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Ruhmeshalle Kate Bush - Hounds Of Love

Sie war die erste Frau, die es mit ihrer eigenen Komposition an die Spitze der britischen Charts schaffte. Viele ahmten den Artrock der Kate Bush nach. Das Original des Albums "Hounds Of Love" ist unerreichbar.

Stand: 26.08.2014 | Archiv

Sängerin Kate Bush und ihr Hitalbum Hounds Of Love | Bild: EMI/Trevor Leighton

Mit 13 Jahren schreibt sie ihren ersten Song, mit 15 ihren ersten Welthit, "Wuthering Heights". Mitte der 70er Jahre wird Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour auf das Mädchen aus dem Londoner Stadtteil Bexleyheath aufmerksam und bringt es zu einer der größten Plattenfirmen der Welt. Mit den Worten "Ich habe dieses Lied geschrieben. Was haltet ihr davon?" spielt Kate Bush der EMI ihren Song "Wuthering Heights" vor. Im März 1978 steht der Titel auf Platz eins der UK-Charts. Zum ersten Mal erreicht die Eigenkomposition einer Sängerin die Spitze der britischen Hitparade, und Kate Bush schreibt Geschichte. Der Auftakt zu einer beispiellosen Karriere.

Nach vier Alben legt Bush 1985 ihr Meisterwerk vor. "Hounds Of Love" gibt dem Begriff Popart eine neue Bedeutung. Auf der ersten LP-Seite sammeln sich die Hits, die zweite Seite offenbart ein eigenständiges Kunstwerk. Es erzählt die Geschichte einer schiffbrüchigen Frau, die eine Nacht im Wasser treibt und von wilden Visionen und sehnsuchtsvollen Träumen heimgesucht wird. "Hounds Of Love" geht weit über das hinaus, was man in den 80ern unter Popmusik versteht. Der Song "Under The Ice" ist schlichte Kammermusik, "Jig Of Life" traditionelles irisches Gefiedle und "Waking The Witch" verstört mit roboterhaftem Industrialsound.

Was für ein Glück, dass die Platte mit dem fröhlichen "The Morning Fog" schließt. Denn der Song davor, der gregorianische Choral von "Hello Earth" reißt nach seinen sechs Minuten einen Abgrund auf. Nach den auf Deutsch gesprochenen Zeilen "Tiefer, tiefer, irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht" flüstert eine Stimme wie aus dem Grab "Go to sleep, little earth" - das ist der Stoff, aus dem Albträume sind.

Als "Hounds Of Love" in die britischen Charts einsteigt, verdrängt es Madonnas "Like A Virgin" vom ersten Platz. Ein für damalige Verhältnisse gewaltiger Teilsieg des Artrock gegen den Bubblegumpop. Heute gibt es praktisch keine seriösen Kritikerlisten mit den besten Alben aller Zeiten mehr, in denen "Hounds Of Love" nicht vorkommt. 2005 feiern die Britrocker The Futureheads mit einem Cover des Titelstücks ihren Einstand ins Musikbiz. Die Zeitschrift NME kürt die Version zur besten Single des Jahres. Zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung steht der Song wieder in voller Blüte. Wahre Qualität kennt eben kein Alter.


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