ein Tip für Naturverbundene: Wwoofing. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Organisation "World-Wide Opportunities on Organic Farms". Kern des Projekts: Ihr geht auf einen Bauernhof irgendwo in der Welt und packt mit an – im Gegenzug gibt es Kost und Logis. Über die Webseite könnt ihr den Kontakt zu Gastfamilien herstellen. Farmen gibt es wirklich überall, egal ob ihr nach Neuseeland, Chile oder Südafrika wollt.


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