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Ruhmeshalle Snoop Doggy Dogg - Doggystyle

Auf "The Chronic" hatte Dr. Dre Snoop (Doggy) Dogg der Welt vorgestellt. Als die beiden sich für sein Debutalbum erneut zusammentun, ist Snoop bereits der größte Star im HipHop. Dank "Doggystyle" sollte er es auch bleiben.

Von: Florian Nöhbauer

Stand: 24.11.2015 | Archiv

Snoop Dogg beim Konzert im schwedischen Uppsala im Juli 2015 | Bild: picture-alliance/dpa

Als ich letztens wieder Basketball zocken war, kam aus dem Ghettoblaster "Doggystyle". In voller Länge. Und obwohl das Album mittlerweile 22 Jahre alt ist, kam es mir nicht mal komisch vor. Denn das Album läuft in meinem Leben eigentlich in Dauerrotation: Egal ob beim Grillen an der Isar, auf WG-Parties oder zwischendrin bei der Arbeit – "Doggystyle" von Snoop Dogg – damals noch Snoop Doggy Dog – ist ein Dauerbrenner.

Als "Doggystyle" im November 1993 rauskommt, bilden sich Schlangen vor den Plattenläden. Denn obwohl es sein Debütalbum ist, ist Snoop Doggy Dogg gerade der größte Star im HipHop. Der Grund: Er ist als Feature-Gast auf acht von sechzehn Tracks auf Dr. Dres Millionen-Seller-Album "The Chronic" vertreten, das gerade Mal elf Monate vorher rausgekommen ist.

Direkt auf Platz 1 der Billboard Charts

Albumcover von "Doggystyle" | Bild: Doggy Style Records

Seitdem warten Zigtausende Fans wie verrückt auf neues Material des Laid-Back-Rappers aus Long Beach und machen "Doggystyle" zum ersten Rap-Album, das direkt auf Platz 1 der Billboard Charts schießt.  

Dabei ist "Doggystyle" eigentlich nichts anderes als der zweite Teil von "The Chronic". Es ist derselbe Sound, es sind dieselben Rapper und teilweise sogar dieselben Hooks. Aber wenn man die beiden mit Michael Jordan vergleichen würde, wäre "The Chronic" seine Rookie-Saison und "Doggystyle" sein erstes Meisterschaftsjahr. Wie bei "The Chronic" ist auch bei "Doggystyle" Dr. Dre für den Sound verantwortlich, nur dass er sich dieses Mal voll aufs Produzieren seines G-Funks konzentrieren kann. Wieder trifft der basslastige Groove des Parliament-Funks auf fette Beats und soulige Vocals. Die aufwendig produzierten, funky Beats sind dieses Mal aber nur Begleitmusik. Der wahre Star ist der relaxte Rap-Style von Snoop Dogg.

Money, Guns und Bitches

Während andere Gangsta-Rapper immer versuchen, Wut und Gefahr in ihre Stimme zu packen, nimmt Snoop sich die Zeit, mit den Wörtern zu spielen und sie perfekt in seinen unverwechselbaren melodischen Flow einzugliedern - auch wenn er dabei Worte anders ausspricht, damit sie sich reimen.

Inhaltlich drehen sich die Texte um die klassischen Gangsta-Themen: Money, Guns und Bitches. Dass das bei Snoop nicht von irgendwoher kommt, beweist die Tatsache, dass er kurz nach dem Release des Albums vor Gericht sitzt: Er ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Auch wenn die Anklage später fallen gelassen wird, das Gangsta-Image bleibt. Nur klingt Gangsta-Sein bei Snoop anders. Und zwar nach Party.

Snoop bringt den West-Coast-Flavour stärker in den HipHop, als jeder andere Künstler vor und nach ihm. Und das mit Erfolg: "Doggystyle" wird das zu diesem Zeitpunkt meistverkaufte Debütalbum aller Zeiten. Und: Ein All-Time-Classic.


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