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Ruhmeshalle Seeed - New Dubby Conqueros

Das wohl bedeutendste Werk im deutschen Reggae: Ohne Seeeds "New Dubby Concqueros" hätte es Stamina und Culcha Candela nicht gegeben. Höchste Zeit, das vor 15 Jahren erschienene Werk von Peter Fox und Co. zu würdigen.

Von: Malcolm Ohanwe

Stand: 22.11.2016 | Archiv

Seeed - New Dubby Conqueros | Bild: Warner Music Group

Deutschsprachige Musik, die tanzbar, hemmungslos und cool ist? Im Jahr 2001 haben Seeed genau das geschaffen. Was sie abgeliefert haben, ist das wohl bahnbrechendste Werk in der Geschichte des deutschsprachigen Reggeas und Dancehalls: ihr Debüt-Album "New Dubby Conqueros".

Ein lässiger Off-Beat, der tropische Sound und der chillige, sehr tiefe Männergesang der Frontmänner Boundzound, Peter Fox und Dellé machen den so relaxten Vibe auf "New Dubby Conqueros" aus. Seeed ist es mit den gemischtsprachigen Texten gelungen, die Thematik und Ästhetik des karibischen Vorbilds nach Berlin zu bringen.

Ein neues, buntes Berlin

Die Band repräsentiert sehr stolz ihre Heimatstadt Berlin und betreibt musikalischen Lokalpatriotismus galore. Die Hauptstädter stehen für ein komplett neues und modernes Berlin. Multikulturell, bunt, lebendig.

Ich bin mit dem Sound und dem Musikvideo zu "Dickes B" in Berührung gekommen, als ich in der Grundschule war. Als Afrodeutscher mit Dreadlocks machte mir der "Dickes-B"-Videoclip klar: "Hey, in Berlin gibt es coole Leute, die erfolgreich geile Musik machen und obendrein in etwa so aussehen wie ich." Und das war auch gut so.

Viele Nachahmer

Seeed bestehen aus gefühlt unendlich vielen Bandmitgliedern. Die über zehnköpfige Liveband mit gleich drei Lead-Sängern hat 2001 eine Blaupause für die deutsche Musikszene geliefert. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis dieser Sound seine Nachahmer finden sollte. Beispielsweise bei der Reggae-Combo Stamina und natürlich bei Culcha Candela. Nur zwei von vielen Deutsch-Reggae-Posses, die es ohne Seeeds Pionierarbeit auf "New Dubby Conqueros" sicher nicht gegeben hätte.


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