Jetzt Drumsolo Leyya

Info Raus mit der Sprache, wer hat da was in die Wien geschüttet? Irgendworan muss es ja liegen, dass von Wien aus erst Bilderbuch, dann Wanda und jetzt auch noch das Duo Leyya einen Pop basteln, wie er cleverer nicht sein kann.


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Ruhmeshalle The Streets - Original Pirate Material

Als The Streets liefert Mike Skinner im Jahr 2002 mit seinem Cockney-Rap einen ganz eigenen und eigentümlichen Hybrid aus HipHop und UK-Garage ab.

Stand: 23.03.2009 | Archiv

Ein Stadtkind auf dem Land: Mike Skinner aka the Streets | Bild: Warner Music Group

Er rappt nicht auf den Rhythmus, sondern plaudert eher drum herum. Die UK Garage-Fraktion frotzelt anfangs auch über die grob geschnitzten Beats und die schlampig bearbeiteten Streicher- und Piano-Samples. Aber The Streets stehen damals nicht für Perfektion und Hochglanz und dekadente Club-Parties mit Champagnerflöten. Mike Skinner gibt eine neue Parole aus: Sex, Drugs & On The Dole. Sex, Drogen und arbeitslos. So ist nun mal das Leben eines Geezers.

Am Ende brummt der Schädel

The Streets - Original Pirate Material (Cover)

"Original Pirate Material" ist ein Haufen von Alltags-Schnappschüssen: von schnapstrinkenden, pubprügelnden, kiffenden Playstationzockern in der Spätpubertät. Das Vor-der-Disco-Schlangestehen nervt. Der Magen schmerzt, weil man dem Dealer noch Geld schuldet. Und am Ende brummt der Schädel, weil der Brandy zu viel und zu billig war. Natürlich haben auch schon genügend andere UK-Bands wie die Happy Mondays oder The Jam über Drogen und brennende Telefonzellen gesungen. Aber mit HipHop als Medium schaffte das bisher keiner so zielgenau wie The Streets.

Für die britische Musikpresse bildet Original Pirate Material das Lebensgefühl britischer Jugendlicher so gut ab wie zuletzt "Never Mind The Bollocks" von den Sex Pistols. Mehr noch: Mike Skinner verleiht dem englischen HipHop endlich ein eigenes Gesicht. Dass für Mike Skinner nach "Original Pirate Material" eine rauschende Musiker-Karriere mit zwei Nummer 1-Alben in UK folgte, ist für ihn selbst nicht selbstverständlich. Denn von all den autodidaktischen Beatbastlern schaffen es nur die wenigsten aus ihren Homerecording-Studios raus.


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