Jetzt 5 Minuten KitschKrieg feat. Cro, AnnenMayKantereit & Trettmann

Info Das Kreuzberger Trio Kitschkrieg holt sich für die zweite eigene Single Cro, AnnenMayKantereit und Trettmann. Da kann man ja nur laut "Hit" brüllen! "5 Minuten" (2019) ist ein Song über das Enden, aber auch Hoffnung auf Neuanfang.


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Hater-Wut im Netz Games-Kritikerin im Shitstorm

Als jemand eine Morddrohung postet, flüchtet sie: Anita Sarkeesian kritisiert auf YouTube Videospiele. Und erlebt einen Shitstorm, den auch Videospielhersteller nicht mehr akzeptieren. Die Netzfreiheit kommt an ihre Grenzen.

Von: Nina Heinisch

Stand: 03.09.2014

Anita Sarkeesian kritisiert Video-Spiele | Bild: Anita Sarkeesian // https://www.youtube.com/watch?v=toa_vH6xGqs

Frauen kommen in Videospielen nicht immer gut weg. Gerne werden ihnen klischeebesetzte Nebenrollen gegeben: Sie sind das dümmliche Püppchen, das gerettet werden muss, die sexy Assistentin oder die Statistin im Klamottenshop. Darf sie doch mal die Heldin sein, dann oft als halbnackter Pornostar.

Die kanadische Medienkritikerin Anita Sarkeesian hat der Sexismus in Videospielen aufgeregt. Seit 2009 bloggt sie deswegen auf Feminist Frequency und untersucht Spiele auf die Rolle der Frauen - und steht von Anfang an im Fokus der Hater. Schon auf ihrem Blog muss sie sich beleidigende Kommentare gefallen lassen. Trotzdem macht sie weiter und startet die Kickstarter-Kampagne "Tropes vs. Women in Video Games", um sich ausführlicher und mit finanzieller Hilfe dem Thema widmen zu können. Das Projekt schlägt bei den Crowdfundern ein, ihr Thema interessiert die Menschen: 6000 Dollar braucht sie, 150.000 Dollar bekommt sie.

Seit 2013 spricht Anita jetzt in einer YouTube-Reihe über stereotype Frauenbilder in Computerspielen. Fundiert und reflektiert. Sie ist der Meinung, dass man gleichzeitig Videospiele mögen, aber sie auch kritisieren darf. Trotzdem schlägt der Mob bei jedem Video zu: Anita wird bedroht, beleidigt, beschimpft. Sie würde lügen und solle sich als Frau aus Männersachen heraushalten. Die Kommentare gehen so weit, dass die Hater ihr mit körperlicher Gewalt drohen, sie verprügeln, vergewaltigen und sogar ermorden wollen. Anita flüchtet aus Angst aus ihrer Wohnung. Auch der Indie-Spiele-Entwickler Phil Fish muss eine Hass-Aktion von Gamern aushalten, nachdem er via Twitter gegen die Hater gewettert hatte. Seine Seite wird gehackt und persönliche Daten veröffentlicht.

Die Hetzkampagnen der Gamer geht vielen Spieleherstellern jetzt zu weit. Anfang der Woche veröffentlichten sie deswegen einen offenen Brief an die Community im Netz, den auch große Gaming-Firmen wie Electronic Arts, Sony, Microsoft und Rockstar unterschrieben. Darin machen sie klar, dass jeder Gamer Spiele kritisieren dürfe und die Community gerade von ihrer Vielfältigkeit lebe. Sie fordern die User auf:

"If you see threats of violence or harm in comments on Steam, YouTube, Twitch, Twitter, Facebook or Reddit, please take a minute to report them on the respective sites. If you see hateful, harassing speech, take a public stand against it and make the gaming community a more enjoyable space to be in."

Open letter to the gaming community

Eigentlich ist das Netz der beste Ort, um frei seine Meinung äußern und über Themen diskutieren zu können. Aber dazu bedarf es Toleranz und Respekt, sonst kommt die Freiheit auch hier schnell an ihre Grenze.


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